Starke Regelblutung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. April 2017
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Eine starke Regelblutung kann unangenehm sein. Die Stärke der Regelblutung abzuschätzen ist oft sehr schwierig. Sie wird von Frau zu Frau anders empfunden. Liegt jedoch ein überdurchschnittlich hoher Blutverlust vor, so kann dies unter anderem zu Eisenmangel führen. Auch wegen weiterer gesundheitlicher Einschränkungen kann es sinnvoll sein, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine starke Regelblutung?

Eine Frau verliert normalerweise ungefähr 60 Milliliter Blut während ihrer Periode. Dieses verteilt sich auf die individuelle und vollkommen unterschiedliche Länge der Periode. Normalerweise ist der Blutverlust in den ersten Tagen am stärksten, während er gegen Ende der Menstruation abnimmt. Als eine starke Regelblutung gilt der regelmäßige Verlust von über 80 Millilitern Blut. Dieser kann seit der ersten Periode bestehen oder sich aufgrund unterschiedlicher Begebenheiten im Laufe des Lebens entwickeln.

Neben der unterschiedlichen Ausscheidungsmenge variiert auch die Einstellung der betroffenen Frau zum Blutverlust. Dies macht eine genaue Definition und Einschränkung noch schwieriger. Gleichzeitig wird zwischen einer Menstruation unterschieden, die sehr stark ist, aber in einem normalen Zeitfenster abläuft und zwischen einer, die überdurchschnittlich lange andauert.

Ursachen

In den meisten Fällen verstärkt sich die Menstruation erst nach einigen Jahren. Dann können unterschiedliche Ursachen für die Entwicklung verantwortlich sein. Nach einer Geburt kann die erste Regel beispielsweise ungewöhnlich stark und sehr schmerzhaft ausfallen. Ebenso verursachen hormonelle Schwankungen die Veränderung des gewohnten Zyklus'. Zu diesen gehört beispielsweise der Eintritt in die Wechseljahre. Aber abseits von hormonellen Gründen können ebenfalls physische vorliegen.

Damit die innere Schleimhaut der Gebärmutter sich besser ablösen und austreten kann, ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter zusammen. Die Schleimhaut hat es nun einfacher, sich abzutrennen. Gleichzeitig sorgt die Bewegung der Muskel dafür, dass die Blutung nicht übermäßig lange andauert. Ist dies dennoch der Fall oder werden sehr große Mengen Blut ausgeschieden, so kann das an Geschwülsten und Verwachsungen in der Gebärmutter liegen. Diese sind meistens gutartig, sorgen aber dafür, dass die Muskeln sich nicht optimal zusammen ziehen können. Besonders häufig für die Unregelmäßigkeit der Periode verantwortlich sind Polypen und Myome. Polypen sitzen vermehrt in der Gebärmutterschleimhaut, Myome in den Muskeln.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer langanhaltenden Regelblutung über mehr als 10 Tage sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es während der Menstruation zu Bewusstseinsproblemen, Schwindel oder Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit sowie des Reaktionsvermögens, muss schnellst möglich ein Arzt konsultiert werden. Das verlorene Blut führt in diesen Fällen zu einer sehr geringen Blutmenge im Organismus, so dass wichtige Organe nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Das Risiko eines lebensbedrohlichen Zustands steigt an.

Tritt ein starkes Herzrasen auf oder stellt sich ein Druck im Brustkorb ein, sollte ein Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Bei einem hohen Blutdruck während der Regelblutung sollten einem Arzt die Symptome vorgestellt werden. Werden mehr als 60 Milliliter Blut innerhalb weniger Tage verloren, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Darüber hinaus ist bei einem Blutverlust über 80 Milliliter unverzüglich ein Arzt zu konsultieren.

