Hydrozele (Wasserbruch)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Mit Hydrozele wird eine Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack bezeichnet. Das Wort selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Wasserbruch. Oft bildet sich diese Schwellung in einem oder beiden Hoden von selbst wieder zurück. Ist das nicht der Fall, kann die Hydrozele operativ behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hydrozele (Wasserbruch)?

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Die Hydrozele oder lat. Hydrocele im Hodensack entsteht in den Skrotalhüllen. Vor oder nach der Geburt wandern die Hoden aus der Bauchhöhle nach draußen und nehmen ein Stück Bauchwand in der Leistengegend mit. Die Verbindung zum offenen Bauchraum schließt sich normalerweise vor oder nach der Geburt von selbst.

Ein Wasserbruch kann um beide Hoden herum oder nur auf einer Seite auftreten. Zur Unterscheidung nach dem Ort des Auftretens spricht der Mediziner von

  • Hydrocele funiculi (entlang dem Samenstrang),
  • Hydrocele multilocularis (an mehreren Stellen),
  • Hydrocele testis (um den Hoden),
  • Hydrocele vaginalis communicans (auch in der ganzen Länge des Samenstranges).

Bei einer Hydrozele sind die Hoden einseitig oder beidseitig betroffen. Es kann dadurch zu Beschwerden beim Sitzen oder Gehen kommen. Von einer primären Hydrozele spricht man, wenn sie angeboren ist und sich die Bauchhülle in diesem Bereich noch nicht geschlossen hat. Die sekundäre Hydrozele entsteht dagegen nach Verletzungen, bei Entzündungen und Infektionen, als Folge eines Tumors oder einer Hodentorsion.

Dann allerdings kann eine Hydrozele auch große Schmerzen verursachen. Eine plötzlich auftretende Hydrozele beim Mann kann mit einem akuten Leistenbruch zusammenhängen. In diesem Falle ist das sofortige operative Eingreifen eines Arztes notwendig.

Ursachen von Hydrozele (Wasserbruch)

Die primäre Hydrozele ist angeboren und die Folge eines nicht verschlossenen Bauchfelles (Obliteration). Die Hoden beim Embryo werden auf ihrer Wanderung in den Hodensack durch eine fingerförmige Ausstülpung des Bauchfelles begleitet, der Processus vaginalis testis. Dieser Bereich verödet nach Abschluss normalerweise. Ist das nicht der Falle, gibt es eine Verbindung vom Hoden zum Bauchraum, in den Flüssigkeit aus dem Bauchraum eindringen kann. Wenn es dann auch noch zu einem Darmvorfall in diesen Bereich kommt, spricht man von einem indirekten Leistenbruch.

Ist der Hoden oder der Nebenhoden entzündet, kann sich eine Hydrozele bilden. Infektionen sind manchmal der Auslöser einer Wasseransammlung im Hoden. Ebenso kann ein Hodentumor die Ursache für eine sekundäre Hydrozele sein. Nach der Operation einer Varikozele (Krampfader am Hoden) ist die Bildung einer Hydrozele ebenfalls möglich. Gewalteinwirkungen wie Schläge oder Tritte in die Genitalien bilden eine weitere Ursachenmöglichkeit für die Erkrankung.

Allgemein ausgedrückt, bestehen die Ursachen einer Wassereinlagerung am Hoden von älteren Kindern oder Erwachsenen in einem Ungleichgewicht innerhalb der gebildeten Hodenhüllenflüssigkeit und der wieder aufgenommenen Flüssigkeit.

Symptome von Hydrozele (Wasserbruch)

Typische Symptome bei Hydrozele (Wasserbruch):

  • Flüssigkeitsansammlung im Hodensack

Diagnose und Verlauf von Hydrozele (Wasserbruch)

Der Arzt stellt seine Diagnose einer Hydrozele zuerst einmal durch eine körperliche Untersuchung. Mit den Fingern kann er eine Hydrozele ertasten. Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes sieht der Arzt, welche Bereiche des Hodens genau betroffen sind. Er wird dann einen Leistenbruch, Blutergüsse oder eine bösartige Tumorerkrankung ausschließen können. Eventuell wird der Arzt noch die Resultate einer Magnetresonanztomographie (MRT) zu Rate ziehen.

