Darmentzündung (Enteritis)

Letzte Aktualisierung am 19. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Darmentzündung (Enteritis) ist eine entzündliche Infektionserkrankung des Darms bzw. Dünndarms. Begleitet wird eine Darmentzündung von den klassischen Beschwerden einer Magen-Darm-Grippe. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmentzündung?

Zunächst sind bei einer Darmentzündung Übelkeit, Erbrechen und Durchfall als Symptome vorhanden. Später kommen noch starke Darmkrämpfe und Bauchschmerzen hinzu.

Verschiedene entzündliche Vorgänge in abweichenden Abschnitten des Darms werden innerhalb des umfassenden und eher allgemeinen Begriffs Darmentzündung in eine Enteritis und eine Kolitis unterteilt. Die Enteritis bezeichnet eine Darmentzündung im Dünndarm, hinter einer Kolitis verbirgt sich die Darmentzündung im Bereich des Dickdarms. Hat sich eine Darmentzündung bereits soweit fortgesetzt, dass der Magen involviert ist, dann ist die medizinische Bezeichnung Gastroenteritis exakt.

Therapeutisch relevante und charakteristische Formen der chronischen Darmentzündung sind die Colitis ulzerosa und die Erkrankung Morbus Crohn. Wie bei vielen anderen Erkrankungen, so kann eine Darmentzündung entweder durch einen akuten und plötzlichen als auch durch krankheitstypische chronische, immer wiederkehrende und lange anhaltende gesundheitliche Einschränkungen gekennzeichnet sein. Darmentzündungen werden in der Regel von typischen Symptomen wie Durchfall, teilweise heftiger Übelkeit und Erbrechen begleitet und können unbehandelt lebensbedrohlich werden.

Ursachen

Zu den speziellen Anzeichen der Darmentzündung, sowohl akut als auch chronisch ist, führen ganz unterschiedliche Ursachen. Klassische Auslöser einer Darmentzündung, die sich ebenfalls zu einer Gastroenteritis ausweiten kann, gehören Mikroben. Diese rufen häufig eine vorübergehende, akute Verlaufsform der Darmentzündung hervor. In diesem Zusammenhang kommen sowohl kranksheitsauslösende Keime wie Viren, verschiedene Bakterienstämme, Parasiten, Pilze und allergene Substanzen in Frage.

Eine Darmentzündung kann ebenfalls sls Folge von Vergiftungen durch das Eindringen von Umwelt- oder anderen künstlichen oder natürlichen Giften auftreten. Als Viren, die zu einer Darmentzündung führen, sind Coxsack-, Rota-, Adeno- und Norwalk- sowie sogar die typischen Grippeviren bekannt.

Innerhalb der verschiedenartigen krankheitserregenden Bakterienstämme sind insbesondere die Salmonellen, die häufig in verdorbenen Lebensmitteln enthalten sind, vorwiegend die Salmonellen vom Typ Enteridis verantwortlich für eine Darmentzündung. Außerdem stellen auch die bekannten Kolibakterien klassische Auslöser dar. Oftmals entsteht eine Darmentzündung in Folge einer Aufnahme von Medikamenten der Klasse Antibiotika, die zu einer Veränderung der natürlichen Bakterienbesiedlung im Darm führen.

Wann zum Arzt?

Mit Hilfe von Schonkost, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und körperlicher Schonung klingt eine Darmentzündung in vielen Fällen innerhalb weniger Tage von selbst ab. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Beschwerden länger anhalten, sich sogar noch verstärken oder weitere Symptome wie Fieber, starke Bauchschmerzen oder blutiger Stuhl hinzukommen. Babys, Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, durch anhaltenden Durchfall einen Flüssigkeitsmangel zu erleiden.

Anzeichen einer beginnenden Austrocknung, die umgehend ärztlich behandelt werden muss, sind anhaltende Müdigkeit, Apathie, Verwirrtheit und Kreislaufstörungen. Unter einer Enteritis leidende Säuglinge sollten sofort zum Kinderarzt gebracht werden, wenn sie das Trinken einstellen oder benommen wirken – auch bei gutem Allgemeinbefinden ist eine Untersuchung nach spätestens ein bis zwei Tagen anhaltendem Durchfall anzuraten.

