Mundschleimhautentzündung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 4. November 2018

Eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) oder Mundentzündung ist meist harmlos, aber schmerzhaft. Sie entsteht in vielen Fällen entweder durch örtliche Reizungen oder virale bzw. bakterielle Infektionen. Häufige Begleiterscheinung ist eine Zahnfleischentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mundschleimhautentzündung?

Bläschen an der Mundschleimhaut sind typisch bei einer Mundschleimhautentzündung. Die betroffenen Stellen schmerzen, brennen und verursachen oft Mundgeruch.

Die Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) bzw. Mundentzündung kann als eine eigenständige oder eine andere Krankheit begleitende Infektion auftreten. Unser Mund muss ständig mit hohen Belastungen fertig werden, z.B. mit allen möglichen Beschaffenheiten von Speisen.

Außerdem dringen durch den Mund viele Erreger und Umweltgifte ein. Diese Faktoren können zu einer Mundschleimhautentzündung führen. Daher ist der gesamte Mundbereich völlig mit Schleimhäuten ausgekleidet, die ausgezeichnete Selbstheilungskräfte besitzt. Dies wiederum ist der Grund, warum eine Mundschleimhautentzündung oft erstaunlich schnell wieder heilt.

Ursachen

Eine Mundschleimhautentzündung bzw. Mundentzündung kann sehr verschiedene Ursachen haben. Wenn sie unabhängig von anderen Krankheiten auftritt, wird sie oft verursacht durch Verletzungen der Mundhöhle, ein schlecht sitzendes Gebiss, trockene Mundschleimhaut (besonders im Alter) oder auch durch mangelnde Mundhygiene.

Weiterhin kann eine Mundschleimhautentzündung bei Personen mit geschwächtem Immunsystem durch Viren hervorgerufen werden. Die häufigste Ursache für eine Mundschleimhautentzündung ist eine Zahnfleischentzündung.

Eine Pilzinfektion mit Hefepilzen (Mundsoor) liegt vorwiegend einer Mundentzündung bei älteren Patienten sowie bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie etwa Krebs- und HIV-Patienten zugrunde. Mundsoor kann durch Mundkontakt mit einem Infizierten oder schmutziges Besteck übertragen werden.

Aphthen sind entzündete Defekte der Mundschleimhaut, deren Entstehung weitgehend unbekannt ist. Als mögliche Auslöser dieser Form der Mundschleimhautentzündung kommen Bakterien und Viren in Frage, ebenso wie die psychische Verfassung des Betroffenen.

Eine Infektion durch Herpesviren kann ebenfalls eine Mundentzündung verursachen. Schließlich können Faktoren wie eine Verletzung oder Verbrennung der Schleimhaut, Rauchen, Allergie, Vitaminmangel (Vitamin B oder Vitamin C) sowie Eisenmangel eine Mundschleimhautentzündung begünstigen.

Als Begleitsymptom kann eine Mundschleimhautentzündung beispielsweise bei Hauterkrankungen oder schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung oder AIDS entstehen. Ursache für eine Mundschleimhautentzündung kann außerdem eine Blutkrankheit wie Leukämie oder eine Schwermetallvergiftung sein.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Die häufigsten Symptome einer Mundschleimhautentzündung sind Schmerzen, Brennen und rötliche Schwellungen im Mund oder Zahnfleischbluten. Eine Mundentzündung kann Mundgeruch und Geschwüre im Mund verursachen. Außerdem reagieren die Betroffenen oft empfindlich auf scharfe oder saure Speisen. Es kann zu Blutungen beim Zähneputzen kommen, außerdem entweder zu verstärkter oder verringerter Speichelbildung.

Bei Mundsoor kommt es auf der Zunge sowie der Innenseite der Wangen zu einer Rötung mit weißen Flecken, unter denen teilweise blutige Hautstellen liegen. Zusätzlich leiden die Betroffenen unter einem Brennen im Mund. Es kann auch zu Schluckbeschwerden kommen. Eine Mundschleimhautentzündung in Form von Aphten weist kleine, schmerzhafte Defekte in der Schleimhaut auf, bedeckt mit gelblicher Flüssigkeit. Aphten verschwinden meistens nach spätestens 2 Wochen.

Diagnose

Eine Mundschleimhautentzündung wird normalerweise von einem Arzt oder Zahnarzt über eine Untersuchung des Mundinnenraumes diagnostiziert. Aphten können im ganzen Mund auftreten, sowohl am Gaumen, auf der Zunge oder in der inneren Wange. Bei Mundsoor treten kleine weißliche Beläge in der Mundhöhle auf. Herpes tritt in Form von Bläschen an der Mundschleimhaut bzw. am Lippenrand auf. Alle diese Formen der Mundentzündung können durch ärztliche Inspektion des Mundinnenraumes diagnostiziert werden.

Behandlung und Therapie

Bei einer Mundschleimhautentzündung wird empfohlen, besonders auf Mundhygiene zu achten, den Mund regelmäßig zu spülen, zu gurgeln und die Zähne oder die Prothese mehrmals am Tag zu putzen. Infektionen können oft zunächst mit rezeptfrei erhältlichen Mitteln wie einem Mund-Antiseptikum gelindert werden, das Bakterien und Viren bekämpft.

