Entzündete Wunde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Eine entzündete Wunde ist eine mit Bakterien, Viren oder Pilzsporen infizierte Wunde. Äußere und innere Wunden können sich entzünden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine entzündete Wunde?

Wunden haben unterschiedlichste Entstehungsgeschichten und können äußerlich und innerlich auftreten. Eine äußere Wunde etwa an der Haut ist schnell passiert: Knie werden aufgeschürft, ein Schnitt mit dem Messer hinterlässt einen Schnitt oder man schneidet sich am Papier. Innere Wunden entstehen heutzutage hauptsächlich bei Operationen und sind meist schwerwiegender als die äußere Wunde.

Die Gemeinsamkeit beider Formen besteht darin, dass der Organismus an dieser Stelle angreifbar ist für Krankheitserreger aller Art. Die üblichen Schutzmechanismen von Haut und Organen greifen nicht mehr, außerdem gibt es einen direkten Zugang zum Blutkreislauf und eine meist warme und feuchte Umgebung, in der nahezu jeder Krankheitserreger gut gedeiht. Gelangt er dort durch mangelnde Hygiene oder unzureichende Wundversorgung hinein, kann er sich ungehemmt vermehren und zu einer entzündeten Wunde führen.

Viele kleine äußere Wunden entzünden sich unbemerkt, genauso schnell heilen sie wieder ab. Schwieriger sind größere äußere oder grundsätzlich jede innere entzündete Wunde, denn das erschwert die Behandlung und jede Entzündung beeinflusst den Heilungsverlauf einer Wunde negativ.

Ursachen

Die Ursachen entzündeter Wunden sind eingedrungene Bakterien, Viren oder seltener auch Pilzsporen. Besonders häufig sind Wundinfektionen mit Bakterien, die der Mensch im Körper oder auf der Hautoberfläche trägt, denn sie können besonders schnell in eine Wunde eindringen.

Damit es jedoch überhaupt zu einer entzündeten Wunde kommt, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, denn richtig behandelte Wunden entzünden sich nur in Ausnahmefällen. Unhygienische Operationsbedingungen, Verletzungen mit verkeimten Gegenständen oder auch unzureichende Wundbehandlung und -reinigung sind Türöffner für Krankheitserreger. Bei einer bestehenden Wunde muss sich der betroffene Patient den Keimen gar nicht großartig exponieren - es reicht für eine Infektion der Wunde, dass er diese nicht ausreichend versorgt.

Das Risiko gefährlicher entzündeter Wunden steigt dabei, je größer die Wunde ist und je schwieriger ihr Heilungsverlauf sich gestaltet. Denn je eher eine Wunde problemlos wieder abheilt, desto eher ist der natürliche Schutz des Körpers vor Krankheitserregern wieder hergestellt. Daher passieren die meisten Wundinfektionen auch in den frischen Phasen der Wunde.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei Wundinfektion kommt zum normalen, gewohnten Wundschmerz der Infektionsschmerz hinzu. Der Patient bemerkt oft eine Verschlimmerung der Schmerzen an der Wunde, obwohl sie vielleicht schon durch den Heilungsverlauf wieder weniger geschmerzt hatte. Typisch sind auch (erneute) Schwellungen und Rötungen, große Berührungsempfindlichkeit, vermehrter Wundfluss mit Eiter oder Blut, ein unangenehmer Geruch der Wunde sowie allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und in schweren Fällen Übelkeit und Erbrechen. Eine kleine entzündete Wunde kann sogar von allein wieder abheilen, auch wenn es nicht ratsam ist, sie nicht zu behandeln. Bei größeren und inneren entzündeten Wunden passiert die Heilung eher nicht von ganz allein, sondern der Zustand kann sich bis zur Sepsis und zum Tod des Patienten steigern. Zuvor kann es zur Nekrosenbildung an der infizierten Wunde kommen, bei der Gewebsteile absterben und durch die Ausschüttung von Toxinen ins Blut zum lebensbedrohlichen Problem werden. Umso wichtiger sind Prävention und sofortige Behandlung von entzündeten Wunden. Je schwerwiegender die Infektion, desto länger zieht sich die anschließende Heilung der Wunde hin - und erst, nachdem der Wundinfekt abgeklungen ist, setzt sich die tatsächliche Heilung der Wunde fort.

Behandlung und Therapie

Eine nur leicht entzündete Wunde, die gut erreichbar ist, kann in der Regel mit antibiotischen Cremes behandelt oder auch nur beobachtet und durch Verbände und Pflaster vor weiteren Schäden geschützt werden. Das gilt etwa für kleine Schnitte, Schürfwunden oder auch für den allseits bekannten Fall des ausgedrückten Pickels, der sich jetzt entzündet hat. Je nachdem, um welche Art von Wunde es sich handelt, ist die Behandlung unterschiedlich. Die Ausnahme hiervon stellen innere entzündete Wunden oder großflächige äußere Wundinfektionen dar.

Bei inneren Wundinfektionen besteht ein hohes Risiko der Verschleppung, sodass mit starken Antibiotika gegen sie vorgegangen werden muss. Diese Form der Behandlung erfolgt unter Beobachtung des Patienten im Krankenhaus, denn falls Komplikationen auftreten, wäre medizinisches Personal schnell zur Stelle. Heutzutage glücklicherweise selten, aber doch noch bekannt sind Wundinfektionen nach Operationen oder nach der Geburt. Aus ihnen entwickeln sich Krankheitsbilder wie das Wochenbettfieber, das in früheren Jahrhunderten eine der häufigsten Todesursachen unter jungen Frauen waren, die gerade ein Kind geboren hatten.

Auch bei äußeren entzündeten Wunden wird der Patient entweder im Krankenhaus einbehalten oder erscheint zumindest ambulant zur Behandlung, denn hierbei muss die Wunde regelmäßig gereinigt werden und sie wird anschließend neu verbunden. Die antibakterielle oder antimykotische Behandlung erfolgt topisch oder topisch-systemisch, was bedeutet, dass direkt ein Medikament auf die Wunde aufgetragen und unter Umständen noch oral oder intravenös verabreicht wird.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen eine entzündete Wunde ist eine hygienische Wundversorgung entsprechend der Wundart. Kleine oberflächliche Wunden brauchen in der Regel nicht gereinigt zu werden, wenn sie nicht bei der Verletzung stark verschmutzt wurden. Falls doch, sollte das unter sterilen Bedingungen in der Notaufnahme durchgeführt werden. In nächster Zeit sollte die Wunde verbunden oder mit einem Pflaster abgeklebt werden, bis sie trocken verschlossen ist, danach heilt sie an der Luft ab. Anspruchsvoller ist das Wundmanagement bei schwereren Verletzungen, nach Operationen oder nach Geburten.

Eine möglichst keimarme Umgebung, saubere Hände und medizinische Geräte des Personals und vor Schmutz abschirmende Verbände gegen weitere Verunreinigung, solange die Wunde noch nicht trocken verheilt ist, sind essenziell. Gerade OP-Narben dürfen nicht unterschätzt werden - die moderne Chirurgie kommt mit kleinsten Schnitten aus, jedoch können unter einem Hautschnitt noch weitere Schnitte gemacht worden sein, die sich mit entzünden würden, wenn an der Hautwunde eine Infektion auftritt. Selbst, wenn sich der Patient nach einer OP wieder fit fühlt, ist den Anweisungen des Arztes Folge zu leisten.

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