Chronische Nasennebenhöhlenentzündung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 27. September 2018

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung handelt es sich um eine dauerhafte Infektion der Nasennebenhöhlen. Von einer chronischen Sinusitis sprechen Ärzte, wenn die Entzündung länger als acht Wochen andauert. In der Regel geht sie aus einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung hervor, die nicht vollständig ausgeheilt ist oder wiederholt auftritt. In manchen Fällen kann die chronische Form ansteckend sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Chronische Nasennebenhöhlenentzündung?

Dauert die Infektion der Nasennebenhöhlen (Sekretabgang mit gelb-grünlichem Schleim und Eiter) über einen längeren Zeitraum an, dann spricht man von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Unter einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis) wird eine dauerhafte Schleimhautentzündung innerhalb der Nasennebenhöhlen verstanden. Nicht selten geht die akute Form in eine dauerhafte Entzündung über. Zu den verschiedenen Nebenhöhlen des Menschen gehören die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), die Stirnhöhle (Sinus frontalis), die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) sowie das Siebbein-Labyrinth (Sinus ethmoidalis). Jede einzelne Nebenhöhle kann sich entzünden.

Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist die Rede, wenn die Infektion länger als zwei bis drei Monate anhält, was von der jeweiligen Definition abhängt. Da in den meisten Fällen gleichzeitig eine Entzündung der Nasenschleimhaut besteht, sprechen Mediziner zumeist von einer Rhinosinusitis. Die Nasennebenhöhlenentzündung ist relativ weit verbreitet. So leiden vor allem Kinder häufig unter einer Siebbeinentzündung, während sich bei erwachsenen Patienten oft eine Kieferhöhlenentzündung, Keilbeinhöhlenentzündung oder Stirnhöhlenentzündung zeigt. Von einer chronischen Sinusitis sind zumeist die Kieferhöhle oder das Siebbein betroffen.

Ursachen

  Nicht selten geht eine chronische Sinusitis aus der akuten Form hervor. Zu den typischen Auslösern einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung zählt außerdem eine unzureichende Belüftung oder Verengung der Nasennebenhöhlen. Grund dafür sind zumeist anhaltende Störungen des Schleimtransportes innerhalb der Nebenhöhlen.

Als mögliche Urheber kommen unterschiedliche Faktoren in Betracht. So ist nicht selten ein allergischer Schnupfen, der durch eine bestimmte Allergie hervorgerufen wird, für die Infektion verantwortlich. Als weitere häufige Auslöser gelten anatomische Besonderheiten wie Verengungen der Nebenhöhlengänge, eine Vergrößerung der Nasenmuscheln oder eine verbogene Nasenscheidewand. Veränderungen an den Nasennebenhöhlen können aber auch durch Erkrankungen entstehen. Dabei handelt es sich oftmals um Nasenpolypen, Mukoviszidose oder Tumore.

Schließlich trägt auch ein geschwächtes Immunsystem zur Entstehung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung bei. Umstritten ist die Rolle von Krankheitserregern an einer chronischen Sinusitis. So gilt eine Beteiligung von Keimen im Unterschied zur akuten Form als nicht zwingend erforderlich. Falls doch, wird die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen von Bakterien oder Pilzen befallen. Der Befall kann bis in die Kieferhöhle ausstrahlen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind Viren nur sehr selten für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ursächlich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung:

  • Druckgefühl in der Nase

Die Symptome, die bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung auftreten, sind die gleichen, die sich bei der akuten Form zeigen. Allerdings sind sie vergleichsweise schwächer ausgeprägt. Außerdem klingen die Beschwerden nie vollständig ab. Als typische Anzeichen gelten eine behinderte Nasenatmung, wobei meist nur eine Nasenseite davon betroffen ist, sowie ein zähes, eitriges Sekret, das eine gelb-grünliche Färbung aufweist und sowohl aus der Nase als auch aus dem Rachen abfließt.

