Weiße Zunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Dezember 2014
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Eine weiße Zunge ist für gewöhnlich harmlos und verschwindet bei der täglichen Mundhygiene oder wird durch Nahrungsaufnahme einfach wieder abgerieben. In einigen Fällen kann eine weiße Zunge jedoch auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine weiße Zunge?

Die Zunge ist ein großer Muskel in unserem Mund, der für das Schmecken verantwortlich ist. Vor allem Nahrungsmittelreste sorgen immer wieder dafür, dass unsere Zunge weiß wird. Dazu kommen abgestorbene Zellen und (meist) harmlose Keime, die auf der Zunge hängen bleiben.

Eine weiße Zunge tritt bei jedem Menschen hin und wieder auf. Dabei handelt es sich normalerweise um gewöhnliche Zungenbeläge vorwiegend aus Nahrungsresten. Bei Menschen, die sich eine Zeit lang, zum Beispiel im Rahmen einer Fastenkur, hauptsächlich flüssig ernähren, kann eine weiße Zunge durch fehlenden Abrieb bei der Nahrungsmittelaufnahme entstehen. Zungenbeläge können verschiedene Farben haben, je nach ursächlicher Erkrankung oder aufgenommenen Lebensmitteln.

Die Ursache ist jedoch meistens harmlos, kann allerdings ein Hinweis auf mangelnde Mundhygiene sein und zudem Mundgeruch verursachen. Hält sich der Belag auf der Zunge jedoch über einen längeren Zeitraum oder geht mit Schmerzen einher, so ist unbedingt zu einem Arztbesuch zu raten.

Ursachen

Die Ursachen für eine weiße Zunge können sehr unterschiedlich sein. Zunächst kommen natürlich Lebensmittel infrage, die der Zunge die helle Färbung verleihen. Doch auch verschiedene Krankheiten können die Farbveränderung bewirken. Einige dieser Krankheiten machen sich zudem durch ein Brennen bzw. ein unangenehmes oder schmerzhaftes Gefühl auf der Zunge bemerkbar.

Eine mögliche Ursache sind Pilzinfektionen im Mund. Diese heißen in der Fachsprache Soor. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um eigentlich harmlose Pilze, die ohnehin auf unserer Haut vorkommen. Bei Patienten mit schwachem Immunsystem, bei Schwangeren oder Patienten, die kürzlich mit Antibiotika behandelt wurden, können sich diese Pilze jedoch rasant ausbreiten. Das kann unter anderem auch im Mund geschehen.

Weiterhin können unterschiedliche Infekte (zum Beispiel Erkältungen), vor allem wenn diese mit Fieber einhergehen, die weiße Zunge verursachen. Auch Magenprobleme, wie etwa eine Entzündung der Magenschleimhaut, können für die Farbveränderung der Zunge infrage kommen. Bestimmte Bakterien im Mundraum können ebenfalls zu einer weißlichen Verfärbung der Zunge führen.

Sind die weißen Beläge auf der Zunge besonders fest, kann dies ein Hinweis auf die vermehrte Produktion von Hornzellen in den Schleimhäuten sein. Dies kann ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Allerdings ist besonders der Zungenkrebs sehr selten und wird meistens durch den Konsum von Tabak und Alkohol hervorgerufen, sodass sich auch feste Belege häufig als harmlos herausstellen. Ein Arztbesuch ist jedoch auf jeden Fall wichtig.

Eine Blutarmut aufgrund von Eisenmangel kann eine weitere Ursache für eine weiße Zunge sein. Dabei erscheinen jedoch die ganze Zunge und andere Schleimhäute sehr blass. Die Krankheit Typhus kann ebenfalls eine weißliche Verfärbung der Zunge auslösen. Die weiße Zunge ist in diesem Fall durch rote Bezirke gespickt. Als letzte Ursache für eine weiße Zunge kommt die sexuelle übertragbare Krankheit Syphilis infrage.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Was genau die Ursache für eine weiße Zunge ist, kann ein Arzt durch verschiedene Untersuchungen klären. Wichtig sind dazu einerseits die Essgewohnheiten und die Mundhygiene eines Patienten, andererseits wird die Vorgeschichte es Patienten (zum Beispiel weitere Beschwerden, die vermeintlich mit der verfärbten Zunge nichts zu tun haben) abgeklärt.

Bei Problemen, die von den Zähnen ausgehen, kann der Zahnarzt weiterhelfen. Der Hausarzt wird die Zunge und die Mundschleimhäute genauer untersuchen. Zudem kann ein Abstrich vom Zungenbelag gemacht werden. Der Belag wird dann im Labor untersucht, dabei kann zum Beispiel eine Pilzinfektion oder ein Problem mit Bakterien schnell erkannt und behandelt werden.

Zur Diagnostik der weißen Zunge sind manchmal auch noch weitere Untersuchungen nötig. Je nachdem, was der Arzt als Ursache vermutet, kann dies zum Beispiel eine Magenspiegelung sein, um eventuelle Magenprobleme finden zu können. Eine andere Möglichkeit ist eine Blutentnahme, bei der auf weitere Krankheiten, die die Ursache für den weißen Zungenbelag sein können, untersucht werden kann.

Behandlung

Die Behandlung der weißen Zunge erfolgt ganz individuell, je nachdem, wo die Ursache für die Verfärbung liegt. Bei vielen Problemen kann der Zahnarzt weiterhelfen. Liegt die Ursache in den Zähnen, wird er eine entsprechende Behandlung vornehmen. Auch bei mangelnder oder fehlerhafter Mundhygiene wird er passende Ratschläge geben können.

Bei bakteriellen Infektionen im Mundraum wird meist mit der Gabe von Antibiotika oder antibiotischen Mundspülungen behandelt. Liegt eine Pilzinfektion im Mundraum vor, kommen sogenannte Antimykotika zum Einsatz. Das sind Medikamente, die die Pilze abtöten.

Liegt eine ernsthaftere Erkrankung zugrunde, erfolgt eine individuelle Behandlung. Eine Syphilis kann ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Bei anderen Erkrankungen entscheidet der Arzt über die weitere Behandlung je nach Art der Grunderkrankung. Da eine weiße Zunge in den meisten Fällen jedoch völlig harmlos ist, erfolgt überhaupt keine weitere Behandlung.

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Vorbeugung

Vorbeugen kann man einer weißen Zunge in den meisten Fällen durch ganz einfache Hinweise, nicht jedoch, wenn eine andere Grunderkrankung vorliegt. Ist dies nicht der Fall, sollte man stets auf eine gesunde Mundhygiene achten. Dazu gehört das gelegentliche Abschaben der Beläge auf der Zunge. Dieser Vorgang beugt zudem Mundgeruch vor.

Zudem sollte man feste Nahrung zu sich nehmen (wie etwa Brot), weil dadurch Zungenbeläge auf ganz natürlichem Wege abgerieben werden. Die Nahrung sollte zudem stets sorgfältig durchgekaut werden. Ebenso können desinfizierende Mundwasser dabei helfen, die Bakterienvermehrung im Mund zu hemmen.

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