Mastitis

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Zumeist tritt die Mastitis in der Stillzeit auf und wird verursacht durch das Bakterium Staphylococcus aureus. Für den Arzt ist die Entzündung der Brust von einem Milchstau oftmals nur schwer abzugrenzen, da der Übergang fließend ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mastitis?

Bei einer Mastitis handelt es sich um eine Entzündung der Brust. Dabei ist die Brust sehr schmerzempfindlich und oft kommt es gleichzeitig zu Fieber.

Die Mastitis ist eine Entzündung der Brustdrüse, die zumeist einseitig auftritt und in der Hauptsache die weibliche Brust betrifft. Wird bei den geringsten Schmerzen anfänglich bereits gekühlt, kann eine Entzündung der Brust, oder zumindest die Ausbreitung einer solchen, frühzeitig verhindert werden.

Die Mastitis puerperalis ist die häufigste Form der Mastitis und tritt in der Regel in der zweiten bis vierten Woche nach der Geburt, während der Stillzeit, auf. Die zweite Form der Mastitis, die Mastitis non-puerperalis, entwickelt sich unabhängig von Stillzeit und Schwangerschaft und war bis vor einigen Jahren, mit einem Anteil von 10 bis 15 Prozent an allen akuten Brustentzündungen, relativ selten.

Ursachen

Inzwischen hat die Mastitis non-puerperalis einen Gesamtanteil von 50 Prozent. Wodurch dieser starke Anstieg der Mastitis non-puerperalis zustande kommt, konnte ursächlich bisher noch nicht geklärt werden.

Liegt eine Mastitis non-puerperalis nicht-bakterieller Art vor, so steht dieses häufig in Zusammenhang mit einer vermehrten Sekretbildung der Brustdrüsen. Wenn das Sekret nicht die Möglichkeit hat, richtig abfließen zu können, kommt es in der Folge zu einem Stau im Milchgangsystem, wodurch Flüssigkeit ins Bindegewebe eindringt und dort eine Entzündungsreaktion hervorruft.

Anschließend wird aus der nicht-bakteriellen Mastitis dann häufig eine bakterielle Mastitis, da sich die Erreger im Nachhinein im Entzündungsherd einnisten. Verursacht wird die vermehrte Sekretbildung häufig durch ein Übermaß des Hormons Prolaktin, welches in der Hypophyse gebildet wird. Eine weitere, relativ häufige, Ursache einer Mastitis non-puerperalis sind gutartige, als auch bösartige, Veränderungen der Brust.

Eine Mastitis puerperalis wird in den meisten Fällen ausgelöst durch eine Infektion mit dem Erreger Staphylococcus aureus. Andere Erreger sind seltener beteiligt an der Mastitis puerperalis. Die Infektion wird verursacht durch den engen Kontakt des Neugeborenen mit den weiblichen Brustdrüsen und den bakteriellen Austausch beim Stillvorgang.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Mastitis:

In der Regel sind die Brustdrüsen bei einer Mastitis geschwollen und überwärmt. Es kommt zu einer Rötung des entzündeten Gewebes und ein Spannungsgefühl entsteht. Oftmals ist die Brust sehr schmerzempfindlich und kann nicht mehr abgetastet werden. Zum Teil kommt es zu einer Schwellung der Lymphknoten unter den Achseln.

Bei einer bakteriellen Entzündung kommt es mitunter zu einem ausgeprägten Krankheitsgefühl und zu höherem Fieber. Bei einer Mastitis non-puerperalis ist der Verlauf meist sanfter, dafür aber neigt diese Form der Mastitis dazu, immer wiederzukehren und führt bei einem chronischem Verlauf unter Umständen zu Abszessen und Fisteln.

Diagnose

Die Diagnose Mastitis kann in den meisten Fällen bereits durch die Schilderung der Symptomatik und durch ein Abtasten der Brust gestellt werden. Eine Ultraschalluntersuchung kann unter Umständen ein genaueres Bild vom Ausmaß der Entzündung liefern. Falls Flüssigkeit austritt, kann ein Abstrich dabei helfen, den Erreger ausfindig zu machen und eine Antibiotika-Behandlung auf diesen abzustimmen.

Im Falle einer Mastitis non-puerperalis kann auch eine Blutuntersuchung angezeigt sein, um die Prolaktin-Konzentration zu bestimmen. Da auch ein entzündlicher Brustkrebs die Ursache einer Mastitis non-puerperalis sein kann, sollte im Falle einer immer wiederkehrenden Entzündung eine Biopsie der Brust vorgenommen werden.

Behandlung und Therapie

Bei einer akuten Mastitis puerperalis ist die Gabe eines Antibiotikums oftmals unumgänglich. Entzündungshemmer können bei gleichzeitigem Kühlen der Brust die Schmerzen eindämmen und somit auch weiterhin das Stillen des Kindes ermöglichen. Die Erfahrungen, bezüglich einer Fortführung des Stillvorgangs trotz Mastitis, sind durchaus positiv. Vielfach zeigte sich, dass sich durch den Abbruch des Stillens die Entzündung sogar verschlimmerte. Auch eine regelmäßig durchgeführte Brustmassage kann Erleichterung bringen, wenn die Brust nicht zu schmerzempfindlich ist.

Um die Brust ruhig zu halten, wird im Allgemeinen ein starker Büstenhalter empfohlen, welcher der Brust einen guten Halt gibt und sie ruhig hält. Befindet sich die Entzündung in einem fortgeschrittenen Stadium, so kann versucht werden, mit Prolaktinhemmern die Milchproduktion zu hemmen und dadurch eine Abheilung der Entzündung zu beschleunigen.

Sind Abszesse vorhanden, so müssen diese in der Regel vom Arzt geöffnet werden, um den Eiter abfließen zu lassen. Die kleine Operation wird üblicherweise unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Auch bei chronischen Entzündungen und Fisteln ist oftmals eine kleine Operation vonnöten.


Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Mastitis sollten stillende Frauen immer darauf achten, dass sich nach dem Stillen keinerlei Milch mehr in der Brust befindet. Auch ein vorbeugendes Kühlen der Brust, sollte diese Schmerzen, kann der Ausbreitung einer Entzündung entgegenwirken.

Diese Empfehlung kann generell und unabhängig von der Stillzeit gegeben werden. Sollte die Brust auch außerhalb der Stillzeit häufig Sekret abgeben, sollte eine weitere Abklärung beim Arzt erfolgen. Unter Umständen kann ein erhöhte Prolaktin-Produktion ursächlich für die Mastitis verantwortlich sein.

Quellen

  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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