Stimmbandentzündung

Letzte Aktualisierung am 28. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Stimmbänder sind ein Teil der im Kehlkopf sitzenden Stimmlippen. Sie bestehen aus einer Muskelschicht, dem darüber liegenden eigentlichen Stimmband und sind zum Lumen des Kehlkopfes hin mit Schleimhaut bedeckt. Werden die Stimmbänder zu sehr strapaziert, kann sich eine Stimmbandentzündung entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Stimmbandentzündung

Kehlkopf und Stimmbänder

Von einer Stimmbandentzündung Betroffene klagen über ein Kratzen im Hals und Heiserkeit (Dysfonie). Auch ein Kloß im Hals kann auf eine Stimmbandentzündung hindeuten. Oftmals besteht Räusperzwang und das Sprechen wirkt äußerst anstrengend.

Gleichzeitig kann es beim Bewegen oder auch beim Sprechen zu einem Schwellungsgefühl am Hals und zu einem Ziehen und Schmerzen kommen. Zudem kann die Stimmbandentzündung wie alle Entzündung mit Fieber einhergehen. In vielen Fällen sind Menschen betroffen, bei denen die Stimmbänder vermehrt beansprucht werden wie Sänger, Lehrer, Sprecher, Empfangsdamen oder Callcenter-Angestellte.

Ursachen

Hauptursachen für die Stimmbandentzündung sind Erkältungsviren und Reizungen wie dauerhaftes oder falsches Sprechen oder Singen sowie Schreien. Infolge der Infektion mit Erkältungsviren kommt es zu Heiserkeit und zu Halsschmerzen, welche sich beim Husten oder Schlucken verstärken.

Letztere ist das Zeichen dafür, dass neben der Schleimhaut im Hals und dem Kehlkopf auch die Schleimhaut der Stimmlippen betroffen ist. Die Stimmbänder können anschwellen und es kann zu Ablagerungen von Eiter oder Schleim auf diesen kommen. Auch im Verlauf einer Lungenentzündung oder einer Bronchitis kann sich eine solche Stimmbandentzündung ausbilden. Masern und Diphtherie kommen als Ursache ebenfalls infrage.

Auch eine Überbeanspruchung der Stimme, allergische Reaktionen und das Rauchen sind Reizfaktoren, die zu entzündungsähnlichen Reaktionen der Stimmbandschleimhäute führen können. Keuchhustenerreger, die sich typischerweise an den Stimmlippen festsetzen, führen nicht nur zu deren Entzündung, sie verengen gleichzeitig die Stimmritze. Dadurch kommt es zu den für den Keuchhusten charakteristischen Hustenattacken und Erstickungsanfällen.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Gesunde und entzündete, gereizte Stimmbänder.

Bei einer Stimmbandentzündung führen schon geringste Veränderungen der Stimmbänder respektive deren Ränder zur Veränderung ihres Schwingungsverhaltens und somit zur Änderung der Lautbildung. Die Stimme klingt plötzlich rau und kratzend, flach, dünn, piepsig oder brummig und es können Nebengeräusche wie Kiekser auftreten.

Ignoriert man diese Heiserkeit, wird die Stimme immer dünner und geht dann, oftmals mitten im Sprechen, völlig weg. Eine dauernde Überreizung kann nach und nach die Bewegungsfähigkeit der Stimmbänder mindern und dadurch zu einer rauen Stimme oder zu Heiserkeit führen. Auch die Bildung von Knötchen auf den Stimmbändern, die Ursache für eine chronische Heiserkeit sein können, ist häufig auf eine solche Dauerreizung zurückzuführen.

Behandlung und Therapie

Eine Stimmbandentzündung wird von den meisten Betroffenen wie eine Erkältung mit Hilfe verschiedener Hausmittelchen auskuriert. Völlig falsch ist es, zur Schonung der Stimme zu flüstern. Das Flüstern strengt die Stimme nur noch mehr an und ist deshalb kontraproduktiv. Das Wichtigste ist, die Stimmbänder nicht weiter zu beanspruchen, das heißt, nicht Reden, nicht Rauchen und sich von sonstigen Reizstoffen wie Staub fernhalten.

Dampfinhalationen können Erleichterung verschaffen und die Heilung einer akuten Entzündung fördern. Heiße Getränke und warme Halsumschläge sind ebenfalls hilfreich. Salbeibonbons haben eine wohltuende Wirkung bei Heiserkeit, scharfe Bonbons sind jedoch zu vermeiden.

Ein gutes Hausmittelchen aus alten Zeiten ist Zwiebelsaft. Zur Herstellung werden Zwiebeln in grobe Stücke geschnitten, mit Honig übergossen oder mit Zucker bestreut und dann über Nacht stehen gelassen. Honig bzw. Zucker entziehen der Zwiebel ihren Saft und vermischen sich damit. Von dem entstandenen Saft kann über den Tag verteilt mehrmals ein Esslöffel voll eingenommen werden. Schmeckt nicht besonders, wirkt aber bei einer Stimmbandentzündung meist sehr gut.

Sobald jedoch Atemnot oder hohes Fieber auftreten, grüner Schleim oder Blutiges abgehustet wird oder die Beschwerden länger als drei Wochen andauern, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die Stimmbandentzündung mittels Kehlkopfspiegelung oder Nasenendoskopie genauer diagnostizieren und ggf. die eigentlichen Ursachen feststellen und therapieren. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, z. B. Lungenentzündung, Keuchhusten, Bronchitis oder Diphtherie, erfolgt die Behandlung durch Gabe von Antibiotika.

Ist eine Stimmbandentzündung chronisch, so deutet dies auf eine funktionelle Störung im Zusammenhang mit dem Sprechen oder der Atmung hin. Hier kann eine Behandlung durch Atem-, Stimm- oder Sprechtherapeuten in einer sprachtherapeutischen Praxis helfen. Dort wird den Betroffenen während einer Übungstherapie die physiologische Sprechweise und Atmung nähergebracht.

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Vorbeugung

Personen, die zu einer der Berufsgruppen gehören, die für eine Stimmbandentzündung anfällig sind, sollten regelmäßige Stimm- und Atemübungen machen, um die Stimme zu trainieren und somit belastbarer zu machen. Auch ein starkes Immunsystem kann einer Entzündung der Stimmbänder vorbeugen.

Deshalb ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu achten. Bei zu trockener Luft ist die Anfälligkeit für eine Stimmbandentzündung erhöht. Hier kann ein Luftbefeuchter Abhilfe schaffen.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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