Berufsallergien (Bäckerasthma und Friseurekzem)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Berufsallergien (Bäckerasthma und Friseurekzem) werden durch potentiell allergieauslösende Substanzen am Arbeitsplatz hervorgerufen. In der Regel müssen Betroffene die entsprechende Substanz in weiterer Folge meiden, was in vielen Fällen eine berufliche Umorientierung bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Berufsallergien (Bäckerasthma und Friseurekzem)?

Bei einer Berufsallergie (Bäckerasthma und Friseurekzem) handelt es sich um eine allergische Reaktion, welche durch den Kontakt mit bestimmten Allergenen, die im Arbeitsumfeld vorkommen, ausgelöst wird. Im Gegensatz zu anderen Allergien, tritt eine Berufsallergie im Rahmen einer bestimmten beruflichen Tätigkeit auf.

Die bekanntesten Berufsallergien sind das Bäckerasthma und das Friseurekzem. Beim Friseurekzem handelt es sich um eine allergische Hauterkrankung, welche durch verschiedenste im Friseuralltag verwendete Substanzen, hervorgerufen werden kann. Betroffene von Bäckerasthma entwickeln dieses Atemleiden aufgrund von einer allergischen Reaktion auf Mehl.

Ursachen von Berufsallergien

Berufsallergien haben ihre Ursache stets in einem berufsbedingten engen Kontakt zu bestimmten allergieauslösenden Stoffen. Typisch für eine Allergie ist dabei, dass die auslösende Substanz an sich nicht gefährlich ist. Das Immunsystem des Betroffenen nimmt den an sich harmlosen Stoff jedoch als Gefahr wahr, wodurch eine Immunreaktion zur Bekämpfung gestartet wird.

Die Immunreaktion, welche durch das Allergen ausgelöst wird, führt dann zu den für Berufsallergien typischen Beschwerden. Friseurekzeme können durch verschiedene Substanzen hervorgerufen werden. Besonders häufig sind Haarfärbe- und Blondierungsmittel Ursache für die Hauterkrankung. Ein Friseurekzem kann jedoch auch als Reaktion auf bestimmte Shampoos, Pflegeprodukte oder die während des Färbens getragenen Plastikhandschuhe hervorgerufen werden.

Bei Bäckerasthma ist das Allergen Mehl. Mehl ist in Bäckereien allgegenwärtig; selbst in der Luft befindet sich Mehlstaub, der ständig eingeatmet wird. Menschen, die auf bestimmte Mehlinhaltsstoffe allergisch reagieren, können dann bei wiederholtem Kontakt Asthma entwickeln. In vielen Fällen von Berufsallergien ist es schwer einen bestimmten Auslöser zu finden bzw. festzustellen, ob die Allergie wirklich erst durch den ausgeübten Beruf aufgetreten ist oder bereits vorher latent vorhanden war.

Symptome und Verlauf von Berufsallergien

Typische Symptome von Berufsallergien:

Bei einem Friseurekzem handelt es sich um eine Hauterkrankung, welche typischerweise die Hände von Friseuren betrifft. Diese Berufsallergie tritt doppelt so häufig bei Frauen als bei Männern auf. Typische Symptome sind Rötungen der Haut, Hautrisse, starker Juckreiz, trockene Haut und Ausschlag.

Betroffene von Bäckerasthma leiden unter den für Asthma charakteristischen Symptomen Dazu gehören Probleme beim Atmen, chronischer Husten, Kurzatmigkeit und pathologische Atemgeräusche. Meiden Betroffene die auslösenden Allergene und orientieren sich beruflich um, dann bilden sich die Symptome meist zurück; der Verlauf ist also als positiv einzuschätzen.

Diagnose von Berufsallergien

Die Diagnose von Berufsallergien (Bäckerasthma und Friseurekzem) muss von einem Facharzt gestellt werden. Bei Verdacht auf Bäckerasthma sollte ein Lungenfacharzt aufgesucht werden. Wird ein Friseurekzem vermutet, ist ein Dermatologe für die Diagnosestellung zuständig.

Um eine Diagnose stellen zu können, erhebt der behandelnde Facharzt zuerst eine Anamnese. Dabei fragt er nach bereits bestehenden Allergien und anderen Erkrankungen sowie nach den Substanzen, welchen der Betroffene an seinem Arbeitsplatz ausgesetzt ist. Nach der Anamneseerhebung folgt eine Reihe von Allergietests.

Behandlung von Berufsallergien

Die effektivste Behandlung von Berufsallergien ist die vollständige Meidung der Allergene. Dies erfordert in den allermeisten Fällen einen Berufswechsel. In diesem Fall wird die Ursache der Allergie gemieden, wodurch der Körper keinen Kontakt zu den von ihm als gefährlich eingestuften Substanzen mehr hat. Ohne Kontakt zu den allergieauslösenden Substanzen erfolgt auch keine Immunantwort des Körpers, um die Stoffe abzuwehren und die Beschwerden bleiben aus.

Neben dem Berufswechsel gibt es auch einige Therapien, die zur Behandlung von Allergien eingesetzt werden können. Beim Friseurekzem kann eine ursächliche Therapie unter anderem darin bestehen, den Kontakt zu allergieauslösenden Stoffen wie Färbemitteln durch die Verwendung von Handschuhen zu vermeiden. Damit dieser Ansatz jedoch erfolgreich ist, muss zuvor genau festgestellt werden, welche Substanzen das Friseurekzem hervorrufen.

Beim Bäckerasthma ist ein derartiger Lösungsansatz meist nicht möglich, da in Backstuben überall Mehlspuren vorhanden sind und der Kontakt zum Allergen so nicht verhindert werden kann. Eine symptomatische Therapie von Berufsallergien erfolgt meist durch die Gabe von kortisonhaltigen Mitteln. Beim Friseurekzem muss dann für einen bestimmten Zeitraum eine kortisonhaltige Salbe auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Handelt es sich bei der Berufsallergie um Bäckerasthma, besteht die symptomatische Therapie meist aus der Verwendung eines Inhalators, welcher einen Wirkstoff mit Kortison enthält.

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Vorbeugung von Berufsallergien

Da die meisten Betroffenen vor der Ausübung des jeweiligen Berufs nicht wissen, dass sie gegen bestimmte Substanzen allergisch reagieren, ist es sehr schwer eine Berufsallergie (Bäckerasthma und Friseurekzem) vorzubeugen.

Sind in der Familie bereits Fälle von Berufsallergien bekannt bzw. wird eine derartige Allergie vermutet, ist es sinnvoll Allergietests zu machen, bevor eine Ausbildung im entsprechenden Beruf angefangen wird. Menschen, die besonders allergieanfällig sind, sollten bei der Berufswahl Tätigkeiten bevorzugen, bei denen sie nicht täglich Kontakt zu potentiellen Allergenen haben.

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