Eine Darmentzündung, die von starker Übelkeit und wiederholtem Erbrechen begleitet wird, kann auch bei Erwachsenen mit guter Konstitution zu einem Flüssigkeitsmangel führen, der ärztlich behandelt werden muss. Tritt die Enteritis nach einem Aufenthalt in den Tropen auf, sollte durch eine Stuhluntersuchung eine Infektion mit Parasiten wie etwa Amöben oder Lamblien ausgeschlossen werden. Ärztliche Abklärung ist ebenfalls anzuraten bei immungeschwächten Patienten oder immer wiederkehrenden Darmentzündungen, die mit Darmkrämpfen und blutigen oder schleimigen Stuhlbeimengungen einhergehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Darmentzündung:

Eine Darmentzündung (Enteritis) ist an eindeutigen Symptomen zu erkennen. So kommt es in fast allen Fällen zu Durchfall und Übelkeit. Auch Erbrechen, Bauchschmerzen, Darmkrämpfe und Fieber sind häufige Symptome und Beschwerden. Nimmt der Flüssigkeitsverlust im Verlauf der Erkrankung zu, kommt es zu weitreichenden Beschwerden. Der Betroffene wird müde, antriebslos, erleidet Wadenkrämpfe und letztlich einen Kreislaufschock. Wird dann nicht reagiert, führt das zum Tod des Betroffenen.

Darüber hinaus kann eine Darmentzündung viele weitere Beschwerden nach sich ziehen. Betroffene leiden unter starken Schmerzen im kompletten Bauchraum und verspüren unter Umständen ein starkes Jucken im Bereich des Afters. Im schlimmsten Fall entstehen Analfisteln und es kommt zu blutigem Ausfluss. Spätestens dann sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, damit die Krankheit einen positiven Verlauf für den Betroffenen nimmt.

Eine Darmentzündung verläuft nach einer frühzeitigen Diagnose meist positiv. Bei Erwachsenen verschwinden die Symptome nach einigen Tagen vollständig und ohne gesundheitliche Folgen. Bei Kindern dagegen, kann es schnell zu Komplikationen kommen. Eine umfassende Behandlung führt jedoch auch hier zu einem positiven Verlauf ohne gesundheitliche Folgen. Menschen, die bereits unter einem geschwächten Immunsystem leiden, müssen mit starken Komplikationen rechnen. Wird hier nicht frühzeitig reagiert, verläuft die Krankheit im schlimmsten Fall tödlich. Eine frühzeitige Behandlung ist deshalb anzuraten.

Diagnose

Entzündete Darmregion bei Morbus Crohn.

Eine Darmentzündung (Enteritis) ist durch eindeutige Symptome zu erkennen. Die Diagnose ist deshalb meist schon nach dem persönlichen Gespräch mit dem Patienten und der Ermittelung des genauen Krankheitsbildes zu stellen. Dennoch wird im Normalfall eine körperliche Untersuchung durchgeführt, innerhalb welcher der Arzt den Bauchraum des Patienten abtastet. Zudem wird der Blutdruck kontrolliert und eine Stuhlprobe abgenommen. Im Labor kann dann festgestellt werden, ob sich die für die Darmentzündung typischen Erreger im Stuhl befinden.

Darüber hinaus führt der Arzt eine Darmspiegelung durch, um etwaige Darmveränderungen erkennen zu können. Entzündungen lassen sich auf diesem Weg eindeutig feststellen und anderweitige Darmerkrankungen können sicher ausgeschlossen werden. Zuletzt nimmt der behandelnde Arzt eine Gewebeprobe ab, welche ebenfalls in ein Labor gesandt und dort untersucht wird. Steht die Diagnose nicht schon durch die Darmspiegelung fest, bringen die Laborergebnisse nach einigen Tagen Gewissheit über den Gesundheitszustand des Patienten. Danach wird im Regelfall direkt die Behandlung der Beschwerden eingeleitet.

