Schüssler-Salze (Mineralsalze)

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Schüßler-Salze werden Mineralsalze bezeichnet, die in homöopathischer Dosis erhältlich sind und auf Wilhelm Heinrich Schüßler, einen homöopathischen Arzt, zurückgehen. Er vertrat die Ansicht, dass Krankheiten auf Grund von Störungen im Mineralhaushalt entstehen und durch die Verabreichung von Mineralien wieder geheilt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schüßler-Salze?

Schüßler-Salze sind Mineralsalze, die der Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler zur Therapie von Krankheiten einsetzte. Er untersuchte insgesamt zwölf Mineralstoffe und deren Bedeutung für den menschlichen Organismus. Dabei fand Schüßler heraus, dass viele Störungen, die in den Organen auftreten, auf einen Mangel an Mineralstoffen zurückzuführen sind. Diese verabreichte er seinen Patienten in einer homöopathischen Dosierung.

Dabei dienen die Schüßler-Salze als Reiz, wodurch der Körper angeregt wird, den Transport bzw. die Aufnahme der Mineralstoffe anzukurbeln. Ein Mineralstoffdefizit entsteht meist dadurch, dass der Körper die Mineralien, die in der Nahrung enthalten sind, nicht mehr aufnehmen kann. Durch den Reiz, der durch die Schüßler-Salze ausgelöst wird, kann der Organismus aber wieder dafür sensibilisiert werden. Die Mineralsalze müssen aber in verdünnter Form aufgenommen werden, sodass sie sofort durch die Schleimhäute ins Blut gelangen.

Wirkung und medizinische Anwendung

Schüßler-Salze-Tabletten bzw. Schüßler-Salze-Globuli werden einzeln eingenommen und müssen dann im Mund langsam zergehen. Bei der Einnahme von mehreren Schüßler-Salzen sollten unterschiedliche Zeiten gewählt werden. Da die Aufnahme auf Grund von Nahrungsmitteln beeinträchtigt werden kann, sollten die Salze mindestens 15 Minuten vor oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Schüßler-Salze können ein Defizit an Mineralstoffen innerhalb der Zellen auffüllen, außerhalb der Zellen ist dies jedoch nicht möglich. Daher können mit den Salzen nur reversible Beschwerden behandelt werden, die auf einen Mineralstoffmangel zurückzuführen sind.

Bei schweren Erkrankungen können Schüßler-Salze nur zur Unterstützung des Wohlbefindens beitragen. Welche Schüßler-Salze ausgewählt werden, entscheiden die Therapeuten mit Hilfe der Antlitzdiagnose, da ein Mineralstoffdefizit zu charakteristischen Hautfärbungen bzw. Spuren im Gesicht führt. Möglich ist außerdem eine symptombezogene Auswahl, die vor allem bei akuten Erkrankungen getroffen wird. Das Konzept bzw. die Behandlung mit Schüßler-Salzen gestaltet sich sehr einfach und ist auch für die Selbstmedikation geeignet.

Wichtig dabei ist, dass die Salze sofort bei den ersten Symptomen eingenommen werden. Dann tritt die Wirkung innerhalb weniger Stunden ein. Bei chronischen Beschwerden dauert die Behandlung etwa drei Monate. Ein Arzt sollte hinzugezogen werden, wenn bei akuten Beschwerden innerhalb von 12 Stunden keine wesentliche Verbesserung eintritt. Schüßler-Salze sind vor allem als sanfte Heilmethode äußerst beliebt, ihre Wirksamkeit ist durch Studien allerdings nicht belegt.

Formen und Gruppen

Insgesamt gibt es zwölf Salze, die auch als "Funktionsmittel" bezeichnet werden:

  • Schüßler-Salz Nr. 1 - Calcium fluoratum: Wichtig für Bänder, Sehnen, die Haut und Blutgefäßwände.
  • Schüßler-Salz Nr. 2 - Calcium phosphoricum: Unterstützt das Knochenwachstum und ist wichtig für den Zell- und Blutaufbau bzw. die Muskelbewegung.
  • Schüßler-Salz Nr. 3 - Ferrum phosphoricum: Trägt zur Stärkung der Widerstandskraft des Körpers bei.
  • Schüßler-Salz Nr. 5 - Kalium phosphoricum: Unterstützt die Muskulatur und die Nerven und wird auch bei körperlicher bzw. geistige geistiger Erschöpfung verabreicht.
  • Schüßler-Salz Nr. 6: Kalium sulfuricum: Dient zur Förderung der Zellerneuerung bzw. zum Entschlacken.
  • Schüßler-Salz Nr. 8 - Natrium chloratum: Ist wichtig für die Regulation des Wärme- und Flüssigkeitshaushaltes. Empfehlenswert bei trockener Haut, Wasseransammlungen oder Durchfall.
  • Schüßler-Salz Nr. 9 - Natrium phosphoricum: Empfohlen bei Störungen des Säure-Basen-Haushaltes.
  • Schüßler-Salz Nr. 10 - Natrium sulfuricum: Wirkt unterstützend bei der Ausscheidung bzw. dem Abbau von Schadstoffen
  • Schüßler-Salz Nr. 11 - Silicea: Stärkt das Bindegewebe und verleiht ihm Widerstandskraft
  • Schüßler-Salz Nr. 12: Calcium sulfuricum: Unterstützt Reinigungsprozesse im Bindegewebe.

Schüßler-Salze werden in unterschiedlichen Formen angeboten, darunter beispielsweise Tabletten, Tropfen oder Pulver. Zur äußeren Anwendung sind darüber hinaus auch Gele oder Salben erhältlich.

Dosierung

Erwachsene bzw. Kinder ab dem 12. Lebensjahr nehmen normalerweise alle fünf bis 15 Minuten eine Tablette ein, Kinder unter 12 Jahren bekommen eine Tablette im Abstand von ein bis zwei Stunden. Für Säuglinge wird die Tablette mit Wasser aufgelöst, sodass eine Art Brei entsteht. Dieser wird dem Baby dann auf die Lippen gestrichen. Klingen akute Beschwerden ab, dann können die Abstände verlängert werden. Wer an einer chronischen Erkrankung leidet, nimmt drei- bis sechsmal pro Tag eine Tablette ein, Kinder bis zum 12. Lebensjahr drei- bis viermal pro Tag und Säuglinge erhalten zwei- bis viermal pro Tag eine Tablette. Schüßler-Salze-Salben können drei- bis viermal pro Tag auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, bei chronischen Beschwerden ist ein Salbenverband empfehlenswert.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Eine Alternative zu den Schüßler-Salze-Tabletten stellen die Schüßler-Salze-Globuli oder Tropfen dar. In den Tabletten ist Milchzucker die Trägersubstanz. Wer diesen nicht verträgt, kann auf Tropfen bzw. Globuli zurückgreifen. Die Tropfen enthalten allerdings Alkohol und sind daher für Kinder nicht geeignet.


Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Schüßler-Salzen entstehen keine Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen mit verschiedenen anderen Medikamenten. Wer unter einer Milchzucker-Allergie leidet, sollte jedoch vor einer Behandlung Rücksprache mit einem Arzt halten.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021

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