Chronischer Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. September 2016
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Bei chronischem Durchfall treten über längere Zeit hinweg Durchfälle auf. Die Ursachen dafür sind vielfältig; häufig sind eine Nahrungsmittelintoleranz oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung die Auslöser. In der Regel kann chronischer Durchfall gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist chronischer Durchfall?

Chronischer Durchfall liegt vor, wenn die Beschwerden länger als drei Wochen anhalten. Die Durchfälle können dabei durchgängig bestehen oder in Schüben kommen; die Symptome können zwischenzeitlich also auch wieder abklingen. Bei akutem Durchfall bestehen die Beschwerden meist durchgängig und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Eine Durchfallerkrankung ist dadurch charakterisiert, dass mindestens dreimal pro Tag ein in seiner Konsistenz und Menge veränderter Stuhlgang auftritt. Der Stuhl ist dabei typischerweise breiig bis flüssig und hat einen unangenehmen Geruch. Charakteristischerweise ist bei Durchfall auch die Stuhlmenge erhöht. Ein in seiner Konsistenz eher flüssiger Stuhlgang alleine ist noch kein Durchfall.

Ursachen

Während bei akutem Durchfall häufig eine Lebensmittelvergiftung oder eine Magen-Darm-Infektion die Ursache für die Beschwerden ist, hat chronischer Durchfall meist andere Ursachen. Eine verbreitete Ursache für chronischen Durchfall sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten- bzw. Intoleranzen. Dazu gehören unter anderem die Laktoseintoleranz und die Zöliakie. Auch eine Histaminunverträglichkeit kann zu chronischem Durchfall führen.

Anhaltende Durchfälle können auch nach der Einnahme von Antibiotika entstehen. Durch Antibiotika werden nicht nur die pathogenen Bakterien, sondern auch die für die Verdauung notwendigen Bakterien abgetötet, wodurch in weiterer Folge Durchfälle auftreten können. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von entzündlichen Darmerkrankungen, welche fast immer mit chronischen Durchfällen einhergehen. Dazu gehören unter anderem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Auch Erkrankungen, welche das körpereigene Abwehrsystem schwächen, können mit chronischem Durchfall einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel Krebserkrankungen. Chronischer Durchfall kann auch bei einer Erkrankung der Leber auftreten; die Leber bildet die für die Fettverdauung wichtige Gallenflüssigkeit, weswegen eine Lebererkrankung zu Verdauungsstörungen führen kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnosestellung von chronischem Durchfall erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine ausführliche Anamnese. Die Erstellung einer Anamnese ist bei chronischem Durchfall besonders wichtig, da die Ursachen hier meist nicht augenscheinlich sind. Im Rahmen des Patientengesprächs fragt der Arzt besonders nach Häufigkeit und Konsistenz des Stuhls. Weiters stellt der Arzt fest, ob der Patient weitere Beschwerden hat oder ob er Medikamente einnimmt.

Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung; dabei tastet der Arzt den Bauch ab, um etwaige schmerzempfindliche Stellen ausfindig zu machen. Ist die Ursache weiterhin unklar, kann eine Untersuchung des Rektums notwendig sein. Auch eine Stuhluntersuchung kann bei der Diagnosestellung helfen.

Besteht der Verdacht einer Laktoseintoleranz, wird ein Atemtest durchgeführt. Je nach Verdachtsdiagnose können noch weitere Untersuchungen wie etwa ein Ultraschall des Bauches oder eine Koloskopie durchgeführt werden. Chronischer Durchfall kann, insofern die Ursache bekannt ist, meist gut behandelt werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von chronischem Durchfall richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Ist es aufgrund des Durchfalls zu einem großen Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten gekommen, ist die erste therapeutische Maßnahme das Verabreichen von Flüssigkeit und Elektrolyten. Ist die täglich ausgeschiedene Stuhlmenge sehr groß, kann es notwendig sein spezielle Elektrolytlösungen über einen venösen Zugang zuzuführen. Grundsätzlich gibt es jedoch auch Elektrolytersatz, welcher oral eingenommen werden kann. Die wichtigsten Inhaltsstoffe einer Elektrolytersatztherapie sind Zucker und Kochsalz.

Auf das häufig eingesetzte Hausmittel Coca-Cola sollte verzichtet werden, da durch Softdrinks die Schleimhäute des Verdauungstraktes zusätzlich gereizt werden und sich der Durchfall nur noch verstärkt. Bei chronischem Durchfall kann eine Therapie auch durch die Gabe von Opiaten erfolgen. Opiate haben den großen Vorteil, dass sie die Darmbewegungen einschränken und so eine verstopfende Wirkung haben. Obwohl Opiate Durchfall zuverlässig beenden, kann diese Therapie nur während eines kurzen Zeitraums erfolgen, da diese Arzneimittel auf Morphinbasis den Organismus belasten.

Ist die Ursache für den chronischen Durchfall eine Lebensmittelintoleranz, muss der Patient in Zukunft auf die entsprechenden Nahrungsmittel verzichten. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn steht eine Vielzahl an Medikamenten zur Verfügung, die je nach Krankheitsverlauf und Bedarf eingesetzt werden können. Nur in äußerst seltenen Fällen werden zur Behandlung von chronischem Durchfall Antibiotika verabreicht; dies ist zum Beispiel bei einer Besiedelung des Darms durch pathogene Bakterien erforderlich.



Vorbeugung

Da sich chronischer Durchfall aus einer akuten Durchfallerkrankung heraus entwickeln kann, ist es wichtig derartige Symptome nicht zu ignorieren und so schnell wie möglich zu behandeln. Außerdem können Durchfallerkrankungen in vielen Fällen durch einfache Hygienemaßnahmen, wie dem häufigen Händewaschen, verhindert werden.

Darüber hinaus empfiehlt es sich nach der Einnahme von Antibiotika die Darmflora zu stärken. Dies kann durch eine entsprechende Ernährung bzw. durch die Einnahme bestimmter Medikamente erfolgen.

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