Komplikationen

Komplikationen durch eine Darmentzündung treten in erster Linie bei Babys und Kleinkindern auf. Grund dafür ist ihr hoher Anteil an Körperwasser. Da es bei einer Enteritis zur Entwässerung des Körpers kommt, besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko von Folgeerscheinungen. Die Auswirkungen einer Darmentzündung lassen nicht lange auf sich warten. Schon nach kurzem ausgeprägtem Durchfall treten Kreislaufprobleme und Blutzusammensetzungsstörungen auf. Als typische Anzeichen dieser Komplikationen gelten Müdigkeit sowie ein zunehmender Verlust des Bewusstseins. In solchen Fällen ist rasch ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Hält die Enteritis längere Zeit an, drohen sowohl Kindern als auch erwachsenen Patienten ein Kollaps sowie Nierenbeeinträchtigungen wie eine akute Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Ausgelöst wird diese Folgeerscheinung durch anhaltenden Durchfall und damit verbundenen Flüssigkeitsmangel. Weil sich das Blut des Patienten verdickt, kann es außerdem zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) kommen. Dadurch besteht wiederum die Gefahr, dass der Thrombus in andere Körperstellen geschwemmt wird und dort wichtige Blutgefäße verstopft. Zu den gefährlichsten Komplikationen der Darmentzündung zählt die Blutvergiftung (Sepsis), die mit stark ausgeprägtem Fieber einhergeht. Dabei dringen die auslösenden Keime zu unterschiedlichen Organen vor. Dort entstehen mitunter Abszesse. Durch einige Krankheitserreger wird eine Autoimmunreaktion hervorgerufen. In deren Rahmen geht das Immunsystem fälschlicherweise gegen eigene Körperzellen vor. Davon betroffen sind vorwiegend das Herz, Gelenke, Augen und Haut.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Darmentzündung wird bestimmt vom speziellen Erscheinungsbild der Erkrankung und den Symptomen. Grundsätzlich bilden sowohl die Verabreichung wirksamer und speziell dosierter Medikamente und alltägliche Maßnahmen während der Erkrankung eine ganz entscheidende Rolle, um den Genesungsprozess der Darmentzündung zu fördern. Die letztgenannten Maßnahmen beziehen sich auf eine Erhöhung der Aufnahme elektrolytreicher Flüssigkeiten oral durch das Trinken. Ist dies nicht möglich, erhalten die Patienten eine elektrolyt- und zuckerreiche Infusion.

Zu Hause eignen sich Tees, Suppen und Mineralwasser. Eine teilweise Einstellung der Nahrungsaufnahme sowie eine therapeutisch sinnvolle Diät aus Zwieback, Weißbrot und anderen leichten, magen- und darmschonenden Nahrungsmitteln sowie die Verabreichung von Substanzen, die den Durchfall stillen. Dies kann ebenfalls über eine entsprechende vorübergehende diätetische Ernährungsweise geschehen. Neben diesen mehr oder weniger bekannten, jedoch innerhalb der Therapie der Darmentzündung als äußerst wirkungsvoll anerkannten Kohletabletten gelten auch Bananen, Schwarzer Tee und Bitterschokolade als therapieunterstützend.

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Vorbeugung

Um einer Darmentzündung vorzubeugen, die gerade für Kinder und ältere Menschen lebensgefährlich werden kann, sind die Einhaltung der hygienischen Richtlinien sowohl bei der Zubereitung als auch bei der Aufbewahrung und beim Verzehr der Speisen einzuhalten. Dies ist insbesondere in solchen geografischen Regionen bedeutsam, in denen hohe Außentemperaturen typisch sind, die schnell zum Verderb von Nahrungsmitteln führen.

Einige Lebensmittel sollten in diesem Zusammenhang ganz gemieden werden. Um einer Darmentzündung vorzubeugen, sind Nahrungsmittel wie Eis, rohe Salate, nicht durchgegarte Fisch- und Fleischprodukte und eihaltige Speisen besser zu meiden. Ganz wichtig ist zudem das ausreichende Erhitzen der Speisen, um die Krankheitserreger abzutöten. Dies gilt ebenfalls für Trinkwasser.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011


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