Gerstenpollen-Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
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Es gibt 32 verschiedene Arten von Gerste. Das Gewächs zählt zu der Familie der Süßgräser und kann verarbeitet als Nahrungsmittel und durch das Einatmen allergische Reaktionen hervorrufen. Gerste setzt kaum Pollen frei. Dennoch kann eine Allergie bei Inhalation der Pollen auftreten. Die Gerstenpollen-Allergie löst ähnliche Symptome wie andere Gräserallergien aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gerstenpollen-Allergie?

Eine Gerstenpollen-Allergie ist die Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Eiweiße der Gerstenpollen (Allergene). Es kommt zu einer krankhaften Veränderung beim Kontakt von Allergiker und Allergen.

Neben Entzündungszeichen wird auch die Bildung von Antikörpern veranlasst. Damit eine Allergie entsteht, muss es zu einem wiederholten Kontakt mit dem Allergen kommen. Dieser Vorgang nennt sich Sensibilisierung. Mit einer Gerstenpollen-Allergie treten bestimmte Symptome auf. Diese können durch Medikamente oder eine Hyposensibilisierung gelindert werden.

Ursachen

Die allergische Reaktion auf Gerstenpollen entsteht durch eine überzogene Reaktion des Immunsystems. Als ein komplexes System aus Zellen und Eiweißen ist das Immunsystem für die Bekämpfung von eingedrungenen Krankheitserregern zuständig. Treten Gerstenpollen auf, werden ihre Eiweiße vom Immunsystem als Krankheitserreger eingestuft.

In Folge der Fehlinterpretation des Abwehrsystems treten Entzündungsreaktionen auf. Diese werden durch die Botenstoffe Histamin und Leukotrienen ausgelöst. Da es sich bei einer Gerstenpollen-Allergie um eine Inhalationsallergie handelt, findet die Abwehrreaktion in den Schleimhäuten statt. Es kommt zu tränenden Augen, laufender Nase und gereizten Ohren. Ob die Fehlregulation des Immunsystems erblich bedingt ist, ist nicht ausgeschlossen.

Die Bereitschaft auf ungefährliche Stoffe allergisch zu reagieren ist vererbbar. Das bedeutet nicht, dass ein Allergiker-Kind definitiv Allergiker wird. Jedoch sind seine Chancen erhöht. Die Ursache für eine Gerstenpollen-Allergie kann auch in der Kindheit liegen. Wenn das Immunsystem im Kindesalter durch ausgeprägte Hygiene unterfordert war, reagiert die körpereigene Abwehr auf harmlose Substanzen (Hygienehypothese).

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptome einer Allergie gegen Gerstenpollen ähneln den Reaktionen bei anderen Gräserallergien. Typische Symptome sind tränende und juckende Augen. Auch in und an den Ohren macht sich eine allergische Reaktion bemerkbar. Es kann zu Ohrenentzündungen kommen. Ein allergischer Schnupfen und ein Nasenjucken zählen auch zu der Symptomatik einer Gerstenpollen-Allergie. Genauso Niesanfälle, eine laufende Nase oder eine chronisch verstopfte Nase. Tritt eine Gerstenpollen-Allergie auf, verlaufen die Symptome in einer gewissen Reihenfolge: Zunächst tritt ein Juckreiz in der Nase auf. Es folgt eine Rötung der Augen. Teilweise brennen auch die Mundschleimhaut und der Rachen. Im weiteren Verlauf jucken oder entzünden sich die Ohren. Die Intensität dieser Symptome nimmt bei massivem Pollenflug zu.

Ohne medikamentöse Behandlung ist das Riechvermögen nach einer Woche reduziert. Wenn die Bindehaut der Augen betroffen ist, nimmt auch diese Entzündung ohne Behandlung zu. Es kommt zu Tränenfluss und Lichtscheu. Bei besonderer Anfälligkeit kann auch Asthma als allergische Reaktion auftreten.

Diagnose

Für die Diagnose einer Gerstenpollen-Allergie gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen den Prick-Test. Der Arzt macht mit einer feinen Nadel einen Einstich am Unterarm und tropft eine allergenhaltige Lösung drauf (Eiweiß der Gerstenpollen). Tritt eine deutliche Reaktion auf, ist eine Allergie vorhanden. Mittels eines Provokationstest können unter ärztlicher Aufsicht Gerstenpollen auf die Bronchial- und Bindehautschleimhaut aufgetragen werden. Folgt eine Schwellung, ist eine Allergie vorhanden. Durch eine Blutuntersuchung auf Antikörper kann eine Gerstenpollen-Allergie auch nachgewiesen werden.

Behandlung und Therapie

Die Beschwerden einer Gerstenpollen-Allergie lassen sich zum einen medikamentös behandeln. Die Präparate docken an die Botenstoffe Histamin und Leukotrienen an. Sie verhindern die Abwehrreaktion des Immunsystems. Zu den verwendeten Medikamenten zählen Antihistaminika. Sie blockieren die Andockstelle des Histamins. Nach der Einnahme eines Antihistaminikas tritt die Wirkung innerhalb einer Stunde ein. Sie sind eine gute Möglichkeit bestehende allergische Reaktionen zu lindern.

Antihistaminika gibt es für die äußere Anwendung als Augentropfen und Nasensprays sowie zur oralen Einnahme als Tablette. Eine weitere Methode sind Leukotrienrezeptor-Antagonisten. Sie blockieren den Botenstoff der Leukotrienen. Bei einer ausgeprägten Gerstenpollen-Allergie hilft Kortison. Es ist ein körpereigenes Hormon und wirkt entzündungshemmend. Kortisonverwandte Substanzen können lokal in Form eines Nasensprays oder systemisch als Tablette angewandt werden.

Handelt es sich nicht um eine Behandlung akuter Beschwerden, kann eine Therapie mit Mastzellstabilisatoren aufgenommen werden. Mastzellen sind für die Ausschüttung der Entzündungsbotenstoffe (u.a. Histamin) zuständig. Der Wirkstoff der Mastzellstabilisatoren ist entweder Cromoglizinsäure oder Nedocromil. Er stabilisiert die Mastzellen und verhindert die Freisetzung von Botenstoffen. Dieses Medikament sollte eine Woche vor Pollenflug eingenommen werden.

Um die Wirksamkeit zu gewährleisten, muss das Mittel mehrmals am Tag angewendet werden. Es ist auch eine Ergänzungstherapie zum Antihistaminika. Die Gerstenpollen-Allergie kann auch ohne Medikamente behandelt werden. Mittels einer Hyposensibilisierung wird die Überreaktion des Immunsystems therapiert. Durch die Gabe von Allergenen soll sich das Immunsystem an die Substanz gewöhnen und die Abwehrreaktion verhindert werden.



Vorbeugung

Pollenschutzgitter am Fenster helfen, eine allergische Reaktion auf Gerstenpollen vorzubeugen. Diese verhindern das Eindringen von Pollen in die Wohnung. Ohne Pollenschutzgitter sollte auf die Pollenkonzentration geachtet und entsprechend gelüftet werden.

Ein Pollenflugkalender bietet eine gute Übersicht, wann Beschwerden auftreten können. Wenn möglich, kann der Urlaub in die Pollen-Hochsaison gelegt werden. Damit kann der starken Pollenbelastung entgangen werden. Da Gerstenpollen durch Straßenkleidung in die Wohnung gelangen können, sollte sich vor dem Betreten des Schlafzimmers umgezogen werden. Gewaschene Bettwäsche sollte nicht draußen getrocknet werden.

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