Hausmittel gegen Schuppen

Letzte Aktualisierung am 24. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die äußere Hornschicht der Haut löst sich bei jedem Menschen ständig ab. Doch wenn dies zu schnell geschieht, werden Hornschüppchen am Kopf sichtbar. Ursachen für Schuppen sind stark aktive Talgdrüsen, Stress oder Dermatitis. Hier sind einige Tipps zur Selbstbehandlung zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schuppen?

Bei Schuppen handelt es sich um abgestorbene Hautzellen, die jeder Mensch täglich absondert. In der Regel bleibt dieser Prozess aber unbemerkt, da die Schuppen mit dem bloßen Auge normalerweise nicht zu erkennen sind. Das ändert sich erst, wenn der Erneuerungsprozess der Haut gestört wird. Dann ist es möglich, dass eine große Anzahl von Hautschuppen Klumpen bilden, die sichtbar werden.

Besonders häufig und auch besonders störend sind Kopfschuppen, die sich in den Haaren verfangen und dort als weiße Klümpchen auffallen oder sich auf dem Kragen und den Schultern ansammeln.

Wer ist betroffen?

Kopfschuppen werden in die Kategorien "trocken" und "fettig" eingeteilt. Trockene Kopfschuppen sind meist die Folge einer falschen Pflege von Haar und Kopfhaut. Sie entstehen, wenn aggressive Reinigungsmittel oder zu heißes Föhnen die Kopfhaut reizen und austrocknen, die sich als Reaktion darauf oftmals schält. Fettige Kopfschuppen werden dagegen sehr häufig durch eine Pilzinfektion verursacht.

Der Hautpilz Pityrosporum ovale, der zur Gruppe der Hefepilze gehört, fühlt sich auf fettiger Kopfhaut besonders wohl. Er sorgt für eine ständige Überproduktion der Talgdrüsen und verursacht so Kopfschuppen. Darüber hinaus kann das sogenannte seborrhoisches Ekzem für eine Veränderung der Kopfhaut verantwortlich sein. Bei dieser Störung bilden sich gelbliche Schuppen, unter denen die Haut meist gerötet oder entzündet ist. Die Ursachen für das seborrhoisches Ekzem sind noch nicht abschließend geklärt, es wird aber ebenfalls die Beteiligung eines Hefepilzes vermutet.

Ursachen

Des Weiteren gibt es eine Reihe anderer Ursachen, die für Kopf- oder Körperschuppen verantwortlich sein können. Dazu zählen die Hautkrankheiten Psoriasis (Schuppenflechte) und das atopisches Ekzem (Neurodermitis). Auch Allergien, insbesondere allergische Reaktionen auf Shampoo oder Pflegemittel sowie auf Stoffe in Textilien mit direktem Hautkontakt können zu Schuppen führen.

Kopfschuppen sind grundsätzlich ungefährlich, sie erregen aber, sobald sie sichtbar werden, oftmals Ekelgefühle. Die Betroffenen schämen sich sehr häufig für ihr Leiden, was zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Sofern die Kopfschuppen mit starkem Juckreiz einhergehen und der Betroffene sich ständig kratz, kann es außerdem zu Sekundärinfektionen kommen, die mit Entzündungen und, in schweren Fällen, auch mit Abszessen einhergehen können. Das ist nicht nur am Kopf, sondern, insbesondere bei Schuppenflechte oder Neurodermitis, auch am Körper möglich. Spätestens dann, wenn Schuppen nicht mehr nur ein rein kosmetisches Problem sind, sollte ein Dermatologe konsultiert werden.

Was hilft gegen Schuppen?

