Blaue Finger

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Blaue Finger sind meistens nicht nur unangenehm und teilweise mit Schmerzen verbunden, gleichzeitig können sich einige Krankheiten hinter diesem Symptom verstecken. Während die Verfärbung oft mit Kälte in Verbindung gebracht wird, ist diese keine Voraussetzung für ihr Entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind blaue Finger?

Blaue Körperstellen sind zum einen ein Zeichen von Kälte und Frieren, symbolisieren aber insbesondere einen Sauerstoffmangel, eine Quetschung oder unterschiedliche Syndrome. Die Herkunft der Verfärbung kann harmlos sein, genauso gut jedoch auf schwerwiegende Krankheiten hinweisen. In den meisten Fällen handelt es sich bei blauen Fingern nicht um eine eigenständige Erkrankung.

Das Bestehen weiterer Symptome sowie der Zeitpunkt der Verfärbung geben oft schon Aufschluss darüber, warum die Finger ihre gesunde Farbe verändert haben. Betroffene sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, insbesondere, wenn es zu keinem physischen Unfall gekommen ist, der die bläuliche Verfärbung erklären kann.

Ursachen

Eine mögliche Ursache für die Blaufärbung der Finger ist das Vorliegen einer Zyanose. Diese betrifft die Lippen, aber auch die Fingerspitzen und ist ein Zeichen für einen Sauerstoffmangel. Für die Verbreitung des Sauerstoffs innerhalb des Körpers ist das Blut verantwortlich, genauer gesagt das Stoff, der die rote Farbe verursacht: das Hämoglobin. In einem ewigen Kreislauf wird das Blut in der Lunge mit Sauerstoff angereichert und bringt dieses zu jeder einzelnen Zelle. Je nachdem, wie viel Sauerstoff im Blut vorhanden ist, erscheint dieses heller oder bläulicher.

Eine blaue Erscheinung ist ein Zeichen dafür, dass das Hämoglobin zu wenig Sauerstoff transportiert. Die oberhalb liegenden Blutgefäße schimmern durch die Haut durch, wodurch diese blau wirkt. Verantwortlich sein kann eventuell auch das Raynaud-Syndrom. Bisher sind die Entstehungsgründe unbekannt. Es wird unterschieden zwischen einem primären und sekundären Raynaud-Syndrom. Generell reagiert der Körper bei dieser Erkrankung in einem hohen Maß überempfindlich auf Kältereize. Die Blutzirkulation wird eingeschränkt und es entstehen entweder weiße oder blaue Verfärbungen.

Eine weitaus ungefährlichere und übliche Ursache ist eine Quetschung der Finger. Wenn im Rahmen eines Unfalls die Äderchen verletzt wurden, läuft Blut in das umliegende Gewebe.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wichtig ist während der Diagnose insbesondere ein ausführliches Gespräch. Patienten sollten dazu in der Lage sein, Auftreten und Dauer der Verfärbung zu beschreiben, sowie eventuelle Schmerzen und weitere Symptome. Vorhandene Schwellungen und äußere Verletzungen helfen dabei, die potentiellen Ursachen einzuschränken. Besteht der Verdacht des Raynaud-Syndroms, hilft eine konfrontative Diagnose. Bei dieser wird der Betroffene entsprechenden Kältereizen ausgesetzt. Reagiert der Körper in Form einer Veränderung der Farbe, ist davon auszugehen, dass das Syndrom tatsächlich vorliegt. Bluttests, Ultraschallbilder und die Untersuchung der Kapillare untermauern die Diagnose.

Mittelpunkt der Zyanose-Diagnose ist zunächst das Untersuchen von Lippen, Zunge, Nasenspitze, Fingern, Ohrläppchen und Schleimhäute. Eine Verfärbung erregt generell den Verdacht des Bestehens der Blutzirkulationsstörung, die Farbe der Zunge kann zudem Aufschluss über die Art der Zyanose geben. Die Analyse des Blutes bestimmt den genauen Sauerstoffwert, eine weitere Methode ist die Durchleuchtung der Finger. Da die Farbe des Blutes einen Hinweis auf die Sauerstoffsättigung gibt, kann das sich ergebende Abbild bereits weitere Indizien liefern.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich nach der vorliegenden Diagnose. Quetschungen müssen meistens nicht weiter behandelt werden. Die Schonung der Finger sowie bestimmte Salben können bereits lindernd wirken. Ist der Fingernagel von der Blutung betroffen, ist es eventuell notwendig, das Blut abfließen zu lassen, damit der Nagel sich im späteren Heilungsprozess nicht von der Haut löst.

Am effektivsten kann das Raynaud-Syndrom dadurch therapiert werden, dass Kältereize vermieden werden. Betroffene sollten sich durch dicke Handschuhe, Taschenwärmer, Mützen und Schals vor Kälte und Nässe schützen. Hilfreich ist zudem regelmäßige Bewegung, da diese die Durchblutung ankurbelt. Es sollte jedoch unbedingt auf Sportarten verzichtet werden, welche die Finger belasten. Zu diesen gehören beispielsweise Ballsportarten wie Basketball oder Badminton. Bewegung kann sich darüber hinaus auf die generelle Entspannung des Patienten positiv auswirken. Diese sollte mit autogenem Training und Stressabbau gezielt unterstützt werden.

Sind die Beschwerden zu stark, kann der Arzt sich für gefäßerweiterende Maßnahmen entscheiden. Diese werden in Form von speziellen Salben und Infusionen angewendet. Das sekundäre Raynaud-Syndrom bedarf einer Therapie der zugrunde liegenden Ursachen. Hier müssen zum Beispiel Nervenentzündungen und Gefäßerkrankungen behandelt werden. Um eine Zyanose zu bekämpfen müssen die Ursachen beseitigt werden, die zu dem Sauerstoffmangel führen.

Besonders häufig finden sich diese im Bereich von Lunge und Herz. Herzklappenfehler, Herzschwäche, Bronchitis und Asthma sind einige potentiellen Verursacher. Die Therapie reicht demenstprechend von Schonung, zu Medikamenten bis zu Operationen. Unabhängig von der Ursache wird Betroffenen meistens zunächst Sauerstoff über eine Nasensonde verabreicht, um den Mangel auszugleichen.

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Vorbeugung

Die Verfärbung von Fingern lässt sich nur begrenzt vorbeugen. Vorsicht bei manuellen Arbeiten hilft dabei, Quetschungen zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung sorgt für eine optimale Durchblutung des gesamten Körpers. Die Ursachen von Zyanose können in einem gewissen Maß durch eine gesunde Ernährung präventiv behandelt werden. Da die Entstehung des Raynaud-Syndrom noch nicht vollkommen geklärt ist, ist es bisher unmöglich, hier vorbeugend zu handeln.

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