Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. November 2015
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Der Zwerchfelldurchbruch (Hiathushernie) ist eine besondere Form der Hernie (Eingeweidebruch). Bei ihm stülpen sich Teile des Magens durch ein Loch im Zwerchfell in den Brustraum. Die meisten Zwerchfelldurchbrüche führen zu keinen Beschwerden und müssen nicht behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie)?

Der Zwerchfelldurchbruch (Hiathushernie) besteht dann, wenn Teile des Magens in den Brustraum gelangt sind.

Etwa 90 Prozent aller Zwerchfelldurchbrüche bleiben – da sie frei von Symptomen sind – unbemerkt und damit unbehandelt. Im gesunden Körper trennt das Zwerchfell den Magen und den Brustraum voneinander.

Die Speiseröhre gelangt durch einen schmalen Spalt im Zwerchfell in den Magen. Ist dieser Spalt erweitert, können Teile des Magens durch ihn heraustreten – eine Hiathushernie ist entstanden.

Eine Hiathushernie entsteht meist nur bei älteren Menschen. Beschwerden treten nur dann auf, wenn die veränderte Lage des Mageneingangs dazu führt, dass der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr voll funktionsfähig ist und so Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt.

Eine lebensbedrohliche Situation kann entstehen, wenn sich das Magengewölbe neben der Speiseröhre in den Brustraum schiebt (paraösophageale Hernie). Diese schwere Form der Hernie wird immer mittels einer Operation behoben.

Ursachen

Warum es zu einem Zwerchfelldurchbruch kommt, ist nicht genau bekannt. Da eine Hiathushernie aber zumeist bei älteren Menschen vorkommt, wird davon ausgegangen, dass altersbedingte Verschleißerscheinungen zu einer Schwächung des Bindegewebes rund um den Mageneingang führen, und damit die Entstehung eines Zwerchfelldurchbruchs begünstigen.

Wer generell unter einer Bindegewebsschwäche leidet, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Durchbruch des Zwerchfells erleiden als jemand, der über ein gutes Bindegewebe verfügt.

In allen Fällen kommt es aber immer dann zu einem Zwerchfelldurchbruch, wenn der Druck auf das Zwerchfell zu groß wird. Übergewicht oder auch eine Schwangerschaft kann diesen verstärkten Druck auslösen.

Symptome und Verlauf

Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) bleibt in den allermeisten Fällen unbemerkt, da sie kaum Beschwerden verursacht. Besonders die Gleithernie wird meist nur zufällig entdeckt, etwa bei einer Magenspiegelung. Der Hiathushernie wird daher allenfalls ein geringer Krankheitswert zugestanden. Wenige Patienten klagen allerdings über Symptome wie Schluckbeschwerden, Luftaufstoßen und Sodbrennen.

Auch die weitaus gefährlichere Paraösophageale Hernie verläuft zunächst beschwerdefrei. In einem späteren Stadium kann diese seltene Form des Zwerchfelldurchbruchs lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Zu den Komplikationen zählen etwa die Ausbildung eines Magengeschwürs, ein Durchbruch der Magenwand, Blutungen oder das Einklemmen des Magens. Heftige Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme oder starke Schmerzen im Oberbauch sind die Folge.

Diagnose

Eine Hiathushernie wird entweder durch eine Röntgenaufnahme oder durch eine Endoskopie diagnostiziert. Wird der Patient geröntgt, so wird ihm zunächst ein Kontrastmittel verabreicht. Anschließend wird eine Aufnahme des Oberbauchs gemacht. Damit sich das Kontrastmittel gut im Magen verteilt, wird die Aufnahme kopfüber gemacht. Die Bauchmuskulatur ist angespannt. Bei der Endoskopie (Spiegelung) wird ein dünnes flexibles Rohr mit einer Kamera über den Mund in den Verdauungstrakt eingeführt. Der Arzt kann Speiseröhre und Magen direkt betrachten. Auf Wunsch bekommt der Patient vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel.

Behandlung und Therapie

In der Regel wird ein Zwerchfellbruch nicht behandelt. Treten Beschwerden auf – etwa Sodbrennen oder Luftaufstoßen - können diese mit den dafür typischen Medikamenten behandelt werden. Begleitend sollte bei Vorliegen eines Zwerchfelldurchbruchs eine Gewichtsreduktion vorgenommen werden. Außerdem sollte der Patient nur kleine Portionen essen und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen essen.

Wer sehr stark unter den Symptomen leidet, kann Protonenpumpenhemmer einnehmen. Protonenpumpenhemmer vermindern die Säureproduktion im Magen. Möglich ist es auch, Medikamente einzunehmen, die den Magen-Darm-Trakt anregen (z.B. Metoclopramid oder Domperidon). Kommt es in der Folge zu einer Entzündung der Speiseröhre – das ist meist dann der Fall, wenn beständig Magensaft zurückfließt – folgt eine Operation. Der ausgetretene Magenteil wird zurückgeführt und der vormals vergrößerte Spalt verkleinert.

Die Operation erfolgt laparoskopisch, also ohne Öffnung des Bauchraums. Es werden lediglich fünf kleinere Schnitte gesetzt, durch die die Operationswerkzeuge eingeführt werden. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Liegt eine Paraösophageale Hernie vor, wird diese stets operativ entfernt. Bei dieser Operation werden ebenfalls die ausgetretenen Magenteile zurückgeführt. Zusätzlich wird der Magen an der vorderen Bauchwand vernäht, um ein späteres Wiederaustreten zu verhindern.

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Vorbeugung

Einer Hiathushernie kann man nicht vorbeugen. Betroffene können nur dem Auftreten der Symptome einige Maßnahmen entgegen setzen und diese zuvor mit dem Arzt beschrechen.

Dazu gehört bei übergewichtigen Patienten in erster Linie die Reduktion des Gewichts. Insbesondere eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann in diesem Zusammenhang sehr wichtig sein.

Es sollten möglichst kleine Mahlzeiten eingenommen werden und auf das Rauchen und auf Alkohol verzichtet werden. Außerdem sollte vor dem Schlafengehen nicht gegessen werden.

Ebenfalls wird ein massiver Druck auf das Zwerchfell vermieden, wenn mit hochgelagertem Kopf in Rechtsseitenlage geschlafen wird.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jule kommentierte am 23.11.2015 um 21:10 Uhr

Ich leide seit einer Gallen-OP 1995 unter einem Zwerchfell-Hochstand. Damit konnte ich nichts anfangen, bis letztes Jahr ein Zwerchfell-Bruch diagnostiziert wurde. Nun habe ich seit 2 Wochen starke Schmerzen im Oberbauch, ständiges Völlegefühl und Aufstoßen. Nehme 2 1 Pantropazol 40 mg, aber richtig weg sind die Schmerzen nicht. Heilerde hab ich auf Anraten eines Bekannten auch eingenommen, obwohl es eklig schmeckt.

S.schwerdt kommentierte am 20.06.2016 um 17:37 Uhr

Habe erst heute erfahren das ich Hiatushernie habe. Ich war ganz schön baff. Ich wäre für jeden Hinweis dankbar. Danke im voraus! Ich bin erst 55 Jahre alt.