  • Omas Hausmittel gegen Schuppen ist eine Spülung aus dem Kräutergarten. Für diese Spülung werden etwa eine Handvoll zerhackter Lorbeerblätter in heißes (aber nicht mehr kochendes!) Wasser gegeben und für 20 Minuten ziehen gelassen. Nachdem diese Spülung abgekühlt ist, wird sie in das Haar einmassiert und für eine Stunde in den Haaren gelassen. Danach mit lauwarmem Wasser ausspülen.
  • Es gibt verschiedene Schuppenshampoos, die gegen Schuppen helfen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass Shampoos, die Schwefel oder Salizylsäure enthalten nicht sehr wirksam sind, da sie nur die Schuppen von der Oberfläche lösen. Shampoos mit den Inhaltsstoffen Teer, Zinkpyrithion oder Selensulfid hingegen verringern die Geschwindigkeit der Vermehrung der Kopfhautzellen. Außerdem hemmen Shampoos mit Teer zusätzlich das Zellwachstum. Ein Antischuppenshampoo sollte alle paar Monate gewechselt werden, da sich die Kopfhaut an die verschiedenen Wirkstoffe gewöhnt.
  • Ein weiteres Shampoo, das gegen Schuppen hilft, enthält den Wirkstoff Ketoconazol. Diese Substanz hilft einen Hefepilz auszurotten, der häufig die Ursache der Schuppen darstellt. Ein Antischuppenshampoo sollte mindestens 10 Minuten einwirken, damit es seine volle Kraft entwickeln kann.

Schnelle Hilfe bei Schuppen

  • Apfelessig ist ein wunderbares Hausmittel gegen Schuppen, da der Essig Pilze und Bakterien vernichtet. Er wird in einiger Literatur als das Wundermittel gegen Schuppen genannt. Für eine Spülung mit Apfelessig werden 100 ml Wasser mit 100 ml Apfelessig vermischt und dann auf die Haare aufgetragen.
  • Eine weitere Spülung mit Naturheilmitteln, die gegen Schuppen hilft, ist eine Spülung aus Rosmarin. Bei manchen Menschen reagiert die Kopfhaut gereizt auf Rosmarin, deswegen sollte es vorsichtig an einer kleinen Stelle ausprobiert werden. Für eine solche Spülung wird eine Tasse mit kochendem Wasser über einen Teelöffel mit gehacktem Rosmarin geschüttet. Wenn die Lösung abgekühlt ist, kann sie als Spülung verwendet werden.



Alternative Heilmittel

  • Ein sehr hilfreiches alternatives Heilmittel gegen Schuppen ist die kanadische Gelbwurzel. Sie enthält den Wirkstoff Berberin, der sehr stark antibakteriell wirkt und außerdem auch das Pilzwachstum hemmt. Um die Gelbwurzel zu benutzen, lässt sich einfach eine Spülung herstellen. Hierzu werden etwa 2 Teelöffel der gehackten Wurzel mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und für 10 Minuten ziehen gelassen. Nachdem diese Lösung abgekühlt ist, kann sie als Spülung verwendet werden.
  • Probiotischer Joghurt ist ein sehr wirksames Hausmittel gegen Schuppen. Die Lebendkulturen in diesen Joghurts helfen gegen den Hefepilz anzukämpfen. Der Joghurt wird so wie eine Kur verwendet und auf den ganzen Kopf aufgetragen. Nach einer halben Stunde kann der Joghurt wieder ausgespült werden.
  • Ein weiteres alternatives Heilmittel gegen die Hefepilze, die bei Schuppen oft die Ursache sind, ist Teebaumöl. Um es zu verwenden werden 10 Tropfen Teebaumöl mit einem Esslöffel Olivenöl vermischt. Diese Mischung wird dann in die Kopfhaut einmassiert. Alternativ können auch ein paar Tropfen Teebaumöl in das Shampoo getropft werden.

Weitere Informationen sind unter Schuppen zu finden. Bei einer selbstgesteuerten Schuppenbehandlung kann die Wirkung erst nach mehreren Wochen auftreten. Wenn jedoch auch dann keine Besserung eintritt und gereizte, gerötete Kopfhaut und starker Juckreiz hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.


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