Gebärmuttermyom (Gebärmuttergeschwulst)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Ein Gebärmuttermyom, kurz Myom, oder Gebärmuttergeschwulst ist eine gutartige Wucherung bzw. gutartige Geschwulst des Uterus. Es handelt sich um den häufigsten Tumor der weiblichen Genitalien. Etwa 20 Prozent aller Frauen über 30 Jahre entwickeln ein Gebärmuttermyom.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gebärmuttermyom (Gebärmuttergeschwulst)?

Ein Gebärmuttermyom ist ein Tumor, der in der glatten Muskelschicht der Gebärmutter entstehen kann. Meist entwickelt sich ein Gebärmuttermyom zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr. Die Wucherungen können einzeln auftreten. Das Auftreten eines Gebärmuttermyoms ist eine häufige Erkrankung. Es handelt sich jedoch um einen gutartigen Tumor.

Myome können sich aber auch sehr zahlreich in der Gebärmutterhöhle oder an der äußeren Gebärmutterwand bilden. Das Vorkommen vieler Myome, die die Gebärmutterwand durchsetzen, wird als Uterus myomatosus bezeichnet.

Ursachen

Die Ursache der Entstehung eines Gebärmuttermyoms ist nicht bekannt. Als sichere Erkenntnis gilt, dass das Wachstum von einem Gebärmuttermyom durch das Hormon Östrogen gefördert wird.

Rund ein Viertel aller Frauen über 30 Jahren sind von einem Gebärmuttermyom betroffen. Nach der Menopause (Zeitpunkt der letzten Menstruation) kommt es meist zu keiner Myom-Neubildung.

Auch genetische Ursachen werden diskutiert, da Töchter ein erhöhtes Risiko der Entwicklung von Gebärmutterwucherungen haben, deren Mütter bereits an Myomen erkrankt waren.

Ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt allerdings bisher. Weiter wurde ein erhöhtes Auftreten bei bestimmten Bevölkerungsgruppen beobachtet. Afrikanische, afrokaribische und afroamerikanische Frauen haben ein vielfach erhöhtes Risiko, an einem Gebärmuttermyom zu erkranken.

Symptome und Verlauf

Weibliches Geschlechtsorgan: Verschiedene Gebärmuttermyome.

Die Symptome, die ein Gebärmuttermyo verursachen kann, können sehr vielfältig sein. Entscheidend sind die Größe und die Anzahl der Wucherungen.

Mitunter kann ein Gebärmuttermyom so stark wachsen, dass es eine Schwangerschaft vortäuscht und den Bauchraum nahezu ausfüllt. Oft sind die Myome so klein, dass keine Beschwerden auftreten.

Je nach Größe können jedoch durch ein Gebärmuttermyom schmerzhafte, verstärkte und verlängerte Menstruationsblutungen sowie Regelschmerzen und Zwischenblutungen verursacht werden.

Auch Früh- und Fehlgeburten können bei einer mit Myomen durchsetzten Gebärmutterwand häufiger auftreten. Drücken die Wucherungen auf die Blase, kann es zu Harnstau oder Schmerzen beim Wasserlassen kommen.

Engt der Tumor den Darm ein, kann es zu Verstopfung und Problemen bei der Entleerung des Darmes kommen. Häufig haben die von einem Gebärmuttermyom betroffenen Patientinnen nur ein diffuses anhaltendes Druckgefühl im Unterbauch.

Weitere Hinweise auf ein Gebärmuttermyom können ständig anhaltende Kreuzschmerzen oder Ischiasbeschwerden und eine durch die starken Blutungen verursachte Blutarmut (Anämie) sein. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind ein Hinweis auf ein Gebärmuttermyom.

Mitunter ist das Gebärmuttermyom gestielt. Bei einer Stieldrehung treten innerhalb kürzester Zeit stärkste Schmerzen auf. Die Patientin muss als Notfall sofort in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Meist treten keine typischen Beschwerdebilder auf.

Diagnose

Die Diagnose von einem Gebärmuttermyom erfolgt durch eine gynäkologische Untersuchung und durch Sonografie des Unterbauches. Größere Wucherungen kann der Gynäkologe ertasten. Eine Ultraschalluntersuchung oder auch eine Zelluntersuchung kann Gewissheit bringen. Dabei wird ein Abstrich vorgenommen.

Erfolgt eine Gebärmutterspiegelung, wird ein spezielles Endoskope über die Scheide in die Gebärmutter geführt. Folgend wird die Gebärmutter mit Gas gefüllt und anschließend ausgeleuchtet. Bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor werden weitere Gewebeuntersuchungen durchgeführt.

Behandlung und Therapie

Hat die Patientin trotz der Diagnose von einem Gebärmuttermyom keine Beschwerden, ist keine sofortige Therapie notwendig. Dennoch sollte eine regelmäßige Kontrolle in vierteljährlichen Abständen erfolgen, um das weitere Wachstum zu überwachen.

Wenn die Patientin über Beschwerden klagt, die ihre Lebensqualität erheblich einschränken, ist eine Entfernung des Myoms erforderlich. Besteht noch ein Kinderwunsch, kann das Gebärmuttermyom auch durch Hormongaben verkleinert werden. Anschließend kann das Gebärmuttermyom aus der Gebärmutterwand herausgeschält werden.

Bei abgeschlossener Familienplanung rät der Arzt in der Regel zur Entfernung der Gebärmutter. Viele Frauen bevorzugen jedoch eine Operationsweise, die die Gebärmutter erhält. Die operative Entfernung der Gebärmutter kann über die Vagina erfolgen. Ein Bauchschnitt ist meist beim Auftreten von starken Verwachsungen notwendig.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist die Myom-Embolisation. Sie wird vorwiegend bei kleineren Myomen, die weniger als 10 Zentimetern Durchmesser haben, angewandt. Dabei werden winzige Kunststoffkügelchen in die Blutgefäße eingeleitet, die das Gebärmuttermyom versorgen. Die Partikel setzen sich fest und schneiden das Gebärmuttermyom von der Blutzufuhr weitgehend ab. Die Wucherungen schrumpfen. Viele Patienten werden durch diesen Eingriff beschwerdefrei.

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Vorbeugung

Ein Gebärmuttermyom ist nach heutigen medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern. Die hormonabhängigen Tumore treten nur im gebärfähigen Alter auf.

In der Menopause, nach der letzten Regelblutung, beginnen die vorhandenen Myome durch die verminderte Östrogenproduktion der Eierstöcke zu schrumpfen. Die Beschwerden bilden sich zurück. In der Menopause kann sich kein neues Gebärmuttermyom mehr bilden.

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