Blepharitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Februar 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Blepharitis

Wird eine Blepharitis diagnostiziert, handelt es sich um eine Lidrandentzündung. Sie tritt relativ oft auf und rangiert auf dem zweiten Platz der Augenliderkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Blepharitis?

Oftmals liegt die Ursache einer Blepharitis in einer bakteriellen Infektion durch Staphylokokken. Des Weiteren kann die Lidrandentzündung jedoch auch durch andere unterschiedliche Gründe entstehen. Diese sind zum Beispiel eine grundsätzlich erhöhte Talgproduktion (Seborrhoe) der Hautbereiche am Augenlid oder eine Funktionsstörung beziehungsweise verminderte Talgproduktion der Meibom-Drüsen am Lidrand.

Eine akute Blepharitis heilt bei optimaler Versorgung normalerweise binnen einiger Tage/Wochen aus. Ist die Blepharitis chronisch, kann sie dennoch durch eine entsprechende Therapie gelindert werden. Typische Symptome der Blepharitis sind gerötete, juckende und brennende Augen wie auch verklebte Lidränder nach dem morgendlichen Aufwachen.

Ursachen

Wird die Blepharitis durch Staphylokokken hervorgerufen, besteht speziell die Möglichkeit eines chronischen Verlaufs der Erkrankung. Da Staphylokokken zu der normalen Hautflora der meisten Menschen gehören und sie ständig auf der Haut siedeln, kann die Infektion immer wieder neu aufflammen. Diese Bakterien produzieren unterschiedliche Substanzen wie beispielsweise Giftstoffe und Enzyme, welche entzündliche Reaktionen am Augenlid sowie Irritationen des Tränenfilms hervorrufen können.

Der Drüsentalg wird daraufhin zähflüssiger und fließt schwerer ab. Weitere Ursachen einer Blepharitis sind möglicherweise akute Infektionen durch Varizella-Zoster-Viren oder Herpesviren, Milben, eine erhöhte Liddrüsensekretion (übermäßig viel Tränenflüssigkeit), allergische Reaktionen sowie eine Rosacea (erweiterte Äderchen).

Äußere Auslöser einer Blepharitis können zudem beispielsweise Hitze/Kälte oder Staub, Rauch sowie Wind/Zugluft, unzureichende Hygiene, Unverträglichkeiten bei Kosmetika oder häufiges Augenreiben sein. Oftmals wird eine Blepharitis auch mittels mehrerer dieser Ursachen begünstigt. Liegen gleichzeitig eine Seborrhoe, extrem trockene Augen (Sicca Syndrom) und Staphylokokken vor, wird im Rahmen einer Blepharitis von dem Triple-S-Syndrom gesprochen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Blepharitis:

Häufig sind Zugluft, Unverträglichkeiten bei Kosmetika sowie häufiges Augenreiben der Grund für Blepharitis

Die Blepharitis zeigt sich mit typischen Symptomen wie zum Beispiel geröteten Augen, Augenbrennen sowie Augenjucken, morgendlichen verkrusteten und/oder verklebten Lidrändern sowie einem unangenehmen Fremdkörpergefühl im Innern des Auges.

Des Weiteren treten bei einer Blepharitis oftmals glänzende wie auch stark gerötete Lidränder, feste Schuppen am Wimpernansatz beziehungsweise Lidrand auf und die Wimpern kleben zusammen und wirken fettig. Am Lidrand des Auges bilden sich bei einer Blepharitis zudem teilweise einige ölige Tröpfchen. Ist eine Blepharitis diagnostiziert, hilft eine regelmäßige beziehungsweise tägliche Lidrandpflege die Entzündungen des Lidrandes wesentlich zu vermindern und sollte deshalb bei Betroffenen zur Routine werden.

Selbst eine chronische Blepharitis, welche äußerst unangenehm jedoch nicht zwingend gesundheitsgefährdend ist, kann mit einer individuell abgestimmten Therapie erträglich gemacht werden. Bleibt eine Blepharitis jedoch unbehandelt, kann sie im Lauf der Zeit zu Schädigungen des Auges wie beispielsweise Wimpernausfall, chronische Bindehautentzündung oder narbigen Veränderungen des Lidrandes führen.

Diagnose

Um eine Blepharitis exakt zu diagnostizieren, wird der behandelnde Arzt einerseits nach den genauen Beschwerden des Patienten fragen. Andererseits wird das Auge mittels einer Spaltlampe, welche eine spaltförmigen gebündelten Lichtstrahl direkt auf das jeweilige Auge wirft, betrachtet. Die Spaltlampe ermöglicht zur Diagnose der Blepharitis zudem eine hilfreiche Vergrößerung des Auges.

Behandlung

Zur Behandlung der Blepharitis können unterschiedliche Therapien eingesetzt werden. Mithilfe der täglichen Lidrandhygiene lassen sich eventuelle Verkrustungen des Auges leicht entfernen. Hierfür eignet sich speziell eine mittels Wasser verdünnte milde Seifenlösung (beispielsweise ein Babyshampoo).

Mit einem frischen Wattestäbchen (nur einmal benutzen) wird der Mix aus abgekochtem kalten Wasser (halbe Tasse) und etwas Shampoo zum Reinigen des Augenlides genutzt. Dabei das Wattestäbchen nur einmal eintauchen, da sonst die Bakterien verschleppt werden. Täglich aufgelegte feucht/warme (erträglich heiße) Kompressen bewirken, dass sich verhärteter Talg der Lidranddrüsen verflüssigt. Die Kompressen (sauberes Tuch/Waschlappen) sollten einmal pro Tag zehn Minuten beziehungsweise zweimal pro Tag fünf Minuten auf die geschlossenen Augen gelegt werden. Anschließend kann eine intensive jedoch sanfte Lidrandmassage den überschüssigen Talg entfernen.

Liegt bei der Blepharitis eine Störung des Tränenfilms vor, wird der Arzt eventuell eine Tränenersatzflüssigkeit (Augentropfen) empfehlen. Bei einer bakteriellen Infektion wird normalerweise eine Augensalbe verschrieben, die Antibiotika enthält. Manchmal werden zusätzlich Antibiotika in Form von Tabletten benötigt.

Je nachdem welcher Art die Blepharitis ist, kann es sinnvoll sein, für kurze Zeit entzündungshemmende Medikamente am betroffenen Auge einzusetzen. Wurden zur Therapie der Blepharitis Augensalben/Augentropfen verschrieben, sollten beispielsweise warme Kompressen, Lidrandhygiene sowie Lidrandmassagen vor ihrer Anwendung vorgenommen werden.

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Vorbeugung

Vor einer akuten Lidrandentzündung beziehungsweise Blepharitis kann sich im Grunde kein Mensch wirklich sicher fühlen. Äußere Reize wie extremer Staub, exzessiver Rauch oder ständige Zugluft sind stets so weit wie möglich zu meiden. Ist eine Blepharitis bereits chronisch, sollten die Betroffenen zudem die tägliche Lidrandpflege zuverlässig durchführen.

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