Vogelgrippe

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Vogelgrippe bezeichnet man eine Viruserkrankung der Vögel, die durch das Influenza-A-Virus H5N1 ausgelöst wird und auch auf den Menschen übertragen werden kann. Im Allgemeinen ist die Vogelgrippe eine Tiererkrankung, die auch als Geflügelpest bzw. aviäre Influenza bezeichnet wird und hauptsächlich Enten, Puten bzw. Hühner betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Vogelgrippe?

Das Virus Influenza A-H5N1 gehört zur Familie der Orthomyxoviridae mit einem Durchmesser von rund 100 Nanometer. In den letzten Jahren traten auch immer wieder Bezeichnungen wie H7N2, H5N1 bzw. H7N9 auf, wobei damit der Virustyp, der die Erkrankung auslöst, gemeint ist. Durch Desinfektionsmittel ist es möglich, das Virus unschädlich zu machen, es hält sich aber in Kot und Körpersekreten vorwiegend bei niedrigen Temperaturen. Die Vogelgrippe ist eine Erkrankung, die von Tieren auf Menschen übertragbar ist und häufig tödlich endet. Gefährdet sind dabei vor allem Personen, die sehr intensiven Kontakt mit infizierten Tieren haben.

Ursachen

Die Ursache für die Vogelgrippe ist der so genannte Vogelgrippe-Virus, der zu den Influenza-A-Viren zählt und von dem es zwei Unterarten gibt: H- bzw. N-Subtypen. Die Buchstaben stehen dabei für die Eiweiße, die in der Virushülle zu finden sind, Hämagglutinin bzw. Neuraminidase. Bei Menschen treten vorwiegend die Subtypen H1, H2 bzw. H3 auf, während die Subtypen H5 bzw. H7 die Geflügelpest auslösen.

Kommt es zu einer Infektion, so befallen die Viren die so genannten Epithelien, die Zellen des Atemtraktes. Da diese bei Vögeln und Menschen unterschiedlich sind, tritt nicht bei jedem Kontakt mit dem Virus eine Erkrankung auf. Sehr gefährlich ist die Untergruppe H5N1, da sich dieser Virus äußerst schnell verändern kann und dadurch neue Eigenschaften ausbildet. Gefährdet sind vor allem folgende Personengruppen:

  • Menschen, die in der Fleischverarbeitungsindustrie bzw. in der Geflügelzucht tätig sind
  • Tierärzte
  • Personen, die in Speziallabors arbeiten
  • Menschen, die verendete Wildvögel anfassen bzw. Geflügel verzehren, das nicht richtig durchgegart ist
  • Chronisch Kranke, ältere Personen bzw. Schwangere

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Vogelgrippe:

Die Symptome ähneln zunächst denen einer typischen Grippe, wobei sie schlagartig auftreten können und vor allem den Magen-Darm-Trakt sowie die oberen Atemwege betreffen. Die Inkubationszeit beträgt dabei etwa zwei bis fünf Tage. Die Betroffenen leiden an Hals-, Kopf- bzw. Muskelschmerzen, hohem Fieber, Atembeschwerden, Husten und seltener auch an Schleimhautblutungen und Nasenbluten.

Manchmal kommt es auch zu Erbrechen, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf treten auch schwere Lungenentzündungen auf, die dazu führen, dass die oberen Atemwege versagen. Darüber hinaus werden auch folgende Symptome beobachtet:

Die Todesrate im Rahmen einer H5N1-Infektion ist sehr hoch. So versterben mehr als die Hälfte der Betroffenen innerhalb weniger Tage an Lungenversagen. Erkrankt ein Patient sowohl an Vogelgrippe als auch an einer normalen Form der Grippe, so kann es zu einer Veränderung bzw. Vermischung des Erbmaterials der einzelnen Viren kommen. Das stellt ein großes Risiko dar, da die neu entstandenen Viren leichter übertragbar sind als das Virus Influenza A-H5N1. In diesem Fall könnte es in weiterer Folge zu einer Epidemie kommen.

Diagnose

Nach der Anamnese untersucht der Arzt die Betroffenen körperlich, wobei Bauch und Lunge abgehorcht werden und der Rachen untersucht wird. Die Diagnosestellung erfolgt bei Vogelgrippe durch einen Erregernachweis. Dafür gibt es Testverfahren, mit denen innerhalb einiger Stunden nachgewiesen werden kann, ob die Betroffenen sich mit einem Vogelgrippe-Virus infiziert haben.

Darüber hinaus ist es möglich, einen Nasen- bzw. Rachenabstrich zu machen. Weiteres Material kann auch abgehustetes Bronchialsekret liefern. Der Verdacht auf eine Infektion ist dann gegeben, wenn die Person, die mit einem infizierten Tier Kontakt hatte, anschließend grippeähnliche Symptome aufweist.

Behandlung und Therapie

Die Therapie einer Vogelgrippe hat das Ziel, die Beschwerden zu lindern sowie die Viren zu bekämpfen. Dafür werden spezielle virusabtötende Medikamente verwendet, die auch Virostatika genannt werden. Zur Linderung der übrigen Beschwerden kommen fiebersenkende Medikamente bzw. Schmerzmittel zum Einsatz.


Vorbeugung

Um einer Vogelgrippe vorzubeugen, empfiehlt sich eine Vermeidung des Kontaktes mit infizierten Tieren. Das Ansteckungsrisiko ist aber auch relativ gering, wenn man Kontakt zu infizierten Tieren hat. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen sollten aber dennoch eingehalten werden. Wenn sich der Kontakt mit infizierten Tieren nicht vermeiden lässt, so ist es wichtig, auf eine gründliche Handhygiene zu achten.

Darüber hinaus sollten Eier und Geflügel lange gebraten bzw. gekocht werden, da die Viren bei Temperaturen von 70 Grad Celsius abgetötet werden. Verzichtet werden sollte auf halbgares bzw. rohes Geflügelfleisch. Außerdem sollten tote oder kranke Wildvögel nicht berührt, sondern das Veterinäramt verständigt werden. Mit Hilfe einer Grippeschutzimpfung kann einer Vogelgrippe nicht vorgebeugt werden.

Quellen

  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Tölle, R., Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Berlin 2014

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
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Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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