Rasselgeräusche beim Atmen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Dezember 2016
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Rasselgeräusche beim Atmen werden in der Regel den Atemwegserkrankungen zugeordnet. Dieses Symptom kann sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen und bei älteren Personen auftreten. Bei den Rasselgeräuschen handelt es sich um krankhafte Geräusche beim Atmen. Sie weisen in vielen Fällen auf eine ernstzunehmende Erkrankung im Bereich der Atemwege oder der Lungen hin.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Rasselgeräusche beim Atmen?

Gesunde Atemwege sind kaum hörbar. Im Gegensatz dazu sind die Rasselgeräusche beim Atmen deutlich zu hören – auch dann, wenn keine körperliche Anstrengung vorliegt. Die entstehenden Geräusche klingen häufig feucht. Die Rasselgeräusche können sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen entstehen. Auch die Position der betroffenen Person kann variieren: Sowohl im Liegen als auch im Stehen kann dieses Geräuschphänomen auftreten.

Der Begriff „Rasselgeräusche“ wird heutzutage immer seltener verwendet, gängiger ist der synonyme Begriff diskontinuierliche Atemnebengeräusche. Nicht zu verwechseln sind diese Begrifflichkeiten mit der sogenannten Rasselatmung, die das Atmen einer Person kurz vor Eintritt des Todes beschreibt. Unterschieden wird bei den Rasselgeräuschen beim Atmen zwischen großblasigen, mittelblasigen und kleinblasigen Klassifizierungen. Eine Einteilung kann auch in klingende, nicht-klingende und metallische Geräusche erfolgen.

Ursachen

Die Ursachen für die Rasselgeräusche beim Atmen können vielfältiger Natur sein. Allerdings deuten diese Geräusche in der Regel auf eine Erkrankung der Lungen oder der Atemwege hin. Grundsätzlich treten die Rasselgeräusche durch die vermehrte Bildung von Sekreten in den Bronchien oder der Luftröhre auf. Der gebildete Schleim kann auch in Abschnitten der Lunge auftreten und die Atemgeräusche verursachen. Durch die normale Atmung werden die Sekrete in Bewegung versetzt, wodurch das spezifische Rasselgeräusch verursacht wird.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Abschnitt der Lunge ist, in dem sich das Sekret befindet, desto großblasiger sind die Geräusche. In manchen Fällen werden die Rasselgeräusche im Stehen nicht bemerkt, sondern machen sich nur in liegender Position bemerkbar: In diesem Fall sammelt sich der Schleim im hinteren Bereich und äußert sich erst dann durch die krankhaften Atemgeräusche. Die Ursache für die Bildung des Schleims selbst liegt in der Regel in einer Erkrankung. Dabei kann es sich sowohl um leichte Krankheiten als auch um chronische Probleme der Atemwege handeln. In einem Diagnoseverfahren stellt der behandelnde Arzt fest, welche Krankheit den Schleim verursacht.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wer feststellt, dass bei der Atmung rasselnde Geräusche auftreten, sollte einen Arzt aufsuchen. Dieser untersucht dann in der Regel die Atmung mit einem Stethoskop. Dadurch kann festgestellt werden, ob es sich um großblasige, mittelblasige oder kleinbasige Atemgeräusche handelt. Auch der Klang kann so untersucht werden. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse kann der Arzt dann eine Diagnose stellen. In vielen Fällen handelt es sich um eine Bronchitis, also eine Entzündung der Bronchien. Hier befindet sich der Schleim in der Bronchiengegend – es handelt sich dabei um mittelblasige Rasselgeräusche.

Großblasige Rasselgeräusche entstehen häufig, wenn ein Lungenödem vorliegt, aber auch eine sogenannte Bronchiekstase kann die Rasselgeräusche verursachen. Kleinblasige Rasselgeräusche sind ein Anzeichen für eine vorliegende Pneumonie, also eine Lungenentzündung. Manchmal weisen Rasselgeräusche beim Atmen auch auf ernsthaftere Krankheiten oder chronische Erkrankungen hin. Lungenkrebs kann sich zum Beispiel so äußern. Als chronische Erkrankung kann COPD in betracht gezogen werden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Rasselgeräusche richtet sich in erster Linie nach dem vorliegenden Krankheitsbild. Eine COPD sollte zum Beispiel langfristig und konsequent behandelt werden: Hier beginnt die Therapie in der Regel damit, den Krankheitsauslöser – für gewöhnlich Rauchen oder Umweltbelastungen – zu beseitigen. Die Therapie wird häufig Medikamenten mit dem Wirkstoff Bronchodilatatoren behandelt.

Bei einer Bronchitis muss zwischen einer viralen und einer bakteriellen Erkrankung unterschieden werden. In vielen Fällen wird die Bronchitis mit einem Antibiotikum behandelt, häufig werden zusätzlich passende Hustenmittel verabreicht. Handelt es sich um eine Lungenentzündung, muss zudem das Fieber gesenkt werden, das oft mit der Erkrankung einhergeht. Bei einer akuten Lungenödembildung muss vor allem schnell gehandelt werden, da es sich hier um eine lebensbedrohliche Situation handelt.

Ärzte verabreichen hier Sauerstoff, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Außerdem wird der Oberkörper hier hoch gelagert und Katecholamine verabreicht. Auch, wenn eine Bronchiekstase vorliegt, wird in der Regel mit der Zugabe von einem Antibiotikum behandelt. Auch gezielte Atemgymnastik wird hier empfohlen. Bei jüngeren Patienten kann eine Operation Linderung verschaffen.

Grundsätzlich gilt es natürlich, die Bildung des Schleims zu unterbinden, die bestehenden Sekrete zu beseitigen und der betroffenen Person Linderung zu verschaffen. Bei den meisten Krankheiten geht mit der medikamentösen Behandlung daher auch eine verordnete Bettruhe einher. In den meisten Fällen – vor allem dann, wenn die Rasselgeräusche mit Husten einhergehen – wird daher auch ein Schleimlöser verschrieben.



Vorbeugung

Wer den Rasselgeräuschen beim Atmen vorbeugen möchte, sollte versuchen, die eigenen Atemwege mögichst zu schützen. Dazu gehört auch die sorgfältige Hygiene, vor allem in öffentlichen Bereichen: Hier sind besonders viele Bakterien und Viren vorhanden, die eine Erkrankung auslösen können. Weiterhin sollten schädliche Angewohnheiten wie das Rauchen möglichst beendet werden, denn diese schädigen die Lungen und die Atemwege enorm. Auch ein gesunder Lebensstil mit ausreichend sportlicher Betätigung trägt zur Vorbeugung bei: Dadurch vergrößert sich das Volumen der Lunge nach und nach.

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