Pflaster

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Juni 2016
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Pflaster sind klebende Abdeckungen für kleine bis mittelgroße Wunden, die diese vor eindringendem Schmutz vor außen schützen. Das Pflaster sollte aus hygienischen Gründen nur unmittelbar nach der Verletzung bis zum Wundverschluss getragen werden, danach ist es nicht mehr notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pflaster?

Ein Pflaster besteht aus einer sterilen Fläche aus Baumwolle oder synthetischem, saugfähigem Material. Dieses ist auf eine klebende Fläche aufgebracht, die wiederum an der Haut haften bleibt. Handelsübliche Pflaster besitzen keine besonders starke Haftwirkung, ein Pflaster für Arztpraxen und Krankenhäuser kann dagegen mehrere Wochen fest auf der Haut verbleiben. Manche Pflaster sind an den Seiten offen und somit sehr luftdurchlässig, was die Wundheilung begünstigt.

Andere wiederum können eine Wunde von allen Seiten luftdicht verschließen und bieten einen Rundum-Schutz vor eindringenden Keimen und Schmutzpartikeln. Pflaster haben zwei Funktionen. Zum einen schützen sie die Wunde vor Keimen, Verschmutzung und äußeren Reizen, die die Wundheilung beeinträchtigen und zu Infektionen führen könnten. Zum anderen schirmen sie die Kleidung vor Blut, Wundflüssigkeit oder Eiter ab, den die Wunde absondern kann.

Wirkung und medizinische Anwendung

Pflaster werden eingesetzt, um kleine bis mittelgroße Wunden abzuschirmen. Die kleinste Art von Wunde, die mit Pflastern verschlossen wird, ist die Einstichstelle einer Nadel. Nach einer Impfung oder Blutentnahme oder nach der Entfernung von Kathetern dringen wenige Bluttröpfchen aus der Wunde und würden die Kleidung verschmutzen. Gern improvisieren Ärzte auch und decken die Wunde mit einem Stück medizinischer Watte und einem Klebeband ab.

Offene, blutende Wunden oder kleine bis mittlere entzündete Wunden werden ebenfalls mit Pflastern abgedeckt, hier dienen sie nun jedoch wirklich dem Wundschutz vor Infektionen. Meist sind solche Pflaster dann zu allen Seiten hin verschlossen und es wird ein saugfähiges, aber dünnes und biegsames Material zur Wundabdeckung verwendet. Ein solches Pflaster dient auch der Aufbringung von Salben und Cremes, die dann über Stunden einziehen und auf der Wunde verbleiben können. Meist sind solche Pflaster wasserdicht, müssen aber regelmäßig gewechselt werden.

Formen und Gruppen

Pflaster sind frei verkäuflich. Für den Haushalt werden meist streifenförmige, an den Seiten offene Pflaster verwendet. Sie dienen der Behandlung von Kratzern, Schnitten oder Schrammen. In der Arztpraxis werden häufig improvisierte Pflaster aus einem medizinischen Klebeband und einem kleinen Stück Watte genutzt, wenn es lediglich um den Schutz der Kleidung etwa nach einer Impfung geht. Zu Hause werden weitere Varianten wie das Hühneraugen- oder Wärmepflaster eingesetzt: sie schirmen Stellen nach außen hin ab oder wärmen bei Verspannungen.

Eine Sonderform ist das Arzneipflaster, das mit einem Wirkstoff versehen ist und auf die Wunde aufgebracht wird, damit dieses einziehen kann. Dabei wird auf die Wundauflage etwa eine Creme, ein Schmerzmittel oder eine Salbe aufgebracht, die über Stunden wirken soll. Bei blutenden, nässenden oder entzündungsanfälligen Wunden wird ein großflächiges Pflaster eingesetzt, das die Wunde vor Schmutz schützt, abschirmt und Wirkstoffe enthalten kann.


Dosierung

Pflaster sollten entweder nicht lang getragen oder regelmäßig gewechselt werden, solange sie notwendig sind. Eine kleine, harmlose Wunde wird einmalig mit einem Pflaster abgedeckt; sobald sie nicht mehr blutet oder bei Berührung spürbar schmerzt, sollte das Pflaster entfernt werden, da kleine Wunden an der frischen Luft gut heilen. Wund- oder Arzneipflaster werden nach Bedarf eingesetzt und eher täglich gewechselt als ganz weggelassen. Ein Arzneipflaster ist notwendig, bis die Arznei eingezogen ist. Wundpflaster werden erst wieder entfernt, wenn die Wunde an die frische Luft kann.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Die Alternative zum Pflaster sind andere Arten des Verbandes. Pflaster werden allerdings gerne deswegen gewählt, da sie durch die Klebefläche flexibel bleiben und Bewegungen mitmachen. Außerdem liegen sie enger an der Haut an und verschließen Wunden entweder luftdurchlässig oder dicht, je nach Bedarf. Stark blutende Wunden würden dagegen eher von einem Druckverband profitieren, auch zum Ruhigstellen sind Pflaster nicht mehr geeignet. Mittlerweile gibt es Pflaster aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle statt synthetischen Wundauflagen, auch auf dermatologische Verträglichkeit wird bei allen Arten des Pflasters Wert gelegt.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Ein Pflaster ist so lange sinnvoll, wie eine Wunde eine Abschirmung nach außen braucht. Nässende oder entzündungsanfällige Wunden sowie nahezu alle großflächigen Fälle brauchen über längere Zeit ein Pflaster, kleine Wunden brauchen sie maximal bis zum Verschluss. Wird ein Pflaster zu lange getragen, kann es beginnen, Keime anzuziehen und die Wunde damit erst recht einem Infektionsrisiko auszusetzen. Gerade, wenn sich die Wundauflage mit Blut oder Wundflüssigkeit vollsaugt, ist das Risiko dafür besonders hoch, da sie dann einen optimalen Nährboden für Keime bildet. Ein regelmäßiger Wechsel oder die rechtzeitige Entfernung minimieren dieses Risiko.

Bei schwierigen Wunden sollte das Pflaster außerdem luftdicht sein, da durch kleine Öffnungen Keime eindringen könnten. Umwickelt das Pflaster einen Körperteil wie einen Finger oder einen ganzen Arm, sollte darauf geachtet werden, das Pflaster nicht zu fest herumzuwickeln. Andernfalls könnte das die Durchblutung beeinträchtigen, was bei schwächer durchbluteten Extremitäten wie Fingern wahrscheinlicher ist als etwa am Arm. Kribbeln und eine leichte Blaufärbung deuten schnell darauf hin, dass ein Pflaster sich zu fest um einen Körperteil gewickelt hat.

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