Bizepssehnenriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Der Bizepssehnenriss ist eine häufige Sportlerverletzung. Rund 96 Prozent aller Verletzungen entstehen im Schulterbereich; die Behandlung erfolgt im Regelfall operativ.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Bizepssehnenriss?

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Unter dem Begriff Bizepssehnenriss bezeichnet der Mediziner eine Ruptur - Riss - einer Sehne, die sich im zweiköpfigen Armbeugermuskel befindet. Der Armbeugermuskel - Musculus biceps brachii - wird vor allem beim Kraftsport intensiv trainiert.

Der Mediziner unterscheidet beim Bizepssehnenriss zwischen einer proximalen Ruptur (hier entsteht die Ruptur in der Schulter) und einer distalen Ruptur (der Riss entsteht im Bereich des Ellenbogens).

Ursache von Bizepssehnenriss

Der Bizepssehnenriss tritt vor allem bei der sportlichen Betätigung und mechanischen Belastung der Muskeln auf. Das Hauptproblem des Bizepssehnenriss ist, dass gleichzeitig andere Verletzungen einhergehen. Das bedeutet, dass der Bizepssehnenriss nicht die einzige Verletzung ist, sondern dieser in Verbindung mit Weichteilverletzungen erfolgt. So erleiden viele Patienten nicht nur einen Bizepssehnenriss, sondern etwa auch eine Verletzung der Rotatorenmanschette.

Doch auch die distale - untere - Bizepssehne kann durch spontane oder ruckartige Bewegungen reißen. Ein enorm großer Kraftaufwand ist nicht erforderlich. Ebenfalls kann eine Vorschädigung der Grund für eine Ruptur sein. Eine Schwächung der Muskulatur ist ebenfalls eine Ursache für einen Bizepssehnenriss.

Weitere Ursachen für einen Bizepssehnenriss sind: Überlastungsschäden auf Grund sportlicher eintöniger Betätigung, einer Ischämie an Engpässen im morphologischen Bereich, Einwirkung von Kortison, degenerative Erkrankungen sowie genetische Disposition als auch das Alter und auch eine Erkrankung des rheumatischen Kreises.

Symptome und Verlauf

Der Schmerz steht bei einem Bizepssehnenriss nicht im Vordergrund. Der Patient klagt nicht über starke Schmerzen, sondern vielmehr über einen Kraftverlust bei der Armbeugung. Reißt die untere Sehne, tritt der Muskel nach oben. Bei einem oberen Riss des Bizepses tritt der Muskel nach unten. Im Regelfall klagt der Patient jedoch nur über einen Kraftverlust; Schmerzen treten nur bedingt auf.

Diagnose von Bizepssehnenriss

Der Arzt stellt die Diagnose eines Bizepssehnenriss erstmals mittels der Anamnese und der vom Patienten geschilderten Symptome. Eine Röntgenaufnahme schließt knöcherne Verletzungen aus; der Zustand der Sehnen ist beim Röntgen nicht zu sehen.

Entdeckt der Arzt keine knöcherne Verletzung und schließt diese aus, wird zur Feststellung der Diagnose ein MRT - Kernspintomographie - verordnet. Mittels dieser Anwendung erkennt der Mediziner die Sehne und etwaige Verletzungen sowie den Bizepssehnenriss.

Behandlung von Bizepssehnenriss

Im Regelfall operiert der Arzt bei einem Bizepssehnenriss. Bei der Operation befestigt der Arzt die Bizepssehne. Bei einem Riss im Schulterbereich wendet der Arzt das arthroskopische Verfahren an. Die Arthroskopie kommt auch dann zum Einsatz, wenn weitere Verletzungen im behandelnden Bereich vorliegen.

Bei einem Bizepssehnenriss gibt es unterschiedliche operative Behandlungsmöglichkeiten. In erster Linie wird die Sehne am Knochen genäht - hier spricht der Mediziner von der Reinsertion. Neben der Naht gibt es auch das Einhängen der Sehne sowie auch ein Verankern am Knochen selbst. Eine weitere operative Möglichkeit ist das Umschlingen des Knochens mit der Sehne. Erleidet der Patient einen Bizepssehnenriss im unteren Bereich, wendet man ebenfalls eine operative Behandlung an.

Der Arm ist nach dem operativen Eingriff nicht belastbar. Der Patient muss mittels krankengymnastischen Übungen dafür Sorge tragen, dass die Gelenke beweglich bleiben und die Muskulatur trainiert wird. Eine Belastungssteigerung erfolgt schrittweise über mehrere Tage und Wochen.

Eine Operation sowie auch eine Therapie nach der Operation birgt auch Komplikationen mit sich. Blutungen, Störungen der Wundheilung, Thrombose, Infektionen oder auch Verletzungen der Gefäße wie Nerven sind bei einem Behandlung des Bizepssehnenriss äußerst selten.

Durch die neuen Verfahren ermöglicht der Arzt nach der Operation und physikalischen Behandlung eine 100-%ige Sportfähigkeit. Auch wenn viele Ärzte noch immer eine konservative Therapie vorschlagen, zeigt die Statistik und die Erfahrung vieler Patienten, dass eine Operation deutlich effektiver ist. Handelt es sich jedoch um keinen Sportler, reicht die konservative Behandlungsform im Regelfall komplett aus, um das Alltagsleben wie früher zu gestalten.

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Vorbeugung von Bizepssehnenriss

Ein Bizepssehnenriss kann der Patienten verhindern, indem er Vorschädigungen verhindert. Das bedeutet, dass man sich vor sportlicher Tätigkeit aufwärmen muss, sodass die Muskeln warm werden. Das fehlende oder falsche Aufwärmtraining sorgt in den meisten Fällen für einen Bizepssehnenriss und anderweitige Verletzungen.

Der Sportler sollte bei einem Bizepssehnenriss Nikotin vermeiden. Auch wenn Sportler im Regelfall nicht Rauchen, sollte er den Zigaretten abschwören, da das Nikotin die Ischämie begünstigt und auch die Wundheilung beeinträchtigt. Klagt der Patient über Verletzungen oder Entzündungen, heißt es Geduld bewahren und diese ausheilen lassen.

Viele Bizepssehnenrisse treten auf, weil bereits andere Verletzungen auftraten und diese nicht verheilt sind. Auch ein zu intensives Training sorgt für Verletzungen und begünstigt erheblich den Bizepssehnenriss.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

rudolf kommentierte am 22.11.2014 um 17:30 Uhr

Ende Oktober 2014: Riss der langen Bizepssehne rechts, großer Bluterguss bis in den Unterarm, Schmerz bei Bewegung. Der Arzt meinte lediglich ich solle den Arm schonen. Ich selbst fixierte den Oberarm mit einer elastischen Binde und behandelte ihn mit "Retterspitz"-Umschlägen mehrmals am Tag. Zudem bewegte ich den Arm bis zur Schmerzgrenze, achtete aber darauf, ihn nicht zu sehr zu belasten. Ab dem vierzehnten Tag muss ich den Oberarm nur noch tagsüber mit einer elastischen Binde stützen. Nach 3 Wochen bin ich fast schmerzfrei und kann schon wieder mit einer kleinen Motorsäge aktiv sein.