Thymom

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei einem Thymom handelt es sich um einen Tumor der Thymusdrüse. Das Auftreten ist sehr selten. Gleichzeitig kann bei ungefähr einem Dreiviertel der Patienten eine gutartige Veränderung diagnostiziert werden. Weil die Gewebswucherung auch bösartig sein kann, ist eine genaue Untersuchung wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Thymom?

Ein bösartiger Thymom gehört zur Gruppe der seltenen Krebserkrankungen. Generell kann sich die Erkrankung in jedem Alter bemerkbar machen. Statistisch gesehen leiden jedoch vor allem Personen zwischen 60 und 70 an diesem Beschwerden. Meistens wird der Tumor nur zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung entdeckt. Um die wichtige Differenzierung zwischen einem gut- oder bösartigen Tumor zu treffen, muss eine Probe des Gewebes entnommen werden.

Die Thymusdrüse kann hinter dem Brustbein lokalisiert werden. Wenn sich ein Thymom entwickelt, so nimmt er in der Regel den Platz zwischen den Lungenflügeln ein. Vor der Drüse befindet sich das Brustbein, hinter ihr die Brustwirbeln. Der als Mediastinum bezeichnete Innenraum umfasst zudem das Herz, Speiseröhre und wichtige Blutgefäße. So kann ein Thymom abhängig von seiner Größe zum Beispiel Atemnot und Husten verursachen.

Die Thymusdrüse befindet sich hinter dem Brustbein. Ständige Atemnot, ein Druckgefühl in der Brust und Husten können Anzeichen eines Thymoms sein.

Ursachen

Ein Thymom stellt eine seltene Veränderung dar. In Deutschland können jedes Jahr ungefähr 1 bis 2 Erkrankte auf 500.000 Einwohner diagnostiziert werden. Dabei lässt sich kein Unterschied zwischen Männern und Frauen finden, die gleichermaßen betroffen sind. Warum genau es zu einem Thymom kommt, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Es scheinen jedoch spezifische Zusammenhänge zwischen einem Tumor in der Region und anderen Erkrankungen zu existieren. So tritt ein Thymom vermehrt in Begleitung von einer Blutarmut oder einem Mangel an Antikörpern auf.

Weiterhin ist eine Autoimmunkrankheit während der Diagnose häufig anzutreffen. Ein Beispiel stellt das Sjögren-Syndrom dar. Hier bildet der Organismus Antikörper gegen die eigene Tränendrüse, so dass diese dauerhaft entzündet ist. Myasthenia gravis pseudoparalytica und Arthritis treten ebenfalls auf. Bei Myasthenia gravis pseudoparalytica besteht der Verdacht, dass der Tumor die Erkrankung auslöst, in dem er bestimmte Antikörper freisetzt, die sich gegen die Muskulatur richten.

Letztendlich kommt es zu einer entarteten Zelle, die sich immer wieder teilt, wodurch das Gewebe des Tumors entsteht. Für die Entwicklung sollen sowohl genetische Bedingungen als auch Umweltfaktoren verantwortlich sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Thymoms:

  • Druckgefühl in der Brust

Ein Thymom führt meistens erst dann zu Beschwerden, wenn der Tumor fortgeschrittene Stadien erreicht hat und mit seiner Größe andere Strukturen bedrängt. So kommt es zum Beispiel zu einem dauerhaften Husten, der sich nicht durch herkömmliche Erkältungsmedikamente behandeln lässt oder einem Druckgefühl in der Brust. Liegt der Tumor auf der Luftröhre, so macht sich Atemnot bemerkbar. Bei Einschränkungen der Speiseröhre aufgrund einer Verengung, die vom Tumor rührt, kann das Schlucken nur erschwert ablaufen.

Im Rahmen von Herzfunktionsstörungen kann es gleichzeitig schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen. Die Prognose bei einem Thymom ist gut, auch dann, wenn es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Der Verlauf steht in einer engen Verbindung zu Größe und Lage der Gewebswucherung. Ziel der Behandlung ist es meistens, den Tumor operativ zu entfernen, insofern der Ort es zulässt.

Diagnose

Die Diagnose beginnt mit einem Gespräch, in dem Symptome und Vorerkrankungen erläutert werden. Gewinnt der Arzt den Verdacht eines Thymoms, wird er wahrscheinlich zunächst zu einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs greifen. Weil sich der Tumor meistens erst spät bemerkbar macht, wird er in der Regel bei einer anderen Untersuchung zufällig entdeckt. Eine Computertomographie bestimmt die genaue Lage des Tumors. Um herauszufinden, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt, wird eine Gewebeprobe entnommen.

Behandlung und Therapie

Wenn der Tumor es erlaubt, wird er im Rahmen einer Operation entfernt. Dabei entnehmen die Ärzte gleichzeitig das Binde- und Fett-, und Lymphgewebe um den Tumor herum. Wurde das Thymom direkt im ersten Stadium erkannt und dementsprechend therapiert, ist die Behandlung nach der erfolgreichen Entnahme in der Regel abgeschlossen. Bei fortgeschritteneren Phasen muss nach der Operation eine Strahlentherapie einsetzen. Diese zerstört sämtliche übrig gebliebene Krebszellen.

Durch die gemeinsame Anwendung von Operation und Strahlentherapie ist das Risiko einer erneuten Erkrankung weitaus geringer. Manchmal kann der Tumor jedoch nicht operiert werden. Dies ist dann der Fall, wenn er eine bestimmte Größe erreicht hat, bereits Metastasen im Körper gestreut wurden oder der Patient zu schwach für einen operativen Eingriff ist. Liegt einer der Faktoren vor, kommt eine Chemotherapie zum Einsatz.

Generell muss eine Operation eine Chemotherapie nicht ausschließen. So lässt sich der Tumor zum Beispiel durch eine Chemotherapie zunächst verkleinern, bevor er operativ entnommen wird. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt das Hormon Somatostatin dar. Dieses ist ebenfalls dazu in der Lage, die Gewebswucherung zu verkleinern. Das Hormon wird häufig nach einer Operation oder einem Rückfall verschrieben.



Vorbeugung

Ein Tumor lässt sich nicht vorbeugen, weil die zugrundeliegenden Ursachen nicht vollkommen entschlüsselt sind. Einige Annahmen gehen jedoch davon aus, dass sich eine gesunde Lebensweise mit wenig tierischem Eiweiß und ausreichend Bewegung positiv auswirken kann.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
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Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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