Eine schon lange angewandte Methode zur Diagnose einer Wasseransammlung bildet die Diaphanoskopie. In einem abgedunkelten Raum beleuchtet der Arzt mit einer Kaltlichtquelle den betreffenden Bereich. Auch dadurch lässt sich zumindest eine räumliche Abgrenzung feststellen.

Behandlung von Hydrozele (Wasserbruch)

Im Babyalter bildet sich die primäre Hydrozele in der Regel im Laufe des ersten Lebensjahres zurück. Besteht jedoch die Gefahr eines Darmvorfalles, wird auch ein angeborener Wasserbruch operativ versorgt. In diesem Falle wird der Processus vaginalis abgetragen und verschlossen.

Die sekundäre Hydrozele wird operativ behandelt, wenn sie Beschwerden oder Beeinträchtigungen verursacht. Eine Punktion dient mehr der vorübergehenden Erleichterung und ist mit einem zusätzlichen Infektionsrisiko verbunden. Bei der Operation öffnet der Chirurg den Hodensack. Die Flüssigkeit wird abgesaugt und die Verbindung zwischen den Hodenhüllen und der Bauchhöhle verschlossen.

Im Labor wird die Flüssigkeit dann auf mögliche Bakterien oder Krebszellen hin untersucht. Nach der Operation kann es zu Blutergüssen kommen. Eine Behandlung mit Eis wirkt in diesem Falle bereits nach wenigen Tagen. Manchmal allerdings entzündet sich der Hoden nach einer Operation und eine Hydrozele entsteht erneut.

Ist der beeinträchtigte Hoden trotz Hydrozele noch normal groß und verursacht keine Beschwerden, heilt die Hydrozele normalerweise von allein wieder ab. Wichtig in diesem Falle ist nur die Behandlung der Grunderkrankung.

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Vorbeugung von Hydrozele (Wasserbruch)

Die Vorbeugung einer Hydrozele direkt ist nicht möglich. Man kann versuchen, das Risiko einer Erkrankung des Hodens zu minimieren. Das Ausheilen und die Vorbeugung der Grunderkrankung haben in diesem Falle Vorrang. Wird beispielsweise eine Hodenentzündung nicht konsequent behandelt, kann das zu Unfruchtbarkeit führen.

Das Ausüben bestimmter Sportarten sollte zur Vorbeugung nur mit Lenden- oder Genitalschutz erfolgen. Dazu gehören in erster Linie Mannschaftssportarten, Turnen, Sportarten mit einem bestimmten Risiko wie Gleitschirmfliegen, Motorradfahren oder Fallschirmspringen. Überall dort, wo eine mögliche Verletzungsgefahr besteht, sollten die Hoden geschützt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Johnen kommentierte am 05.09.2016 um 14:35 Uhr

Ich bin 58 und habe seit längerem eine linksseitige Hydrozele. Sie ist nicht schmerzhaft, aber ziemlich groß. Sie wurde vom Urologen untersucht und soll demnächst punktiert werden. Wie hoch ist das Risiko bzgl. Infektion oder sonstigem? Kann eine größere erworbene Hydrozele sich auch von selbst zurückbilden? Welches Verhalten oder welche Maßnahmen wirken sich günstig auf eine "Selbstheilung" aus? Mein Urologe lässt mir drei Optionen zur Wahl: Belassen, Punktion oder OP. Obwohl kaum eine Beeinträchtigung vorhanden ist, möchte ich das große Skrotum nicht ständig mit mir herumtragen, auch schon aus ästhetischen Gründen.