Hausstauballergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Februar 2016
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Neben dem Heuschnupfen ist die Hausstauballergie die zweithäufigste Allergie überhaupt. Etwa jeder Zehnte in Deutschland leidet an dieser Allergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hausstauballergie?

Die Hausstauballergie wird dem Allergietyp I zugerechnet. Die Allergene, als die Stoffe, auf welche man allergisch reagiert, verteilen sich als Staub in der Atemluft. Auf diese reagiert der Körper allergisch.

Meist handelt es sich dabei um den Kot der kleinen Hausstaubmilben, die sich in jedem Haushalt befinden. Eine Hausstauballergie sollte unbedingt behandelt werden, da diese sich im schlimmsten Fall zu einer Lungenerkrankung oder Asthma entwickeln kann.

Ursachen

Auslöser der Hausstauballergie sind die im Hausstaub lebenden Milben, genauer gesagt der Kot dieser Milben. Hausstaubmilben zählen zu den Spinnentieren und sind in jeder Wohnung zu finden. Selbst bei penibler Sauberkeit sind Hausstaubmilben vorhanden.

Selbst wer auf ausreichend Hygiene in den eigenen vier Wänden achtet, wird die Hausstaubmilben nicht vermeiden können. Krankheiten werden durch diese nicht übertragen. Die Hausstaubmilbe ist nur etwa einen halben Millimeter groß und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.

Sie ernähren sich von den Haaren und Hautschuppen, welche der Mensch täglich verliert. Besonders bei Temperaturen ab 25 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit fühlen sich die Milben wohl und eine entsprechende Intensivierung der Symptome tritt ein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Hausstauballergie:

Anders als beispielsweise bei einem Heuschnupfen sind die Symptome der Hausstauballergie das ganze Jahr über vorhanden. Während die Pollen nur einige Wochen im Jahr Symptome verursachen, sind die Hausstaubmilben ständig präsent. Am stärksten ist die Belastung bedingt durch die warme Heizungsluft aber im Winter. Vermeiden kann man diese leider kaum. Nachts und am frühen Morgen sind die Symptome der Hausstauballergie übrigens am auffälligsten.

Tränende und juckende Augen, Niesanfälle, Husten und Schnupfen können bei einer Hausstauballergie ebenso auftreten wie diverse allergische Reaktionen der Haut. Auch Halsschmerzen sind keine Seltenheit, ebenso wie ein Anschwellen der Nasen- oder Rachenschleimhaut. In besonders schweren Fällen kann es zudem zu Asthma und Atemnot kommen.

Diagnose

Um eine Hausstauballergie zu diagnostizieren, muss der Arzt zunächst herausfinden, wann und wo die Symptome gehäuft auftreten. Ein Allergietest mit dem entsprechenden Allergen gibt schließlich genauen Aufschluss. Genannt wird dieser Test auch Pricktest; bei diesem werden verschiedene Allergene auf den Unterarm gebracht und die unterliegende Haut leicht mit der Nadel angeritzt.

Liegt eine Allergie gegen einen der Stoffe vor, wird die Haut mit einer Rötung oder Schwellung reagieren. Blutuntersuchungen und ein Provokationstest geben letztendlich Gewissheit über das Vorliegen einer entsprechenden Allergie.

Behandlung

Um eine Hausstauballergie zu bekämpfen, gilt es zunächst, die Auslöser, also die Milben, zu bekämpfen. Eine völlig milbenfreie Wohnung wird man jedoch trotz intensiver Hygiene kaum erreichen können. Den Grad der Milbenbelastung in der eigenen Wohnung kann man übrigens schnell mit einem Test herausfinden, der in den meisten Apotheken erhältlich ist. Erste Maßnahme zur Bekämpfung der Symptome einer Hausstauballergie ist es, die Matratzen zu erneuern. Im Handel sind bestimmte Matratzenbezüge, auch als Encasing bekannt, erhältlich.

Weiterhin sind allergendichte Bezüge sinnvoll; möchte man sich diese nicht anschaffen, sollte man die Bettbezüge regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Ebenfalls erhältlich sind spezielle Allergiker-Bettwäschen, welche eine Fortpflanzung der Milben verhindern sollen. Milbensprays und Waschmittelzusätze sind weitere Mittel, um Milben effektiv zu bekämpfen.

Zudem wird der Arzt sogenannte Antihistaminika verschreiben. Wenn diese Medikamente nicht erfolgreich gegen die Hausstauballergie wirken, wird der Arzt vermutlich eine Hyposensibilisierung anstreben. Das Allergen wird bei dieser Therapie für einen Zeitraum von etwa drei Jahren mindestens einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Diese Therapie ist besonders bei Kindern und bei einer erst seit kurzem bestehenden Allergie erfolgreich.

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Vorbeugung

Einer Hausstauballergie kann man nicht vorbeugen, jedoch kann man bei einer bereits bestehenden Allergie viel tun, um den allergischen Beschwerden weitestgehend vorzubeugen. Als vorbeugende Maßnahmen ist es wichtig, alle Räume stets ausreichend zu lüften und diese trocken zu halten. Auch sollte man seine Matratzen regelmäßig untersuchen und diese spätestens nach acht Jahren austauschen.

Im Handel sind mittlerweile auch Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern erhältlich - diese reinigen nicht nur den Boden, sondern auch die Luft hygienisch. Auf zu viele Staubfänger wie Bücher oder Stofftiere sollte man wenn möglich verzichten.

Alle Orte, die sich höher als 1.200 Meter über dem Meeresspiegel befinden, sind für Allergiker übrigens sehr gut geeignet, denn hier fühlen sich die Milben gar nicht wohl. Zu guter Letzt gelten auch Wasserbetten als ein echter Geheimtipp, denn hier fühlen sich die Milben gar nicht wohl.

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