Gelenkschmerzen im Finger

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2017
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Gelenkschmerzen im Finger können unterschiedlicher Natur sein und müssen nach Schweregrad und individueller Krankheitsgeschichte unterschiedlich behandelt werden. Im Allgemeinen helfen Wärmebehandlungen, gezielte Massagen, die Durchblutung fördernde Übungen und eine richtige Ernährung, um die Erkrankung zu bekämpfen oder eventuell vorzubeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gelenkschmerzen im Finger?

Schmerzen in den Fingergelenken sind eher Symptome als eine gut definierbare Erkrankung. Sie sind meistens Folgen von einer Verletzung oder Entzündung des Gelenkknorpels. Die Schmerzen treten eventuell zusammen mit Schwellungen und Rötungen auf. Die meisten Patienten mit schmerzenden Fingergelenken sind Frauen über 55.

Abgesehen von den Patientinnen, die sich in den Wechseljahren befinden, betrifft aber die Erkrankung eher die Männer. Studien zeigen, dass unter 55 Jahren mehr Männer als Frauen Schmerzen in den Fingergelenken haben.

Der behandelnde Arzt stellt einen individuellen Behandlungsplan auf, nach der Klärung der Ursachen und einer gründlichen körperlichen Untersuchung, die meistens mittels Röntgenaufnahmen und Blutuntersuchungen erfolgt.

Ursachen

Gelenkschmerzen im Finger können verschiedene Ursachen haben. Meistens sind die Beschwerden auf eine Arthrose zurückzuführen. In diesem Fall blieb die Entzündung des Gelenks unbehandelt.

Bei der Arthrose geht es um eine Schädigung des Gelenkknorpels, die zu einem Verschleiß der Gelenke führen. Die Knorpelschicht hat eine schützende Funktion. Wenn sie ein Defekt aufweist, dann kommt es zu Schädigungen, die zum Verschleiß führen.

Eine Arthrose der Fingergelenke kann auch vererbt werden, zumindest erhöhen die Erbanlagen das Risiko für die Erkrankung. Die Arthrose kann auch die Folge von Stoffwechselstörungen, Osteoporose, Kristallablagerungen (Gicht) aber auch von Übergewicht sein. Arthritis, also die Entzündung des Gelenks kann ein weiterer Auslöser von Schmerzen im Fingergelenk sein.

Für eine Arthritis können Bakterien und Reizen unterschiedlicher Art verantwortlich sein. Ebenfalls können Verletzungen der Bänder und Sehnen oder Rheuma Gelenkschmerzen in den Fingern auslösen. Die Gelenkschmerzen im Finger betreffen laut Studien vor allem Frauen in den Wechseljahren. Diese Feststellung lässt darauf schließen, dass die hormonellen Veränderungen mit den schmerzenden Fingergelenken zusammenhängen.

Krankheiten

Typische Krankheiten bei Gelenkschmerzen im Finger:

Wann zum Arzt?

Stellen sich die Gelenkschmerzen im Finger nach intensiven körperlichen Aktivitäten ein, bei denen die Hände stark involviert waren, genügt es, wenn die Hände und Finger für einige Zeit geschont werden. Ein Arztbesuch ist nicht notwendig. Künftig sind diese Aktivitäten zu meiden. Alternativ können mit einem Arzt oder Krankengymnasten Übungen besprochen werden, wie die Bewegungen beschwerdefrei ausgeführt werden können.

Bei Gelenkschmerzen im Finger ist ein Arzt zu konsultieren, sobald die Schmerzen über mehrere Tage anhalten. Chronische Erkrankungen oder Knochenbeschädigungen können vorliegen, die behandelt werden müssen. Breiten sich die Gelenkschmerzen im Finger weiter in die Hand oder das Handgelenk aus, ist ebenfalls ein Arzt von den Beschwerden zu berichten. Es besteht die Gefahr, dass sich die Schmerzen weiter in den Unterarm ziehen oder die Hand nicht mehr wie gewohnt genutzt werden kann.

Bei den Gelenkschmerzen ist grundsätzlich ein Arzt aufzusuchen, wenn die Ausführung alltäglicher Vorgänge wie das Putzen der Zähne, das Festhalten einer Tasse oder das Öffnen einer Tür nicht mehr stattfinden kann. Die Gelenkschmerzen im Finger können auf Knorpelschäden, Ablagerungen oder Stoffwechselprobleme hinweisen. Daher ist stets ein Arztbesuch notwendig, wenn innerhalb der Familie ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Gicht, Rheuma oder Arthrose besteht.

Symptome und Verlauf

Die Symptome Gelenkschmerzen im Finger unterscheiden sich nach Schweregrad der Erkrankung. Da eine Arthrose sich allmählich ausbildet, ist zuerst die Steifigkeit der Finger bemerkbar. Vor allem morgens oder nach anstrengenden Tätigkeiten haben die Patienten diese Beschwerde. Die Steifigkeit erscheint zusammen mit Schwellungen, Rötungen und Problemen beim Faustschluss.

