Druck auf den Ohren

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Druck auf den Ohren ist im günstigsten Fall ein unangenehmes Gefühl, schlimmstenfalls kann er große Schmerzen bereiten. Im Folgenden wird erklärt, wie es zu dem sogenannten Druck auf den Ohren kommen kann und wie er sich vermeiden beziehungsweise therapieren lässt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druck auf den Ohren?

Druck im Ohr ist ein subjektives Gefühl; jeder Patient nimmt ihn anders wahr. Er lässt sich am besten über die Symptomatik definieren. Er äußert sich in besagtem Druckgefühl, Wattegefühl im Ohr sowie gelegentlich in Schwindel. Der Ort der Beschwerden wird von manchen Betroffenen als der Bereich in der Tiefe des Ohres wahrgenommen; andere empfinden die Schmerzquelle im leicht gewölbten Knochen hinter der Ohrmuschel. Die Ursachen sind unterschiedlich. Bisweilen handelt es sich um zeitweise Beschwerden (temporär), andere halten länger an, wieder andere sind irreversibel (unumkehrbar).

Ursachen

Vermeidbare Ursachen: Sind Ohren zu großem Lärm ausgesetzt, stellt sich ebenfalls ein Druckgefühl ein. Häufig ist zu lautes Hören von Musik oder Arbeiten ohne Gehörschutz der Auslöser dafür. Die häufigste Ursache: Zu einem vorübergehenden Druckgefühl im Ohr kommt es, wenn ein Mensch in relativ kurzer Zeit einer größeren Schwankung des umgebenden Luftdrucks ausgesetzt ist. Beim Flugzeugstart oder der Landung oder bei einer Seilbahnfahrt spürt fast jeder Druck auf den Ohren.

Ursache für das Druckempfinden kann auch ein Pfropfen aus Ohrenschmalz sein, der sich im äußeren Gehörgang gebildet hat. Andere Ursachen sind pathologischer Natur, gehören also zu einem Krankheitsbild. Das Druckgefühl entsteht beispielsweise oft im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten. Es kann mit einer Mittelohrentzündung auftreten, nach beziehungsweise durch einen Paukenerguss oder bei Schwerhörigkeit. Ein Hörsturz geht immer mit einem Druckgefühl im Ohrbereich einher. Außerdem kann solch ein Druck ausgelöst werden durch Entzündungen in der Ohrspeicheldrüse oder im Kiefergelenk, wenn diese Richtung Ohr ausstrahlen. Bewegungsbeschwerden aus der Halswirbelsäule oder nervöse Ursachen können ebenfalls Druckgefühl im Ohr hervorrufen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Druck auf den Ohren:

Vorübergehende Symptome: Die meisten Menschen haben schon einmal Druck auf den Ohren erlebt, beispielsweise bei einem Flugzeugstart. Nach einiger Zeit passt sich der Druck im Innenohr an; das unangenehme Gefühl verschwindet dann von selbst. Mit einer abklingenden Erkältung verschwinden leichte Ohrbeschwerden ebenfalls wieder. Permanente Symptome: Bleibt ein Druckgefühl im Ohr unabhängig von der Umgebungssituation bestehen, gehört das in ärztliche Behandlung.

Bei einem Ohrenschmalzpfropfen baut sich das Druckgefühl oft nach und nach auf. Es bleibt bestehen, bis die Ursache, also die Blockade durch das Schmalz, entfernt ist. Im Verlauf einer Erkältung kann diese regelrecht auf die Ohren schlagen. Das heißt, das Druckgefühl verwandelt sich in massive Schmerzen. Oft ist dann eine Mittelohrentzündung entstanden. Die gehört unbedingt in ärztliche Behandlung.

Hörsturz oder Entzündungsherde, die auf das Ohr ausstrahlen, erfordern ebenfalls eine ärztliche Behandlung. Im Falle eines Hörsturzes oder bei einsetzender Schwerhörigkeit bleiben irreversible, also unheilbare Schäden unterschiedlichen Ausmaßes zurück.

Diagnose

Die Diagnose der Ursache von Druckempfinden oder Druckschmerzen im Ohr gehört unbedingt in die Hände eines Facharztes. Da es vielfältige Auslöser für die Beschwerden gibt, kann ein Laie hier nicht sicher entscheiden.

Behandlung und Therapie

Beim Auftreten von Druckbeschwerden in Flugzeug oder Seilbahn, können betroffene Personen sich selbst leicht helfen: Beim gesunden Menschen reichen ein paar Schluckbewegungen, um diesem Druckgefühl entgegenzuwirken. Über die Eustach´sche Röhre, eine Art Tunnelverbindung zwischen Innenohr und dem Hals-Nasen-Rachenraum wird das Innenohr belüftet; so wird ein Druckausgleich herbeigeführt. Einige Schlucke zu trinken oder ein Kaugummi zu kauen hat einen ähnlichen Effekt. Da muss jeder ein bisschen herumprobieren, um den für sich optimalen Weg der Entlastung des Innenohrs zu finden.

Im Falle einer Erkältung ist es wichtig, das Zuschwellen der Eustachschen Röhre zu vermeiden – bleibt sie offen, können sich Keime nur schwer so ansiedeln, dass eine Mittelohrentzündung herbeigeführt wird. Wenn die Eustachsche Röhre offen ist, kann ständig ein Druckausgleich zwischen Innenohr und Hals-Nasen-Rachenraum stattfinden. Deshalb ist es wichtig, schon in der Frühphase einer Erkältung alles dafür zu tun, damit die gereizten Schleimhäute abschwellen. Dabei helfen Nasenspülungen mit Salzwasser, Nasensprays (Meerwasser oder abschwellenden Pharmaka) und Dampfbäder.

Ohrenschmalzpfropfen soll unbedingt nur ein Arzt entfernen. Entzündliche Erkrankungen, die zu einem Druckgefühl im Ohr führen, kann ein Hals-Nasen-Ohrenarzt antibiotisch bekämpfen. Gibt es ein mechanisches Problem, das vom Kiefergelenk aus das Ohr betrifft, kann eine Beißschiene helfen. Ein Hörsturz muss sofort behandelt werden! Damit möglichst wenige Schäden zurückbleiben, ist eine ärztliche Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach Einsetzen von symptomatischen Beschwerden, wie Druckgefühl auf dem Ohr, nötig. Hörstürze werden mit Hämolytika (Blutverflüssigern), gegebenenfalls Cortison und Vitamin-B-Präparaten behandelt.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Ohrendruck bedarf es einiger Grundregeln. Die Ohren sollten regelmäßig gepflegt und nicht mit Lärm und lauter Musik überlastet werden. Durch schleimhautabschwellende Maßnahmen bei einer Erkältung sollten die Ohren frei gehalten werden. Eine Verwendung eines Kaugummi für Start und Landung im Flugzeug ist wichtig. Generell gilt, bei unklaren Beschwerden sofort einen Arzt aufsuchen!

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