Hausmittel gegen Stillbeschwerden


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 29. September 2018

Stillen ist wohl eine der natürlichsten Sachen der Welt. Doch kann es am Anfang bei jeder frischgebackenen Mutter zu den unterschiedlichsten Problemen kommen. Es gibt verschiedene Hausmittel und Tipps erfahrener Hebammen, Mütter und Ärzte, die gegen Stillbeschwerden helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Stillbeschwerden?

Unter Stillbeschwerden werden körperliche Probleme der Mutter während der Stillzeit verstanden. Dazu gehören u. a. der Milchstau und die Brustentzündung. Das Stillen ist eigentlich ein normaler Vorgang nach der Geburt, der sowohl Mutter als auch Kind mit Glück erfüllt. So werden dem Stillvorgang zahlreiche Vorteile nachgesagt. In manchen Fällen kann das Stillen aber auch seine Nachteile haben und verschiedene Probleme oder sogar körperliche Beschwerden hervorrufen.

Während des Stillens bildet sich die Muttermilch unter dem Einfluss verschiedener Hormone innerhalb des Drüsengewebes. Das Saugen des Babys an der mütterlichen Brust sorgt dafür, dass die Milch aus dem Körper gelangt und aufgenommen werden kann. Fließt die Muttermilch jedoch aufgrund unterschiedlicher Faktoren nicht richtig, kommt es zu einem Milchstau. Wird der Milchstau nicht entsprechend behandelt, besteht die Gefahr, dass er sich zu einer Brustentzündung ausweitet, die eine gynäkologische Therapie erfordert. Im schlimmsten Fall droht ein schmerzhafter Brustabszess.

Abgesehen von Schmerzen an der Brust leiden einige Mütter in den ersten Tagen der Stillzeit auch unter Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen. Sie entstehen durch die hormonelle Umstellung, Verspannungen, Stress, Mangel an Schlaf oder Flüssigkeitsmangel. Manche Mütter empfinden die Stillbeschwerden derart intensiv, dass sie schließlich abstillen.

Wer ist betroffen?

Stillbeschwerden stellen keine Seltenheit dar. So leidet beinahe jede dritte Mutter in den ersten 14 Tagen nach der Geburt unter Problemen beim Stillvorgang. In den meisten Fällen muss sich die Brust der Mutter erst einmal an die neue Belastung gewöhnen. Darüber hinaus fehlt es oftmals an Unterstützung. Zu den häufigsten Stillbeschwerden gehören Brustschmerzen, Brustwarzenentzündungen sowie ein vermeintlicher Mangel an Milch.

Ursachen

Die Ursachen für Stillbeschwerden sind unterschiedlich. Häufig werden sie nur durch Kleinigkeiten ausgelöst wie zum Beispiel das falsche Anlegen oder Loslösen des Säuglings von der mütterlichen Brust. Ebenso kann ein falsches Stillmanagement wie zu seltenes oder häufiges Stillen für die Probleme verantwortlich sein. Als weitere Gründe kommen psychische Probleme, Schlafmangel, verstopfte Milchgänge aufgrund von Fettablagerungen oder einer dünnen Haut, ein zu enger Still-BH sowie der Konsum von Zigaretten und Alkohol in Betracht. In manchen Fällen sind auch anatomische Besonderheiten des Kindes der Auslöser der Stillbeschwerden. Dabei kann es sich um eine Kieferfehlstellung, die ersten Zähne oder ein zu kurzes Zungenband handeln.

Was hilft gegen Stillbeschwerden?

  • Ein Hausmittel gegen Stillbeschwerden bezieht sich auf zu prall gefüllte Brüste. Dabei sollte die Brust mit den Händen massiert werden. Es ist sinnvoll vor dem Stillen oberhalb und unterhalb der Brustwarzen sanft zu drücken, damit der Druck genommen wird. Denn wenn der Druck zu groß ist, hat das Neugeborene Schwierigkeiten Milch zu trinken.
  • Es kann passieren, dass die Brüste so voll sind, dass der Milchfluss dadurch blockiert wird. Wenn dies der Fall ist, kann mit einem feuchtwarmen Waschlappen ganz vorsichtig die Brust massiert werden. Dadurch werden die Stillbeschwerden verringert.
  • Die richtige Haltung beim Stillen ist folgende: Die eine Hand trägt das Baby an seinem Po und der Kopf wird durch die Ellenbeuge gestützt. Wenn nun dem Neugeborenen an der Unterlippe gekitzelt wird, öffnet es automatisch seinen Mund. Sobald der Mund offen ist, sollte schnell die gesamte Brustwarze in seinen Mund geführt werden.
  • Ein wichtiger Tipp bei Stillbeschwerden, wie zum Beispiel Verletzungen der Brustwarze durch das Wechseln der Brust, ist den kleinen Finger zum Einsatz zu bringen. Es passiert sehr oft, dass beim Wechseln der Brustwarze das Kind in die Brustwarze beißt und sie dadurch verletzt. Dies kommt daher, dass der natürliche Instinkt eines Neugeborenen der ist, dass es sich an der Brustwarze festbeißt, wenn ihm diese entzogen wird, obwohl es noch nicht fertig ist. Um dies zu vermeiden, wird der kleine Finger vorsichtig während des Saugens mit der Brustwarze ersetzt.

Schnelle Hilfe bei Stillbeschwerden

  • Ein Hausmittel gegen Stillbeschwerden, welches gegen zu wenig Milch in der Brust hilft, ist ein alkoholfreies Bier. Etwa 30 Minuten vor dem Stillen wird ein alkoholfreies Bier getrunken, denn in ihm ist Hefe enthalten, welche den Prolaktinspiegel erhöht. Das Hormon Prolaktin ist für die Milchproduktion in der Brust verantwortlich.
  • Wenn der Druck auch nach dem Stillen noch schmerzhaft stark ist, kann eine Milchpumpe zur Hilfe genommen werden. Doch hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Milchproduktion bei übermäßigem Gebrauch verstärkt wird!

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Alternative Heilmittel

  • Ein alternatives Heilmittel gegen Stillbeschwerden, vor allem gegen eine geringe Milchproduktion, ist folgendes Rezept für einen Milchbildungstee: Es werden 5 Gramm folgender Samen zerstoßen: Anis, Eisenkraut, Brennnesselblätter, Petersilienwurzel und Fenchelsamen. Von dieser Samenmischung wird ein gehäufter Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser aufgegossen. Der Tee kann bis zu viermal am Tag getrunken werden. Pfefferminztee und Salbeitee sollten während der Stillphase nicht getrunken werden, es sei denn man leidet unter verstärkter Milchproduktion. Denn diese Tees hemmen sie.
  • Ein weiteres alternatives Heilmittel um die Milchproduktion in den Gang zu bringen ist eine Massage der Brüste. Außerdem gibt es einen Tipp durch Akupressur die Milchproduktion zu verstärken. Dabei wird mit beiden Daumen an einem Punkt oberhalb der Brüste auf der Höhe der Brustwarzen (in etwa zwischen der dritten und vierten Rippe, kurz unter dem Schlüsselbein) für etwa eine Minute auf den Brustkorb gedrückt.

Weitere Informationen sind unter Schwangerschaft und Hausmittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden zu finden. Sobald die Befürchtung besteht, dass der Säugling nicht genug Milch bekommt, sollte ein Arzt oder eine Hebamme um Rat gefragt werden. Wenn ein empfindliches Areal auf einer Brust auftritt und außerdem grippeähnliche Symptome hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um eine Entzündung der Milchdrüsen handeln kann.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.


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