Chinesischer Leberegel (Clonorchiasis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Juni 2017
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Der chinesische Leberegel ist ein Parasit, der Süßwasserfische befällt und auf diesem Weg versucht, seinen Hauptwirt, den Menschen zu erreichen. Im menschlichen Körper befällt der Egel die Gallenwege der Leber, wo er sich vermehrt und lebt. Dieser Wurm ist vokalem in asiatischen Ländern wie China, Taiwan und Japan bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein chinesischer Leberegel (Clonorchiasis)?

Eine Clonorchiasis ist eine chronische Infektion, die durch den chinesischen Leberegel Clonorchiasis hervorgerufen wird. Es handelt sich hierbei um einen parasitären Saugwurm, der bis zu 25 Millimetern lang werden kann und die Gallengänge der Leber im Menschen und anderer Säugetiere befällt. Daher entstammt auch die Bezeichnung „Leberegel“. Die Clonorchiasis ist eine Erkrankung, die vor allem in asiatischen Ländern häufig auftritt.

Infizieren kann sich der Mensch oder das Säugetier durch den Verzehr von Süßwasserfischen, die von den Larven des Wurms befallen sind. Die Fische selber haben sich durch das Verspeisen dieser Larven angesteckt. Der Fisch fungiert somit als Zwischenwirt und der Mensch als Hauptwirt. Die Larve kann somit im Fisch die Zeit bis zum Hauptwirten über lange Zeit überdauern.

Ursachen

Der Ursprung einer Clonorchiasis ist aus diesem Grund der Verzehr von rohem, geräuchertem, gesalzenen, oder getrocknetem Süßwasserfisch. Zunächst gelangen die Larven durch den Magen in den Dünndarm, von wo aus sie die Gallenwege der Leber erreichen. Hier leben sie und entwickeln sich zu dem chinesischen Leberegel.

Wie jeder Parasit hat auch dieser einen Kreislauf, der die Verbreitung der Clonorchiasis unterstützt. Die Eier des Leberegels gelangen in den menschlichen Dünndarm und werden mit dem Kot ausgeschieden. So gelangen die Eier wieder in das Süßwasser, haften sich an Süßwasserschnecken, entwickeln sich hier zu Larven und befallen Fische, die wiederum von Menschen verzehrt werden.

Symptome und Verlauf

Typsiche Symptome eines chinesische Leberegel (Clonorchiasis):

Sobald die Clonorchiasis Larve in den Gallenwegen angekommen ist, dauert es noch ungefähr einen Monat, bis sie zu einem ausgereiften Parasiten herangewachsen ist. Der Saugwurm legt bis zu 2.400 Eier täglich und kann bis zu dreißig Jahren im Wirten leben. Die Infektion verläuft häufig zunächst symptomfrei, bis sich eine angemessene Anzahl des Wurmes entwickelt hat.

Da der chinesische Blutegel die Gallenwege besetzt, kann er Obstruktionen und Entzündungen dieser verursachen. Dies führt zu Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall und Übelkeit. Das Blutbild zeigt eine erhöhte Anzahl von Eosinophilen, denn dies sind die Blutzellen, die bei parasitären Infektionen erhöht sind. Eine Langzeitinfektion kann zu Gallensteinen und einer Entzündung des Pankreas führen. Eine sehr lange und unbehandelte Clonorchiasis kann sogar einen Gallengangskarzinom verursachen.

Diagnose

Durchfälle und Entzündungen der Gallenblase lassen nicht gleich auf den Befall eines chinesischen Leberegels schließen. Um eine klare Diagnose stellen zu können, muss eine Untersuchung des Stuhls und der Gallenflüssigkeit durchgeführt werden. Werden nun Eier des Clonorchiasis festgestellt, so ist die parasitäre Infektion eindeutig.