Pflanzliche Medikamente mit den Wirkstoffen Salbei, Kamille oder Myrrhentinktur können ebenfalls helfen. Diese Präparate sind z.B. in Form von Lutschpastillen, Mundwasser oder haftendem Gel in Apotheken erhältlich.

Zur Desinfektion eignen sich Präparate mit Nelkenöl, Chlorhexidin oder PVP-Iod. Um Schmerzen der Mundschleimhautentzündung zu mildern, können oberflächlich betäubende Substanzen wie Lidocain eingesetzt werden.

Sollte es sich zeigen, dass die Mundentzündung anhält, handelt es sich vermutlich um eine ernsthaftere bakterielle oder virale Entzündung. In diesem Fall sollte ein Arzt oder Zahnarzt konsultiert werden.

Bei Mundsoor müssen pilzabtötende Medikamente (Antimykotika) verwendet werden, durch die die Pilzinfektion binnen 8-10 Tagen zum Verschwinden gebracht werden sollte. Herpes wiederum lässt sich mit Salben oder Gels gegen Viren behandeln.

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Vorbeugung

Die Maßnahmen zur Vorbeugung einer Mundschleimhautentzündung (Mundentzündung) bestehen vor allem in einer konsequenten, regelmäßigen Mund- und Zahnhygiene. So sollten die Zähne und ihre Zwischenräume mindestens zweimal täglich sorgfältig gereinigt werden. Ebenso wichtig ist das gründliche Reinigen eines Gebisses.

Verletzungen der Mundschleimhaut z.B. beim Essen sollten vermieden werden, da Erreger sich schon in winzigen Verletzungen einnisten und eine Mundschleimhautentzündung auslösen können. Generell tragen eine vollwertige Ernährung und eine Stärkung der Immunabwehr zur Vorbeugung bei.

Um einer Ansteckung mit Mundsoor vorzubeugen, gilt es, Mundkontakt mit Infizierten zu vermeiden und ebenfalls auf gute Mundhygiene zu achten.

Quellen

  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Paulchen kommentierte am 13.04.2015

Ich habe seit mehr als 3 Wochen einen entzündeten Mund, die Schleimhäute sind angeschwollen, ich habe Schmerzen und schmecke kaum noch etwas. Ich habe es mit Chlorhexedin, Chinosol, Kamille und auch gutem Öl versucht. Doch bisher stellt sich keine Besserung ein. Was kann ich noch tun?

Umweltschützer kommentierte am 09.05.2016

Hallo Paulchen, ich kenne deine geschilderten Schmerzen von meinem Sohn. Probiere es mal mit Salzwasser. Gurgele damit bis die Schmerzen nachlassen mehrmals am Tag, danach bis die Entzündung abgeheilt ist mindestens einmal morgens und abends. Das Salz muss deutlich zu schmecken sein. Das Salzwasser heilt zwar nicht, aber es nimmt die Schmerzen weg, weil die Bakterien abgetötet und an der Vermehrung gehindert werden. Dadurch erholt (heilt) sich der Mundinnenraum ziemlich schnell. Gute Besserung, wünscht Jürgen.

all-is-one kommentierte am 21.01.2018

Ich und eine weitere Person im Internet haben die jahrelange fast eindeutige Erfahrung gemacht, das immer nach dem Verzehr von Chips zu bekommen. Zum Beispiel Chipsfrisch ungarisch. Genauer scheint es durch Salz verursacht zu werden - dazu begünstigt durch scharfkantige Nahrung. Die Mundschleimhautentzündung wird auch als Aphten beschrieben. Die erhöhte Anfälligkeit im Mund scheint entweder vererbbar oder bei einem hohen Anteil an Menschen so zu sein, nur, dass es viele verheimlichen. Es ging bei Betroffenen auch auf keine Partner über. Die Heildauer ist die gleiche, wie bei üblichen Wunden der Größe. Das verwunderliche ist allerdings, dass diese Löcher größer werden, bis sie weg sind. Die Wunden können auch irreversible Schäden im Mund verursachen, wenn eine ungünstige Stelle weggeätzt wird. Bitte die Daten zu Verätzungen wie im oben gezeigten Mundfoto verbreiten.

all-is-one kommentierte am 21.01.2018

Nachtrag: Das Auftreten der Verätzungen nach dem Essen einer gesamten Chipstüte dauert in meinem Fall 0,5 bis 6,0 Stunden. Dabei sind es immer 1-4 Stück. Noch nie keine. Bei der Entstehung ist oft bemerkbar, dass sich unter der Mundschleimhaut etwa das gleiche wie unter der Oberfläche der Haut in geringer Menge hervorkommt, was man als Talg erklärt und es somit quasi wie ein innerer Pickel beginnt, bis es zerplatzt. Womöglich ist es Eiter. Werden stattdessen nur Dinge wie reife Früchte gegessen, ist wochenlang alles in Ordnung.