Krankhafte Brustdrüsensekretion


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 9. November 2018

Bei der krankhaften Brustdrüsensekretion handelt es sich um eine so genannte sezernierende (Sekret absondernde) Erkrankung, die sich innerhalb der Brustdrüse manifestiert. Es kommt dabei zu einem Sekretausfluss, der außerhalb der Stillzeit erfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist krankhafte Brustdrüsensekretion?

Bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion kommt es zu einem Sekretausfluss. Juckende Brustwarzen sowie Schmerzen in der Brust sind weitere Symptome.

Eine krankhafte Brustdrüsensekretion gehört in die Klasse der sezernierenden Krankheiten der Brustdrüse (sezernierende Mamma). Mit dieser Bezeichnung werden alle Absonderungen von Flüssigkeiten aus der Brustdrüse beschrieben, die nicht während der Stillzeit entstehen. Das Sekret kann bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion sowohl eigenständig und spontan als auch nur auf leichten Druck hin aus der Brustwarze austreten.

In der Medizin wird bei den sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse zwischen einer Galaktorrhoe (Milchabsonderung) und der Absonderung von andersartigen Sekreten unterschieden. Die letzteren Sekrete führen zur Bezeichnung als „krankhafte Brustdrüsensekretion“. Somit werden unter diesem Begriff jegliche Formen von Sekretionen zusammengefasst, die als nicht milchig gelten. Gesicherte Daten, wie häufig eine krankhafte Brustdrüsensekretion vorkommt, gibt es nicht.

Ursachen

Die krankhafte Brustdrüsensekretion hat sehr vielfältige Ursachen. Hierzu gehören vor allem gutartige Veränderungen der Brustdrüse, welche als Mastopathie bezeichnet wird. Auch gutartige Tumoren wie das Papillom oder das Fibroadenom können eine krankhafte Brustdrüsensekretion verursachen. Verändern sich die breitflächigen Ausführungsgänge unmittelbar unter- oder innerhalb der Mamille, dann entstehen so genannte Adnome. In diesem Fall tritt aus der erkrankten Brust ein blutiges Sekret aus.

Ursächlich für eine krankhafte Brustdrüsensekretion können auch Entzündungen der Brustdrüsen außerhalb der Stillzeit sein, die als Mastitis non-puerperalis bezeichnet werden. Bei der so genannten Milchgangsektasie bzw. einer Aufweitung der Milchgänge handelt es sich ebenfalls um eine mögliche Ursache. Unter Umständen können aber auch schwere Erkrankungen wie Brustkrebs oder Morbus Paget ursächlich für eine krankhafte Brustdrüsensekretion sein.

Wann zum Arzt?

Da es bei dieser Erkrankung zu keiner Selbstheilung und zu weiteren Komplikationen und Beschwerden kommen kann, ist eine Behandlung durch einen Arzt auf jeden Fall notwendig. Damit können weitere Beschwerden vermieden werden. Ein Arzt sollte in der Regel dann aufgesucht werden, wenn aus den Brustdrüsen ein Sekret ausgeschieden wird. Weiterhin kann auch ein Juckreiz an der Brust auf diese Krankheit hindeuten. Sollten diese Beschwerden daher über einen längeren Zeitraum anhalten, so ist der Besuch beim Arzt sehr sinnvoll. In der Regel kann die Brust dabei auch bluten, wobei es im weiteren Verlauf auch zu einer Entzündung an der Brust kommen kann.

Die Erkrankung sollte in der Regel von einem Frauenarzt untersucht und behandelt werden. In akuten Notfällen oder bei sehr starken Schmerzen und Blutungen kann auch das Krankenhaus aufgesucht werden. In den meisten Fällen kann die Erkrankung allerdings durch die Einnahme von Medikamenten besiegt werden. Sollte es durch die Beschwerden auch zu einer psychischen Belastung kommen, so ist eine Behandlung bei einem Psychologen ebenso sinnvoll.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer krankhaften Brustdrüsensekretion:

  • juckende Brustwarzen

Zu den typischen Symptomen einer krankhaften Brustdrüsensekretion gehört vor allem eine nicht-milchige Absonderung von Sekret aus der Brustwarze. In den meisten Fällen treten keine weiteren Symptome auf. Je nach Ursache kann sich das Sekret in Menge, Farbe sowie Konsistenz unterscheiden. Möglich sind blutige, wässrige, gelbliche, grünliche sowie braune oder schwärzliche Sekrete.

Dennoch können auch weitere Symptome wie Jucken, Brennen oder Schmerzen in der Brust durch eine krankhafte Brustdrüsensekretion hervorgerufen werden. Es ist möglich, dass die Symptome entweder einseitig oder beidseitig auftreten. Der Verlauf einer krankhaften Brustdrüsensekretion hängt vor allem von der entsprechenden Grunderkrankung ab. Liegt eine Mastopathie vor, ist die Prognose gut. Lediglich bei bestimmten Formen der Brustveränderungen kann ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs vorliegen.

Eine Mastitis – also eine akute Brustdrüsenentzündung – kann sich durchaus von selbst zurückbilden. In seltenen Fällen kann es zu einer Abszessbildung kommen, hierbei handelt es sich um vom gesunden Gewebe abgrenzbare Ansammlungen von Eiter. Treten diese nahe hinter der Brustwarze auf, dann entleeren sie sich gelegentlich von allein nach außen oder in das Gangsystem. Sind größere Abszesse vorhanden, wird der Arzt diese einschneiden, um sie zu entleeren. Die Entleerung ist notwendig, da es ansonsten zu einer Bildung von Fisteln kommen kann. Diese stellen wiederum eine optimale Eintrittsmöglichkeit für Bakterien dar.

