Weisheitszahn Schmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2017
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Unter dem Begriff Weisheitszahn Schmerzen verstehen Mediziner Schmerzen und Beschwerden, die vom noch verborgenen oder durchbrechenden Weisheitszahn ausgehen. Oftmals ist das operative Entfernen des betreffenden Zahnes die einzige Therapiemöglichkeit.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen am Weisheitszahn?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Wenn es im Ober- oder Unterkiefer zu einem Druck oder starken Schmerzen kommt, können dafür die Weisheitszähne verantwortlich sein. Diese dritten Backenzähne sind zunächst unsichtbar im hinteren Kiefer verborgen und brechen ab einem Alter von ungefähr sechzehn Jahren durch. Sie erfüllen keine direkte Funktion und werden von Experten als Relikt aus der menschlichen Vergangenheit betrachtet.

Bei vielen Menschen kommt es beim Durchbrechen der Zähne zu Schmerzen oder einem unangenehmen Druckgefühl und einem Pochen im Kieferbereich. Der Fachbegriff dafür lautet Perikoronitis (Durchbruchsbeschwerden). Die Ursachen für Weisheitszahn Schmerzen sind vielfältig und bedürfen in den meisten Fällen einer zahnärztlichen Behandlung. Bereiten Weisheitszähne dauerhafte Schwierigkeiten und ist die Mundgesundheit anders nicht wiederherzustellen, ist ein operativer Eingriff anzuraten.

Die Röntgenaufnahme zeigt alle vier Weisheitszähne. Die unteren Weisheitszähne wachsen nicht korrekt und drücken gegen die anderen Zähne. Das verursacht starke Schmerzen.

Ursachen

Die hauptsächliche Ursache für Weisheitszahn Schmerzen liegt in der Tatsache, dass die Kiefer der meisten Menschen nicht genug Platz für die zusätzlichen Zähne bieten können. Dies ist besonders im Unterkiefer häufig der Fall. Aus diesem Grund kommt es beim Durchbrechen zu Beschwerden. Dabei können auch die umliegenden Nachbarzähne beschädigt oder in ihrer Position zu ihrem Nachteil verändert werden.

Bricht der Weisheitszahn nicht vollständig durch, sondern bleibt teilweise von Schleimhaut bedeckt, begünstigt dies die Entstehung von Infektionen. Diese rufen ein unangenehmes Pochen oder auch Schmerzen vor allem beim Kauen hervor. In diesem Fall sprechen Experten von einer „Kapuze“ oder im Fachjargon auch von einem Dentitio difficilis. Nicht selten ist der Zahn beim Durchbrechen oder sogar vorher bereits geschädigt, beispielsweise durch eine Karieserkrankung, die in der Folge vor allem beim Essen, später auch ohne zusätzliche Reize Schmerzen verursacht.

Auch eine Schädigung der Zahnwurzel kommt verhältnismäßig häufig vor. Wie bei den anderen Zähnen auch können sich auch am Weisheitszahn bzw. an der Wurzel desselben Zysten bilden. Symptome für eine Zyste sind Druckschmerz, ein pochendes Gefühl in der Wange sowie später auch Fieber und geschwollene Lymphknoten.

Wann zum Arzt?

Bei Schmerzen an den Weisheitszähnen sollte schnellst möglich ein Arzt aufgesucht werden. Zahnschmerzen gelten als die intensivsten, die Menschen erleben können. In den meisten Fällen haben sie darüber hinaus einen progressiven Verlauf und nehmen über die kommenden Stunden oder Tage kontinuierlich zu. Ein Arzt ist aufzusuchen, wenn der Betroffene wahrnimmt, dass ein Weisheitszahn auf den vor ihm liegenden Zahn drückt. Es drohen Zahnverschiebungen, die behandelt werden müssen.

Ziehen die Weisheitszahnschmerzen in den Kiefer, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Um mögliche Kieferverschiebungen vorzubeugen, muss ein Arzt über bildgebende Verfahren feststellen, welche Probleme vorliegen. Treten Schluckprobleme auf oder leidet der Betroffene an einer Beeinträchtigung des Hörens, muss ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kopfschmerzen oder einem Druck hinter den Augen, sind ebenfalls weitere medizinische Untersuchungen notwendig. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist grundsätzlich mit einem Arzt zu besprechen. Für die Linderung von Zahnschmerzen werden in den meisten Fällen andere Präparate als die rezeptfreien Arzneien benötigt.

Treten die Schmerzen beim Kauen oder der Nahrungsmittelzufuhr auf, sollte die Ursache für die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Entzündungen, Beschädigungen der Zahnwurzel oder andere Zahnerkrankungen können vorliegen, die behandelt werden müssen. Breiten sich die Weisheitszahnschmerzen im Mund aus, ist ein Arztbesuch unvermeidlich.