Kommt es wiederholt zu einer starken Regelblutung, ist ein Arztbesuch empfehlenswert, um die Ursache dafür zu ermitteln. Es können chronische Erkrankungen oder Hormonprobleme vorliegen, die behandelt werden müssen. Treten psychische Probleme wie auffallende Stimmungsschwankungen, depressive Phasen oder eine Melancholie auf, ist ein Arzt zu konsultieren. Stellen sich zu der starken Regelblutung Schmerzen im Unterleib, ein starkes Unwohlsein oder Gefühlsstörungen ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Bemerkt eine Frau, dass ihre Menstruation sehr stark erscheint, so sollte ein Gynäkologe oder eine Gynäkologin aufgesucht werden. Es ist ausschlaggebend, die Menge des Blutes ungefähr zu beschreiben. Hier hilft beispielsweise die Angabe der verwendeten Tampons oder Binden. Zudem sollte ein Zykluskalender geführt werden. Polypen und Myome lassen sich einfach diagnostizieren. Durchs Abtasten oder durch einen Ultraschall wird die Gebärmutter genauer untersucht.

Ebenfalls möglich ist die Spiegelung der Gebärmutter durch das Einführen einer Kamera. Darüber hinaus sollte Blut abgenommen und der Eisengehalt gemessen werden, um herauszufinden ob eine Blutarmut besteht. Liegen auffällige Krankheiten in der Familie oder die Einnahme von Medikamenten vor, so ist es wichtig, dass die Patientin diese erwähnt. Bei der Diagnose helfen aber auch äußerliche Anzeichen wie die Existenz einer stärkeren Blässe, Schwäche und Müdigkeit. Grund für diese Symptome ist der größere Blutverlust oder ein Eisenmangel. Dann werden die Organe nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt.

Behandlung und Therapie

Eine sehr starke Menstruation kann durchaus als störend empfunden werden. Wenn jedoch nicht das Risiko besteht, dass diese zu einer Blutarmut führt, wird sie oftmals nicht behandelt. Stattdessen liegt es an der Patientin, sich auf eine intensivere Blutung einzustellen. Sind die Beeinflussungen so groß, dass eine Frau sich dennoch für eine Behandlung entscheidet oder leidet sie bereits an einer Blutarmut, so stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Bei der Auswahl ist es wichtig, dass die Frau sich über ihren Kinderwunsch im Klaren ist, da die Therapien diesen beeinflussen können. Bei organischen Ursachen, wie Polypen oder Myomen hilft eine Operation, in der diese entfernt werden. Abhängig von ihrer Größe und Lage kann bereits die Gabe von Medikamenten, meistens Hormonen, Erfolge verbuchen. Besteht der Verdacht, dass es sich bei den Wucherungen um bösartige handelt, wird eine Probe des Gewebes entnommen und untersucht. Bestätigt die Annahme sich, kann neben einer Chemotherapie auch eine Operation notwendig werden. Diese kann bis zur Entnahme der Gebärmutter führen.

Hormonelle Störungen werden über Medikamente reguliert. Oftmals wird hier zu Hormonpräparaten wie der Antibabypille gegriffen. Es existieren unterschiedliche Medikamente, die Einfluss auf die ausgeschiedene Blutmenge nehmen. Die breite Vielfalt an Wirkstoffen ermöglicht es, ein anderes Präparat auszuprobieren, wenn das vorherige zu keiner Linderung geführt hat. Als besonders effektiv wird die Entfernung der Gebärmutter sowie die Einnahme der Pille angesehen. Da diese jedoch einen potenziellen Kinderwunsch vernichten, ist es wichtig, die Behandlung genau zu durchdenken.



Vorbeugung

Bestimmte Faktoren können das Entstehen einer sehr starken Regelblutung begünstigen, weshalb es wichtig ist, diese zu vermeiden. Ausschlaggebend ist ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, viel frischem Obst und Gemüse sowie einem ausbalanciertem Gewicht. Tabak und Alkohol sollten so weit wie möglich reduziert werden. Die Wahrnehmung von Kontrolluntersuchungen hilft dabei, eventuelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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