Eine Brustdrüsenentzündung kann während der Stillzeit in eine chronische Form übergehen und tritt dann auch nach der Stillzeit immer wieder auf. Liegt der krankhaften Brustdrüsensekretion Brustkrebs zugrunde, dann ist der Verlauf der Erkrankung von der Art des Tumors und seiner Behandlung abhängig. Die Prognose ist umso besser, je frühzeitiger der Brustkrebs erkannt und behandelt wird.

Diagnose

Eine krankhafte Brustdrüsensekretion muss immer von einem Facharzt diagnostiziert werden. Der Arzt wird sich im Rahmen der Anamnese nach der genauen Krankengeschichte erkundigen und dabei auch nach dem genauen Auftreten und der Dauer der Beschwerden fragen. Auch der Menstruationszyklus und die Einnahme bestimmter Medikamente spielen eine Rolle bei der Diagnosestellung.

Der Arzt tastet im Anschluss die Brust ab und achtet dabei auch auf eine mögliche fühlbare Veränderung oder Verhärtung des Brustgewebes. Auch Farbe und Konsistenz sind für eine eindeutige Diagnose von Bedeutung. Wässrige sowie blutige Ausflüsse deuten meist auf wuchernde Läsionen hin, während gelb- bis grünliche und braun- bis schwärzliche Sekrete eher auf Aufweitungen der Milchgänge hinweisen. Im Labor wird das Sekret auf anormale Zellen oder auch mögliche Keime untersucht.

Der Arzt wird bei Verletzungen oder anderen Läsionen unter Umständen einen Abstrich entnehmen und diese ebenfalls im Labor untersuchen lassen. Zur Sicherung der Diagnose kommt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder auch eine Mammographie zum Einsatz, wodurch die Veränderungen der Brustdrüse genau geortet werden können. Mit der so genannten Galaktrographie können auch die Milchgänge kontrolliert werden. Der Arzt spritzt dabei mit einem dünnen Schlauch ein Kontrastmittel in die Milchgänge und führt dann eine Mammographie durch. So kann der Arzt erkennen, ob die Milchgänge geweitet oder verschlossen sind.

Komplikationen

Eine akute Brustdrüsenentzündung bildet sich oft von alleine zurück und hat meist keine Komplikationen zur Folge. Bei bestimmten Erkrankungen kann eine krankhafte Brustdrüsensekretion jedoch mit Brennen, Juckreiz und Schmerzen in der Brust verbunden sein. Die Beschwerden können einseitig oder beidseitig auftreten und werden von der betroffenen Frau meist als starke Belastung empfunden. In einigen Fällen bilden sich Abszesse, die sich nach außen oder in das Gangsystem der Brust entleeren können.

Wenn sich ein Abszess nach innen entleert, kann dies eine schwere Entzündung der Gefäße und des Gewebes hervorrufen, die mit weiteren Komplikationen verbunden ist. Des Weiteren können sich aus Abszessen Fisteln bilden. Dadurch können Bakterien in das Brustgewebe gelangen und ebenfalls Entzündungen und andere Erkrankungen hervorrufen. Die krankhafte Brustdrüsensekretion selbst nimmt im Zuge eines solch schweren Verlaufs zu und kann zu einer weiteren Reizung der Brust führen.

Eine Brustentzündung während der Stillzeit kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln, die immer wieder auftritt. Ist Brustkrebs für die krankhafte Brustdrüsensekretion ursächlich, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen bis zum Tod der Patientin kommen. Bei der Behandlung der erhöhten Sekretion gehen die Risiken von Medikamenten aus, die immer mit gewissen Neben- und Wechselwirkungen verbunden sind.

Behandlung und Therapie

Die Therapie bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion richtet sich vor allem nach der Ursache. Die krankhafte Brustdrüsensekretion stellt kein eigenständiges Krankheitsbild dar, weshalb eine zielgerichtete Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund der Therapie steht. Liegt eine Mastopathie vor, sind bisher noch keine Heilungsmöglichkeiten bekannt. Hier ist die Linderung der Symptome das Ziel der Therapie. Die Gabe von Gestagenen kann den Östrogenüberschuss ausgleichen, da die Ursache ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt ist.

Auch Prolaktinhemmer sind bei einer Mastopathie sehr wirkungsvoll, denn Prolaktin stimuliert die Milchbildung. Durch einen entsprechenden Hemmer werden Spannungszustände und wiederkehrende zystische Veränderungen in der Brust vermindert. Sind Papillome oder Fibroadenome für die krankhafte Brustdrüsensekretion verantwortlich, dann werden diese vom Arzt chirurgisch entfernt.

Zusätzlich wird der Arzt Entzündungshemmer und Antibiotika bei einer Brustentzündung (Mastitis) verschreiben. Eitrige Abszesse werden ebenfalls chirurgisch eröffnet. Ist ein bösartiger Tumor Auslöser für eine krankhafte Brustdrüsensekretion, dann gilt es, diesen entsprechend zu behandeln.

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Vorbeugung

Bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion ist keine gezielte Vorbeugung möglich, da es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt. Die Erkrankung ist vielmehr als Symptom anderer Grunderkrankungen zu sehen, weshalb es keine allgemeingültigen Präventionsmaßnahmen gibt. Wird jedoch ein Sekretaustritt festgestellt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Sinnvoll ist es zumindest, bestimmten Erkrankungen, die zu einer krankhaften Brustdrüsensekretion führen können (z. B. Mastitis), vorzubeugen.

Quellen

  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005


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