Handinfektionen (Panaritium, Paronychie, Phlegmone)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Einer Handinfektion ist meistens eine Verletzung vorausgegangen, durch die verschiedenen Erreger in den Körper eindringen konnten. Man unterscheidet bei Handinfektionen zwischen Panaritium, Paronychie und Phlegmone, je nach genauer Stelle der Entzündung auf der Hand.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Handinfektionen (Panaritium, Paronychie, Phlegmone)?

Eine Handinfektion ist eine Entzündung an der Hand, die häufig durch Bakterien verursacht wird. Durch Verletzungen können die Erreger in den Körper eindringend und dort die Infektion verursachen. Es ist dazu keine größere Verletzung nötig, es genügen dazu schon kleine Schürfwunden oder minimale Schnitte. Bei einer Handinfektion unterscheidet man zwischen drei Krankheitsbildern:

Infektionen an den Händen werden oftmals unterschätzt und bagatellisiert. Unbehandelt können solche Infektionen aber zu großflächiger Zerstörung von Gewebe führen, in schlimmen Fällen können dadurch Funktionsstörungen auftreten. Eine Handinfektion kann auch zu einer Sepsis führen und damit lebendbedrohlich werden.

Ursachen

Zu einer Handinfektion kommt es durch Erreger, meist bakterieller Herkunft, die über eine Verletzung in den Körper gelangen konnten. Damit es zu einer Infektion kommt, müssen keine großen Wunden vorhanden sein. Es handelt sich bei diesen Verletzungen häufig um winzigste Wunden, die im alltäglichen Leben ständig entstehen, wie etwa bei der Maniküre oder handwerklichen Tätigkeiten.

Häufig werden diese Verletzungen vom Betroffenen im Vorfeld gar nicht wahrgenommen. Nachdem die Erreger diese Wunde besiedelt haben und damit in den Körper gelangen konnten, bildet sich eine Entzündung. Die Erreger sind in den meisten Fällen Staphylokokken. Das sind natürliche Keime der Haut, die für viele Infektionen verantwortlich sind.

Eine Handinfektion kann jeden treffen. Aber besonders immungeschwächte Menschen, chronisch Kranke oder Menschen mit Durchblutungsstörungen sind anfällig für eine Handinfektion.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Handinfektion:

Eine Handinfektion zeigt sich anfangs ganz harmlos durch entzündete Stelle an der Hand bzw. im Bereich der Finger. Eventuell kann ein Eiterbläschen erkennbar sein, das aber noch keine größeren Probleme bereitet. Im weiteren Verlauf stellen sich heftigere Infektionsanzeichen ein.

Die betroffene Stelle breitet sich aus, es kommt zu Rötungen und Schwellungen, die Stelle fühlt sich heiß an und kann pochen, es entsteht eine Druckempfindlichkeit und je nach Stelle setzen Bewegungsschmerzen ein. Sollte die Handinfektion stark fortschreiten, kann es auch zu Fieber und allgemeinen Krankheitsbeschwerden kommen.

Diagnose

Die Diagnose einer Handinfektion erfolgt hauptsächlich optisch. Der Arzt begutachtet die betroffene Hautstelle, sind dabei typische Infektionsanzeichen zu sehen, handelt es sich bei den Beschwerden um eine Handinfektion. Um den Fortschritt der Infektion zu bestimmten, wird zusätzlich auch eine körperliche Untersuchung durchgeführt um den Allgemeinzustand des Patienten zu beurteilen. Dabei werden vor allem Schwellungen an den Lymphknoten überprüft und Fieber gemessen. Eventuell erfolgt eine Auswertung des Bluts auf Entzündungswerte, sowie ein Abstrich der Entzündung zur Bestimmung des Krankheitserregers der Handinfektion.

Behandlung

Die Behandlung einer Handinfektion ist vor allem abhängig von ihrer Ausprägung. Ist der Patient frühzeitig zur Untersuchung beim Arzt erschienen, genügt meist eine gründliche Wundversorgung mit Entfernung des Eiters, sowie die Einnahme antibiotischer Präparate. Diese verhindern eine Vermehrung der Bakterien. Eine gute Wundversorgung muss aber trotzdem erfolgen, Antibiotika alleine reicht oft nicht aus.

In schlimmeren Fällen kann es nötig sein die Wunde bzw. den Eiterherd weiter zu eröffnen, damit der Eiter abfließen kann. Auch eine Punktion kann in Frage kommen um den Eiter aus der Wunde zu entfernen. Für sämtliche chirurgische Eingriffe erfolgt dabei eine lokale Betäubung.

In jedem Fall ist es wichtig, die Wunde täglich zu reinigen und neue Verbände anzulegen um weiteres Eindringen von Erregern zu verhindern. Je nach vorausgegangener ärztlicher Behandlung kann es nötig sein, die Wunde anfangs täglich mit keimtötenden Mitteln zu Spülen oder auch eine Wunddrainage einzubringen, damit Wundsekret ungehindert abfließen kann.

In ganz schlimmen Fällen, die meist auftreten wenn eine Handinfektion nicht rechtzeitig behandelt wird, kann die Entzündung schon auf Knochen, Gelenke oder Gewebe übergegangen sein. In solchen Fällen ist ein größerer chirurgischer Eingriff nötig, bei dem die betroffenen Teile entfernt werden.

Da eine Belastung der Hand nicht für die Heilung förderlich ist, wird die Hand oft mittels einer Schiene oder durch das Anlegen von einem Gips ruhiggestellt. Da eine Handinfektion oft mit starken Schmerzen verbunden ist, wird der Arzt dem Patienten Schmerzmittel verabreichen. Zudem muss der Impfschutz geprüft werden, eine gültige Tetanusimpfung muss vorhanden sein. Ansonsten muss der Impfschutz beim Vorliegen einer Handinfektion aufgefrischt werden.

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Vorbeugung

Um einer Handinfektion vorzubeugen sollten die Hände vor Verletzungen geschützt werden. Handschuhe bei handwerklichen Tätigkeiten leisten hierbei gute Dienste. Daneben beugt regelmäßiges und gründliches Händewaschen Handinfektionen vor, da dadurch die Keimbelastung auf den Händen sinkt. Sind Wunden an den Händen vorhanden, sollten diese gereinigt und die Heilung beobachtet werden um im Fall des Auftretens einer Handentzündung sofort eingegriffen werden kann.

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