Auch die erhöhte Anzahl der Eosinophile im Blut des Patienten kann ein Indiz eines Befalls des chinesischen Blutegels sein. Eosinophile sind die Blutzellen, die bei einer parasitären Infektion aktiv sind, sich vermehren und den Parasiten bekämpfen. Die eigene Immunabwehr ist nicht immer erfolgreich, daher müssen noch andere Therapiemaßnahmen zur Hilfe gezogen werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen wird die Clonorchiasis erst spät diagnostiziert, da die Symptome und Beschwerden bei dieser Krankheit nicht charakteristisch sind. Es kommt dabei zu Entzündungen in den Gallenwegen, die nicht selten mit Schmerzen verbunden sind. Der Betroffene leidet ebenso an Durchfall und an Erbrechen. Auch ohne Einnahme von Nahrung kommt es zu einer Aufgeblähtheit und zu einem starken Völlegefühl, sodass der Patient auch an einer Appetitlosigkeit leidet. Die Lebensqualität wird durch die Clonorchiasis eingeschränkt. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zur Ausbildung von Gallensteinen oder von Fisteln kommen.

Auch ein Darmdurchbruch ist möglich, welcher mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden ist. Die Behandlung erfolgt meistens mit Hilfe von Medikamenten, wobei es bei einigen Medikamenten zu Nebenwirkungen kommen kann. Der Verlauf der Clonorchiasis bleibt allerdings stets positiv und es treten keine weiteren Komplikationen ein. Ohne Behandlung kann es mehrere Jahre dauern, bis die Symptome von alleine verschwinden. Die Lebenserwartung wird durch die Erkrankung in der Regel nicht eingeschränkt. Nicht selten kommt es beim Patienten durch die Symptome auch zu psychischen Belastungen.

Behandlung und Therapie

Die Symptome, die durch den Clonorchiasis entstehen, können mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden. Bei starkem Durchfall muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da der Patient der Gefahr einer Dehydration ausgesetzt ist. Auch die Aufnahme von Elektrolyten ist in diesem fall sehr wichtig.

Entzündungshemmende Medikamente mildern die Bauchschmerzen und das Vollgefühl. Der chinesische Blutegel kann durch die Einnahme entsprechender Wurmgifte bekämpft werden. Ein mögliches Wurmgift wäre der Wirkstoff Praziquantel. Dieses Medikament wird in Tablettenform drei Mal täglich über zwei Tagen verabreicht. Die Wirkung des Wirkstoffes ist stärker, wenn es während einer Mahlzeit eingenommen wird.

Alternativ kann der Wirkstoff Albendazol eingenommen werden, jedoch sieben Tage lang. Auch in diesem Fall sollte das Gift während einer Mahlzeit aufgenommen werden. Das Medikament sollte jedoch nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden und auch nur dann, wenn die Infektionserkrankung eindeutig diagnostiziert wurde. Trotz einer erfolgreichen Behandlung, sollte nach drei Wochen der Stuhl und die Gallenflüssigkeit erneut vom Arzt nach möglichen Eiern untersucht werden. Nur dann kann eine Infektion des chinesischen Blutegels ausgeschlossen werden.



Vorbeugung

Eine Infektion des chinesischen Leberegels kann durch einen achtsamen Verzehr von Süßfischen vorgebeugt werden. Bei rohen Süßwasserfischen aus China, Japan und Taiwan besteht eine größere Ansteckungsgefahr, daher sollten die Fische in ausreichend gegartem Zustand gegessen werden. Bei einer Hitze von 55 °C sterben die Larven ab.

Abgestorbene Larven sind in diesem Zusammenhang nicht mehr fähig die Gallenwege zu befallen und Infektionen auszulösen. Durch Hygienemaßnahmen kann verhindert werden, dass mit Eiern infiziertes menschliches Kot in den Süßwasserteich der Fische gelangt.

Das Trinken und Schwimmen in diesen Teichen kann auch zu einem Befall des chinesischen Leberegels führen. Daher sollte dies unterlassen werden.

Bücher über Tropenkrankheiten

Quellen

  • Payk, T.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Tölle, R., Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Berlin 2014

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