Schock

Letzte Aktualisierung am 28. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Unter Schock versteht man in der Medizin ein plötzlich auftretendes akutes Kreislaufversagen. Herzversagen, allergische Reaktionen, Blutvergiftungen oder starker Blutverlust können zu einer Sauerstoffunterversorgung mit Versagen des Stoffwechsels führen. Der Schockzustand ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der unverzüglich notärztlich versorgt werden muss. Blasse Gesichtsfarbe, kalter Schweiß, schneller Puls und Angst sind typische Anzeichen eines akuten Schockzustands.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schock?

In der Medizin wird mit dem Begriff Schock ein lebensbedrohlicher Zustand bezeichnet, bei der die Blutzirkulation in den Kapillaren reduziert ist. Das Blut kann nicht mehr normal fließen und das Herz sowie andere Organe werden nicht mehr hinreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Sauerstoffunterversorgung des Gewebes kann im Extremfall zu einem komletten Stoffwechselversagen führen.

Der umgangssprachliche "Schock" infolge einer seelischen Ausnahmesituation wird in der Medizin nicht als Schock, sondern als akute Belastungsreaktion bezeichnet.

In der Medizin werden verschiedene Schockarten definiert:

  • Hypovolämischer Schock (Volumenmangelschock)
  • Kardiogener Schock
  • Neurogener Schock

Ursachen

Ein Schock kann unterschiedliche Ursachen haben und so werden unterschiedliche Formen von Schockzuständen unterschieden. Bei einem Volumenmangelschock sind die Ursachen innere Blutungen oder Verbrennungen, die dazu führen, dass das Gesamtblutvolumen verringert wird.

Dies geschieht meist bei schweren Unfällen. Die Blutzirkulation stoppt vollkommen, wenn der Patient unter einem Blut- oder Flüssigkeitsverlust leidet, was zu einem Schock führt. Bei einem rapiden Blutverlust wird die Pumpleistung des Herzens vermindert. Zu einer relativen Minderung der Blutzirkulation kommt es, wenn die Kreislaufregulation in der Körperperipherie versagt.

Dies kann bei einer Blutvergiftung passieren. Ein allergischer Schock ist die heftigste Reaktion eines Allergikers auf die betreffene Substanz. Zudem kann auch das Herz die Ursache sein: Wenn dieses nicht mehr in der Lage ist, hinreichend Blut durch den Körper zu pumpen, kann es ebenfalls zu einem Schock kommen (kardiogener Schock).

Auch eine Schädigung der Kapillaren - die kleinsten Blutgefäße im menschlichen Körper - kann eine Ursache sein, da es dadurch zu einem Flüssigkeitsverlust in den Gefäßen kommt. Beim neurogenen Schock ist das Gehirn Ursache für die Erkrankung, das eventuell verletzt oder geschädigt sein kann.

Symptome und Verlauf

Typsiche Symptome von Schock:

Ein typisches Symptom eines Schocks sind Atembeschwerden. Hier leiden die Betroffenen auch unter einem rasselnden Geräusch beim Atmen, im Röntgenbild lassen sich Zeichen einer Lungenstauung beobachten. Das geringe Herzvolumen lässt sich zudem in einem Echokardiogramm erkennen. Zudem ist der Sauerstoffgehalt im Blut wesentlich geringer und der Blutdruck leicht erniedrigt.

Auch Schwindel, Kopfschmerzen und Angstzuständen können auftreten. Die weiteren Symptome eines Schocks sind abhängig von der jeweiligen Ursache. Der Patient klagt eventuell über Durst und vermehrten Schweiß. Weitere Symptome sind Nierenversagen und schnelleres Atmen. Der Verlauf des Schocks ist unabhängig von der Ursache und den anfänglichen Symptomen.

Diagnose

Ein Schock setzt sich normalerweise zum einen aus dem Feststellen der Ursache, aber auch zum anderen aus dem klinischen Bild des Schocks zusammen. Es lässt sich ein niedriger systolischer Blutdruck (unter 90 mmHg) feststellen. Auch eine erhöhte Herzfrequenz (mehr als 100 Schläge pro Minute) ist im Rahmen der Diagnose zu beobachten.

Die Patienten haben eine blasse, fahle Haut und wirken müde und wenig aufmerksam. Im Krankenhaus werden die Patienten nach einem aufwändigen Scoring-System diagnostiziert: Hierzu gehört beispielsweise das Acute Physiology And Chronic Health Evaluation (APACHE). Diese Systeme erlauben bessere und genauere Prognosen. Dabei werden im Labor bestimmte Werte gemessen, beispielsweis eine Blutgasanalyse, bei der pH-, Hämoglobin- und Laktat-Werte gemssen.

Auch Apparationen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) können helfen, die genaue Ursache ausfindig zu machen. Da diese Methoden nur im Krankenhaus durchgeführt werden, muss in der Rettungsmedizin und in der akuten Notfallbehandlung auf andere Methoden bei der Diagnostik zurückgegriffen werden.

Hierbei gibt es beispielsweise die Fingernagelprobe, bei der der Nagel einen kurzen Augenblick ins Nagelbett gedrückt wird. Dadurch dass das Blut verdrängt wird, wird die Fingerkuppe weiß. Wenn es mehr als eine Sekunde dauert, dass sich das Nagelbett wieder rot färbt, kann eine Magendurchblutung vorliegen. Nagelverletzungen können jedoch dazu führen, dass das Ergebnis einer solchen Diagnostik eines Schocks verfälscht wird.

Behandlung und Therapie

Bei einem Schock muss die Behandlung möglichst unverzüglich eingeleitet werden. Je nachdem, wo sich der Patient befindet, ist dies natürlich in unterschiedlichem Maße möglich. Es ist notwendig zu wissen, auf welche Ursache der Schock zurückgeführt werden kann. Wichtig ist, dass die Atemwege freigehalten werden.

Der Patient sollte nicht unterkühlen und man kann ihm Sauerstoff über eine Nasensonde zuführen. Auch eine Schocklagerung sollte durchgeführt werden. Dabei werden die Beine des Patienten angehoben, sodass das Blut in Richtung Herzen fließt.

Ursachen eines allergisches Schocks und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Im Krankenhaus sollten alle Körperfunktionen des Schock-Patienten wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung überwacht werden. Per Infusion kann dem Patienten bei einem Schock bestimmte Medikamente verabreicht werden, wie beispielsweise Adrenalin, die zu einer Normalisierung der Blutzirkulation führen sollen.

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Vorbeugung

Einem Schock kann man nicht grundlegend vorbeugen. Man kann sich jedoch aktiv gegen mögliche Ursachen wie beispielsweise ein Herzinfarkt schützen. auch Allergiker können einem allergischen Schock vorbeugen, indem sie besonders vorsichtig sind.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin, Gerd Herold, 1. Auflage, 2013
  • Bieber, C. et al.: Duale Reihe Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2012
  • Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek K, 6. Auflage, München Elsevier Urban & Fischer Verlag 2009


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