Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. September 2015
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Die Speiseröhrenentzündung, in der medizinischen Fachsprache auch als Ösophagitis bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der Teile der Schleimhaut der menschlichen Speiseröhre entzündet sind. Die Ursachen für eine Ösophagitis sind vielfältig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)?

Bei der Speiseröhrenentzündung handelt es sich oft um die Folge von Sodbrennen. Dabei kommt es durch die Schwäche des Muskels am Mageneingang zum Zurücklaufen der Magensäure in die Speiseröhre. Die Speiseröhrenentzündung kann akut oder chronisch auftreten und verschiedene Abschnitte der Speiseröhre betreffen.

Meistens ist jedoch das untere Drittel der Speiseröhre betroffen, wo diese mit dem Magen verbunden ist. Ältere Menschen sind von einer Speiseröhrenentzündung deutlich häufiger betroffen als junge Menschen.

Ursachen

Ursachen für eine Entzündung der Speiseröhre gibt es zahlreiche. Am häufigsten gilt jedoch die sogenannte Refluxkrankheit als Auslöser, bei welcher saurer Mageninhalt ungehindert vom Magen zurück in die Speiseröhre fließt.

Auch ein Bruch des Zwerchfells kommt als Ursache für eine Entzündung der Speiseröhre in Frage. Dadurch wird die Schließkraft des Speiseröhren-Schließmuskels verringert und saurer Mageninhalt kann - ähnlich wie bei der Refluxkrankheit - ungehindert zurück in die Speiseröhre fließen.

Die Funktion des unteren Schließmuskels der Speiseröhre kann jedoch nicht nur durch einen Bruch des Zwerchfells beeinträchtigt sein, auch in hohem Alter nimmt die Funktion des Muskels stetig ab. Bestimmte Medikamente oder auch Entzündungen können die Funktion des Muskels ebenfalls beeinträchtigen.

Auch wenn die Muskeln der Speiseröhre nicht mehr richtig arbeiten (bei der Speiseröhre handelt es sich um ein mit Muskeln gefülltes Hohlorgan), kann Magensaft zurück in die Speiseröhre fließen und so eine Speiseröhrenentzündung verursachen. Auch die Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre wird in diesem Fall beeinträchtigt und nicht nur Magensäfte, sondern auch Speisenbrei gelangt zurück in die Speiseröhre. Das Zurückfließen von Magensäure ist deshalb so gefährlich, weil diese die Schleimhaut der Speiseröhre stark reizen und so eine Entzündung auslösen können.

Symptome und Verlauf

Speiseröhrenentzündung:Der Rückfluss von Magenbrei und Magensäure in die Speiseröhre reizt die Speiseröhrenschleimhaut und führt zu den typisch brennenden Schmerzen (Sodbrennen).

Sodbrennen und saures Aufstoßen sind die häufigsten Symptome einer Speiseröhrenentzündung. Einige Patienten klagen zudem über Schmerzen, die hauptsächlich hinter dem Brustbein auftreten. Diese Beschwerden sind in der Nacht besonders stark und auch nach einem schweren beziehungsweise fetten Essen verschlimmern sich die Symptome. Gleiches gilt für stark kohlensäurehaltige Getränke. Steigt der Druck auf den Bauchraum, etwa beim Niesen oder Heben schwerer Lasten, nehmen die Beschwerden ebenfalls zu.

Wie sieht nun aber der Verlauf einer Speiseröhrenentzündung aus? Mit der richtigen und vor allem rechtzeitigen Behandlung vergehen die Symptome meist bereits nach einigen Tagen wieder. Bei einigen Patienten jedoch kann eine Entzündung der Speiseröhre sogar zu Asthma führen. Dies ist meist dann der Fall, wenn Magensaft in die Atemwege gelangt.