Darüber hinaus leiden die betroffenen Personen unter einem Druck- und Schwellungsgefühl, beständigem Sekretfluss aus der Nase, Kopfschmerzen und Riechstörungen. Letztere machen sich dadurch bemerkbar, dass der Erkrankte Düfte nicht mehr richtig wahrnehmen kann. Dies geschieht oft, wenn Nasenpolypen vorliegen. Auch der Geschmackssinn ist mitunter gestört. Ferner reagiert der Patient empfindlich auf Infekte, sodass wiederholt Erkrankungen der oberen Atemwege auftreten. Kommt es zu Kurzatmigkeit, Husten und Auswurf, gilt dies als Hinweis, dass die Sinusitis sich auf Bronchien und Lunge ausbreitet.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt sollte bereits bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung zu Rate gezogen werden, wenn die Beschwerden sich nach ein bis zwei Wochen nicht bessern. Gleiches gilt, wenn ein grippaler Infekt schwerer verläuft als sonst oder zusätzlich hohes Fieber auftritt, das lange anhält. Selbst nach Eintritt einer Besserung der Beschwerden können sich die Symptome wieder verschlimmern, was ebenfalls eine ärztliche Abklärung erfordert. Ebenso sollte bei wiederholt auftretenden Entzündungen der Nasennebenhöhlen eine medizinische Untersuchung stattfinden. Als sinnvoll gilt eine Diagnostik durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Diagnose

Zur Diagnose einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden des Patienten. Von außen tastet er die betroffenen Gesichtsbereiche ab. So kommt es in der Regel beim Abklopfen oder leichtem Druck zu einer Verstärkung der Schmerzen, was auch beim Vorbeugen des Oberkörpers geschehen kann.

Weitere Aufschlüsse liefert eine Rhinoskopie mit einem speziellen Endoskop. Dabei untersucht der HNO-Arzt die Nasenhaupthöhle auf Veränderungen der Schleimhaut, Engstellen, Polypen oder Tumore. Das Endoskop wird zu diesem Zweck über die Nasenlöcher oder den Mund eingelassen. Dadurch lässt sich feststellen, aus welcher Nebenhöhle das Sekret austritt.

Sinnvoll können außerdem bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) sein. Vor allem die CT gilt als aussagekräftig. Bei diesem Verfahren werden Schnittbilder angefertigt, mit denen sich Sekretstau, Schwellungen der Schleimhaut sowie das Ausmaß der Sinusitis diagnostizieren lassen. In der Schwangerschaft wird oft eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um Mutter und ungeborenes Kind nicht unnötigerweise der Strahlenbelastung auszusetzen.

Komplikationen

Wird eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung nicht behandelt, drohen mitunter Komplikationen. So besteht das Risiko, dass sich die Infektion akut verschlechtert. Außerdem sind Folgeerkrankungen wie Orbitalphlegmone, eine Meningitis (Hirnhautentzündung) sowie eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) im Bereich des Möglichen.

Behandlung und Therapie

Um die Symptome einer chronischen Sinusitis zu bekämpfen, werden oft abschwellende Nasentropfen verabreicht. Viele Nasensprays enthalten Kortison. So können diese auch Polypen verkleinern. Für eine nachhaltige Linderung ist zumeist eine Therapiedauer von mehreren Monaten erforderlich. Allerdings sind durch das Kortison Nebenwirkungen möglich, wie das Austrocknen oder Reizungen der Nasenschleimhaut.

Leidet der Patient durch die Entzündung unter Schmerzen, lassen sich diese durch entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente lindern. Dazu werden in der Regel Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen verabreicht. Dringen Keime bis in das Knochengewebe vor, gilt die Gabe von Antibiotika als sinnvoll, was jedoch eine längere Behandlung erfordert. Zu den bewährten Präparaten zählen Cephalosporine sowie Amoxicillin/Clavulansäure. Kombiniert mit Steroiden ist durch die Antibiotikagabe sogar der Ersatz einer Operation möglich.

Führt die Anwendung der Medikamente nicht zur Besserung der Beschwerden, kann ein chirurgischer Eingriff Abhilfe schaffen. Dabei lassen sich die Infektionsherde, Polypen sowie überschüssige Schleimhaut aus dem Körper entfernen. In den meisten Fällen führt die Operation zum Erfolg und bewirkt eine dauerhafte Besserung der Nasennebenhöhlenentzündung.

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Aussicht und Prognose

Die Aussichten bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung gelten als weniger positiv als bei der akuten Form. So dauert eine chronische Sinusitis länger an. In manchen Fällen lässt sie sich nur durch eine Operation beheben.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer chronischen Sinusitis kommt, ist es eine konsequente Therapie von Erkältungen notwendig. So geht eine Nasennebenhöhlenentzündung häufig aus einem grippalen Infekt hervor. Als bewährte Präventivmaßnahmen gelten das regelmäßige Spülen der Nase mit einer Nasendusche, die eine lauwarme Kochsalzlösung enthält, Dampfbäder, ein feuchtes Zimmerklima sowie die Zufuhr von reichlich Flüssigkeit.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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