Diagnose und Verlauf

Weisheitszahn Schmerzen können oftmals bereits vom Betroffenen selbst diagnostiziert werden. Kommt es zu einem Druckgefühl und ausstrahlenden Schmerzen, die vom hinteren Ober- oder Unterkiefer ausgehen, ist die Ursache schnell erkannt. Wird im Mund vorsichtig mit dem Finger getastet, lässt sich die auslösende Stelle exakt und einfach bestimmen. Der behandelnde Zahnarzt kann die Diagnose durch eine Sichtung des betreffenden Zahns sowie durch eine Röntgenaufnahme stellen.

Auf diese Weise kann er zuverlässig erkennen, ob der Weisheitszahn beschädigt ist und inwiefern er die Nachbarzähne beeinträchtigt. Kommt es im Rahmen der durch den Zahn verursachten Beschwerden nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu Fieber, Schüttelfrost und EiterEiterbildung, kann der gesamte Organismus durch die Infektion beeinträchtigt werden. Bleibt die Ursache für die Beschwerden unbehandelt, verstärken sich die Schmerzen, was die Lebensqualität des Betroffenen deutlich einschränken kann. Besonders die Nahrungsaufnahme kann große Probleme bereiten. Auch ernstere Auswirkungen auf die Mundgesundheit und ganzen Körper des Patienten können nicht ausgeschlossen werden.

Komplikationen

Schmerzen an den Weisheitszähnen sind sehr unangenehm und können die Nahrungsaufnahme stark einschränken. In der Regel drücken die Weisheitszähne auch gegen die anliegenden gesunden Zähne und können diese verschieben, sodass es hier neben den Schmerzen auch zu einer falschen Position der gesunden Zähne kommt. Dies verringert vor allem die Ästhetik im Mundraum und kann das Selbstwertgefühl des Betroffenen verringern. In den meisten Fällen können die Weisheitszähne einfach entfernt werden. Die Behandlung geschieht entweder unter Vollnarkose oder durch eine örtliche Betäubung und führt zu keinen weiteren Komplikationen. Nach der Operation sind die Backen stark angeschwollen und schmerzen, allerdings verschwinden diese Symptome nach einigen Tagen wieder. Während dieser Zeit ist es für den Patienten normalerweise nicht möglich, gewöhnlich zu essen und zu trinken. Bei der Heilung der Wunde treten nur sehnte Komplikationen und Beschwerden auf, diese verläuft meistens ohne Probleme. Damit es zu keinen Folgeschäden und Misspositionen der Zähne kommt, sollte dieser Eingriff so früh wie möglich durchgeführt werden.

Behandlung und Therapie

Hat der behandelnde Zahnarzt eine Diagnose gestellt und eindeutig einen Weisheitszahn als Ursache für die Beschwerden identifiziert, kann er eine entsprechende Behandlung einleiten. Wie diese ausfällt, hängt davon ab, inwiefern der Weisheitszahn bereits geschädigt ist. Weist er eine leichte bis mittelschwere Karieserkrankung auf, kann die Karies durch den Mediziner entfernt und das entstandene Loch mit einer geeigneten Füllung aufgefüllt werden.

Ist die Karies sehr weit fortgeschritten, kann der Zahn unter Umständen nicht erhalten werden. Eine Erkrankung der Zahnwurzel ist bei Weisheitszähnen aufgrund ihrer Lage schwer behandelbar, denn die notwendige Wurzelbehandlung kann so weit hinten in der Mundhöhle meist nicht durchgeführt werden. In beiden Fällen muss der betroffene Zahn entfernt werden. Dies gilt auch, wenn der Kiefer zu wenig Platz für den hervorbrechenden Weisheitszahn bietet.

Eine andere Therapiemöglichkeit gibt es nicht, da der Zahn aufgrund des Platzmangels immer für Schmerzen und Beschwerden sorgen würde. Ist er noch teilweise von Schleimhaut bedeckt, muss diese zunächst aufgeschnitten und der Zahn befreit werden. Auch noch komplett verborgene Weisheitszähne können so herausoperiert werden, sobald sie beginnen, Probleme zu verursachen. Für diese operative Behandlung ist ein Oralchirurg zuständig.



Vorbeugung

Da Weisheitszahn Schmerzen oftmals durch einen Platzmangel im Ober- oder Unterkiefer entstehen, ist eine Vorbeugung nur schwer möglich. Regelmäßige Kontrollen durch den behandelnden Zahnarzt können aber dabei helfen, potenzielle Risikozähne frühzeitig zu entdecken. So kann bei beginnenden Beschwerden schnell eingegriffen werden.

Auch eine angemessene Pflege und Reinigung der Zähne und der Mundhöhle kann dazu beitragen, eventuelle Karieserkrankungen der Weisheitszähne zu verhindern und so Schmerzen zu vermeiden. Treten Beschwerden in Zusammenhang mit den Weisheitszähnen auf, ist es ratsam, zeitnah einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Bücher über Zahnschmerzen

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hellwege, K.D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2003
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)

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