Weitere Beschwerden sind Kraftlosigkeit in den Händen, Unstabilität beim Halten, Probleme beim Greifen und Schmerzen bei Handbewegungen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung verformen sich die Fingergelenke, es kommt zu einer Verknöcherung in den Gelenken. Vor allem ist die Verknöchelung beim mittleren Fingergelenk optisch bemerkbar.

Diagnose

Die Aufstellung der Diagnose von Gelenkschmerzen im Finger fängt mit einem ausführlichen Gespräch beim behandelnden Arzt an. Bei diesem Gespräch werden familiäre Erbanlagen geklärt, die Beschwerden und die alltäglichen (beruflichen) Belastungen der Finger erfragt. Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, die in der Regel aus Abtasten und Röntgenaufnahmen, eventuell aus einer Ultraschalluntersuchung besteht. Manchmal ist zusätzlich eine Blutuntersuchung notwendig. Auf einer Röntgenaufnahme sind die Gelenkveränderungen perfekt erkennbar. Wenn einem Patienten aus gesundheitlichen Gründen keine Röntgenaufnahme gemacht werden darf, so wird die Untersuchung mittels Ultraschall durchgeführt.

Komplikationen

Gelenkschmerzen im Finger entstehen häufig durch Abnutzung des Gelenkknorpels (Arthrose) kann aber auch durch andere Gelenkerkrankungen entstehen, die verschiedene Komplikationen haben. Eine Arthrose ist nicht wieder reversibel, weil der Knorpel sich nicht wiederherstellen kann. Durch den Abrieb des Gelenkknorpels gelangen Knorpelzellen in den Gelenkspalt und können eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Dadurch schwillt das Fingergelenk stark an und verursacht so starke Schmerzen.

Auch eine entzündliche Erkrankung der Gelenke (Arthritis) kann unterschiedliche Folgen haben. Häufig handelt es sich dabei um die Rheumatoide Arthritis. Diese Autoimmunerkrankung befällt nicht nur die Fingergelenke, sondern auch andere Gelenke und kann zu derselben Symptomatik führen. Auch andere Organe wie das Herz oder die Nieren können von der Rheumatoiden Arthritis befallen werden und so zu Nierenschäden und Rheumatischen Fieber führen. Komplikationen des Rheumatischen Fiebers sind durch Herzentzündungen (Karditis) und plötzlich auftretenden Bewegungen gekennzeichnet (Chorea minor).

Daneben kann ein erhöhter Harnsäurespiegel die Gicht auslösen. Auch hier kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen, die zu einer Schwellung der Fingergelenke führt und starke Schmerzen verursacht. Es kann zu Deformitäten der Finger kommen. Ein Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) betrifft neben den Fingergelenken auch zahlreiche andere Organe und kann zu Nierenversagen (Niereninsuffizienz) oder Störungen des Zentralen Nervensystems führen wie zum Beispiel einige Psychosen oder Epilepsien.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Gelenkschmerzen im Finger ist je nach Schweregrad und individuellen Krankheitsgeschichte unterschiedlich. Als allererstes können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Warme Bäder, Akupressuren und Massagen sowie physiotherapeutische Übungen können ebenfalls helfen.

In manchen Fällen wird dem Patienten eine punktuelle Injektion verabreicht. Jeder Patient braucht einen eigenen Behandlungsplan. Da die Gelenkschmerzen häufig eine Entzündung im Hintergrund haben, empfiehlt der behandelnde Arzt eine entzündungssenkende Ernährung, die aus möglichst wenig Kohlenhydrate und Fleisch besteht.

Da die Durchblutung bei Schmerzen im Fingergelenk eine wichtige Rolle spielt, verordnet der Arzt oft tägliche Massagen mit Durchblutung fördernden Salben, zum Beispiel einen Chilli-Balsam. Eine richtige, von einem Experten angeleitete Fingergymnastik fördert ebenfalls die Heilung.

Auch bei Schmerzen im Fingergelenk können sich Verehrer der Naturheilkunde auf die Wirkung der homöopathischen Globuli verlassen, jedoch kann Homöopathie zum Beispiel eine Arthrose nicht durchweg heilen.

Zur Linderung der Gelenkschmerzen, die von einer Arthrose ausgelöst sind, sind Caullophyllum D6, Harpagophytum D6 und Symhytum D6 geeignet. Bei Gelenkschmerzen, die auf Arthritis zurückzuführen sind, sollte man Apis D6, Ledum D6 und Ferrum Phosphoricum D6 einnehmen.



Vorbeugung

Die Vorbeugung von Schmerzen der Fingergelenke richtet sich auch nach der individuellen Krankheitsgeschichte. Man muss allgemein beachten, dass ständige Überlastung die Gelenkschmerzen ebenso begünstigen kann, wie die Mangel an Bewegung.Wenn die Ursache der Gelenkschmerzen die Gicht (Kristallablagerungen in den Gelenken) ist, dann sollte man auf den übermäßigen Verzehr von Fleisch verzichten. Neben der ausgewogenen Ernährung ist die Erhöhung der Durchblutung durch Massagen, Fingergymnastik und Wärmebehandlungen die empfohlenen vorbeugenden Maßnahmen.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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