Wirbelsäule

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Juni 2015
Gesundpedia.deAnatomie Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist die zentrale knöcherne Achse des menschlichen Körpers und besteht aus Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie Kreuz- und Steißbein. Sie ist wichtig für die aufrechte Haltung, eine Vielzahl von Bewegungen, als Ansatz für Knochen, Sehnen und Muskeln und als Schutz für das Rückenmark. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Beschwerden durch Fehlhaltungen, Bandscheibenprobleme und degenerative Prozesse.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Wirbelsäule (lateinisch „Columna vertebralis“ = „Säule der Wirbel“) ist das wichtigste Element im Stütz- und Bewegungssystems des Körpers. Sie erstreckt sich vom Halsbereich bis hinunter zum Steißbein. Da sie – bedingt durch den aufrechten Gang des Menschen – nach unten immer mehr Körpergewicht zu tragen hat, ist sie im Lendenwirbelbereich besonders breit angelegt. Auch die natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule helfen, das Gewicht und eintreffende Stöße abzufedern.

Anatomie

Die Wirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln, zwölf Brustwirbeln und fünf Lendenwirbeln sowie Kreuz- und Steißbein. Mit Ausnahme der Verbindung von erstem und zweiten Halswirbel ist – bis hinunter zum Übergang des letzten Lendenwirbels zum Kreuzbein – zwischen je zwei Wirbeln eine Bandscheibe zu finden. Sie besteht aus einem faserknorpeligen Ring als Hülle und einem verschieblichen, weichen Gallertkern in ihrem Inneren.

Sie verhindert den Verschleiß durch ungeschützten Kontakt der knöchernen Strukturen miteinander, übt also eine Pufferfunktion aus. Zudem hat sie einen hohen Anteil an der Beweglichkeit der Wirbelsäule, die durch gebeugt, gestreckt, gedreht und zur Seite geneigt werden kann. Die einzelnen Wirbel haben Dorn- und Querfortsätze, die als Ansatzstellen für Muskeln fungieren. Die Dornfortsätze sind die markanten Punkte, die wir am Rücken sehen und tasten können.

Zudem besitzen die Wirbel ein Wirbelloch: Übereinander gesetzt ergeben die einzelnen Löcher den Wirbelkanal. Hier liegt das Rückenmark, dessen Nerven die verschiedenen Abschnitte des Körpers versorgen. Über die kleinen Wirbelgelenke stehen auch die einzelnen Wirbel miteinander in einer beweglichen Verbindung.

Die Wirbelsäule verfügt über einen umfangreichen Bandapparat und ist zudem durch das System der Rumpfmuskulatur fest verspannt. Dies dient zum einen ihrer Beweglichkeit, zum anderen jedoch als Schutz vor Verletzungen und den Folgen von Instabilität.

Funktion

Die deutlich sichtbare Funktion der Wirbelsäule ist es, dem Körper seine aufrechte Haltung zu verleihen. Mittig im Körperinneren gelegen ist sie die zentrale Achse, an der die verschiedenen Elemente des Stütz- und Bewegungssystems ansetzen. Sie trägt das Becken und den Schultergürtel mit den jeweiligen Extremitäten der Beine und Arme.

Stoßbelastungen, zum Beispiel beim Springen und Landen, puffert sie mithilfe der Bandscheiben, aber auch durch die sogenannte doppelte S-Form ab: Hals- und Lendenwirbelsäule sind nach vorne, zum Bauch hin gekrümmt (Lordose), Brustwirbelsäule und Kreuzbein nach hinten (Kyphose). Durch ihre Beweglichkeit, die der Summe der Beweglichkeit der einzelnen Wirbel zueinander entspricht, ist die Wirbelsäule an einer Vielzahl von Bewegungen des Beugens, Streckens, Drehens und Neigens beteiligt.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Wirbelsäule ist der Schutz des im Wirbelkanal verlaufenden Rückenmarks. Dies wird nicht nur durch die knöcherne Ummantelung geleistet, sondern indirekt auch über die Bandscheiben und eine gut funktionierende Muskulatur beziehungsweise eine korrekte Haltung: Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Wirbel möglichst gerade übereinander stehen und den Spinalnerv an seiner Austrittsstelle nicht einklemmen.

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Erkrankungen der Wirbelsäule

Eine Vielzahl von Erkrankungen und Schmerzzuständen im Bereich von Wirbelsäule beziehungsweise Rücken wird durch Bandscheibenprobleme verursacht. Bei der Vorwölbung (Protusio) verlässt die Zwischenwirbelscheibe durch ungünstige Haltungen und Belastungen bereits die natürlichen Grenzen, beim Vorfall (Prolaps) fällt der gesamte Kern vor – in ungünstigen Fällen in den Bereich der Nervenwurzel.

Dies kann zu teils massiven Schmerzzuständen, Empfindungsstörungen („Kribbeln“), Taubheitsgefühlen oder sogar Lähmungen führen. Ein ernsthafte Komplikation, die in der Regel eine Operation erfordert, ist der Verlust über die Kontrolle von Blasen – und Darmentleerung.

Mit dem Alter häufen sich entzündliche und degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule. Wie bei anderen gelenkigen Strukturen auch können sich zum Beispiel Rheuma und Arthrose ausbilden. Typisch für die Wirbelsäule ist die sogenannte Osteochondrose – ein Verschleiß von Wirbelkörpern und der zwischen ihnen befindlichen Bandscheibe.

Einige Wirbelsäulenerkrankungen sind durch Fehlhaltungen erworben oder bereits im Kindesalter vorhanden. Eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule wird als Skoliose bezeichnet. Mit einem Rundrücken als charakteristischem Bild manifestiert sich häufig der Morbus Scheuermann: Bei dieser Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die in der Regel Jugendliche betrifft, bildet sich im oberen Rücken eine ausgeprägte Kyphose heraus, die durch eine Degeneration der Wirbelkörper im Bereich ihrer vorderen Kanten ausgelöst und durch eine schlechte, nach vorne gebeugte Sitzhaltung noch verstärkt wird.

Vor allem durch Unfälle oder Sportverletzungen können auch Brüche im Bereich der Wirbelsäule auftreten, die – bei irreversiblen Schädigung der empfindlichen Nerven – auch zu einer Querschnittslähmung führen können.

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