Diagnose

Anhand der Schilderung der Krankengeschichte des Patienten kann der Arzt die Speiseröhrenentzündung in der Regel eindeutig diagnostizieren. Ist er sich jedoch nicht zu 100 Prozent sicher, wird meist noch eine Magenspiegelung durchgeführt. Bei dieser kann der Arzt Veränderungen an der Speiseröhre meist sofort erkennen. Sind während der Magenspiegelung keine Veränderungen an der Speiseröhre erkennbar, liegt allerdings der Verdacht auf eine Speiseröhrenentzündung vor. Zudem kann der Arzt eine Säuremessung der Speiseröhre durchführen. Die Messsonde wird dabei durch Nase und Rachen in die Speiseröhre geschoben und verbleibt hier für etwa 24 Stunden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: K20 Ösophagitis) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Speiseröhrenentzündung richtet sich danach, in welcher Schwere die Erkrankung auftritt. In erster Linie wird versucht, die Ernährung des Patienten umzustellen. Auf hochprozentigen Alkohol sollte man während einer Speiseröhrenentzündung ebenso verzichten wie auf zu fette Speisen.

Sehr kohlensäurehaltige Getränke und saure Fruchtsäfte sollten ebenfalls vom Speiseplan gestrichen werden. Zudem ist es günstiger, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten statt ein oder zwei großer zu sich zu nehmen. Die letzte Mahlzeit am Abend sollte mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen verzehrt werden.

Wenn diese Änderungen der Essgewohnheiten nicht erfolgreich sind, wird der Arzt vermutlich Medikamente verschreiben, welche die Magensäure neutralisieren oder die Bildung von Magensäure verringern.

Helfen auch Medikamente nicht, bleibt als letzte Möglichkeit nur eine Operation. Hier gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten - alle zum Ziel haben jedoch, den unteren Teil der Speiseröhre einzuengen, so dass Magensaft nicht mehr unkontrolliert in diese zurückfließen kann.

Die am häufigsten angewandte Operationsmethode ist dabei die sogenannte Fundoplikation. Bei dieser wird eine Manschette um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt und so bewirkt, dass der Schließmechanismus wieder einwandfrei funktioniert. Bei immerhin 80 bis 90 Prozent der Patienten ist diese Operation erfolgreich.

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Vorbeugung

Einer Speiseröhrenentzündung kann vor allem durch die richtige Ernährung vorgebeugt werden. Dabei sollte lieber Obst und Gemüse anstatt Fettiges zu sich verzehrt werden. Auch empfiehlt es sich, während des Schlafens eine leicht erhöhte Position einzunehmen, da dann der Magensaft nicht so einfach in die Speiseröhre zurückfließen kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Günter kommentierte am 09.09.2014 um 09:28 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, ich leide seit einigen Jahren zeitweilig an Sodbrennen mit unterschiedlicher Intensität. Aufgrund ärztlichen Rates nehme ich mehr oder weniger regelmäßig ESOMEPRAZOL ein, das nach meiner Erfahrung prophylaktisch von Bedeutung ist. Wie bekannt - und auch anhand eigener Erfahrung von mir festgestellt - ist das Auftreten bzw. das Ausbleiben von Sodbrennen weitgehend von der persönlichen Verhaltens- bzw. Lebensweise abhängig. Meine Frage ist nun, welche Maßnahmen ich unmittelbar nach dem Abklingen der Beschwerden
ergreifen kann, bzw. welche Mittel ich anwenden kann, damit sich daraus kein schwerwiegenderes Krankheitsbild entwickelt. Also Etwas, das eine möglichst schnelle und umfassende Rückbildung der Entzündung sichert. Ich habe vor einiger Zeit von der Möglichkeit der Einnahme einer Flüssigkeit gehört, die sich gewissermaßen wie ein Säureschutzfilm auf die gefährdeten Bereiche der Speiseröhre und des Rachenraums legt. Für diesbezüglich hilfreiche Hinweise wäre ich Ihnen dankbar. Besten Dank für Ihre Bemühungen! Mit freundlichen Grüßen, Günter