Belag auf der Zunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Belag auf der Zunge

Belag auf der Zunge ist nicht nur unschön anzusehen, sondern kann gleichzeitig ein Symptom für eine von dutzenden Krankheiten darstellen. In erster Linie ist jedoch eine mangelnde Hygiene für den Zungenbelag verantwortlich. Jedoch können auch innere Erkrankungen für einen Zungenbelag verantwortlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Belag auf der Zunge?

Im Endeffekt ist die Zunge ein Muskel im Mund, der von einer Schleimhaut überzogen ist. Primär hat die Zunge die Aufgaben zu schmecken bzw. zu lecken und spielt einen wesentlichen Aspekt beim Reden. Die Zungenschleimhaut ist mit Papillen versorgt, welche des Weiteren die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen feststellen können. So kann die Zunge etwa in bitter, sauer, salzig sowie süß unterscheiden. Der Zungenbelag setzt sich vorwiegend aus Zellen, Keimen und Nahrungsresten zusammen. Dieser wird bei der Mundhygiene bzw. beim Essen selbst "abgerieben", wobei in einigen Fällen der Belag auch bestehen bleibt.

Vor allem ist für den Arzt interessant, welche Farbe der Belag hat. So gibt es einen weißen bzw. schmutzig weißen, roten wie gelben und grünen wie braunen bzw. schwarzen Zungenbelag. Vorwiegend gibt der Zungenbelag erste Hinweise auf die Ursache. Liegt etwa ein himbeerroter Zungenbelag vor, geht der Mediziner in erster Linie von einer Scharlach-Erkrankung aus.

Ursachen

Die Gründe für den Zungenbelag sind unterschiedlich. Vorwiegend setzt sich der Belag aus alten Zellen, Keimen sowie Nahrungsresten zusammen. Ein weißer Zungenbeleg deutet jedoch auf einen Mundpilz hin. Leidet der Patient unter Infekten, kann ebenfalls ein Zungenbelag entstehen. Auch sexuell übertragbare Krankheiten sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können mitunter für eine belegte Zunge sorgen.

Die Zungenentzündung selbst steht ebenfalls in Einklang mit einem Zungenbelag. Jedoch äußert sich dieser Belag des Weiteren mit einem Zungenbrennen bzw. einer komplett glatten und roten Zunge. Etwaige Medikamente sowie Gifte können ebenfalls Zungenbelege hervorrufen. Tritt der Zungenbeleg immer häufiger auf, können auch Erkrankungen im Bereich des Zahnfleisches bzw. der Zähne - die Parodontitis - die Ursache sein.

Auch diverse Hautkrankheiten und innere Erkrankungen können sich in Form eines Zungenbelags zu Wort melden. Des Weiteren gibt es die sogenannte Landkartenzunge. Jene Linqua geographica ist dahingehend auffällig, da die Zunge bzw. deren Belag rote bzw. graue und gelbe Veränderungen mit sich bringt bzw. jene fleckig auftreten, sodass der Belag an eine Landkarte erinnert. Jedoch ist die Landkartenzunge harmlos; die Ursache, weshalb jener Zungenbelag entsteht, ist bislang nicht geklärt. Liegt ein schwarzer Zungenbelag vor, kann etwa eine Vergrößerung der Zungenpapillen erfolgt sein.

Ein weißer oder rot-fleckiger Zungenbelag kann das erste Anzeichen einer Präkanzerose sein. Dies gilt gleichzeitig als Krebsvorstufe, wobei ein Zungenbelag im Endeffekt kein Symptom bzw. Warnzeichen für Zungenkrebs darstellt. Zungenkrebs tritt eher selten auf bzw. wird im Regelfall durch Tabak und sehr viel Alkohol begünstigt. Auch Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Scharlach bzw. diverse Formen von Typhus können mitunter einen Zungenbelag verursachen. Selbst eine Urämie - die Harnvergiftung - sorgt für eine belegte Zunge.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Sucht der Patient - auf Grund des Zungenbelags - den Arzt auf, wird dieser zunächst eine Anamnese durchführen. Das bedeutet, dass er zuerst wissen will, seit wann der Patient über den Zungenbelag verfügt bzw. ob es weitere Symptome gibt, welche in Verbindung mit dem Belag stehen (etwa ein Brennen bzw. Schmerzen). Ebenfalls ist es wichtig zu wissen, ob etwaige Vorerkrankungen oder Grunderkrankungen bestehen, die womöglich der Grund für den Zungenbelag darstellen könnte.

Auch kann die Ernährung mitunter ein Grund sein, warum ein Belag entsteht. Selbstverständlich muss auch die Frage geklärt werden, ob der Patient Raucher ist. Des Weiteren untersucht der Arzt nicht nur die belegte Zunge, sondern überprüft auch die Mundschleimhaut. Der Arzt nimmt einen Abstrich vom Belag und legt eine Kultur an. In einigen Fällen können auch Blutuntersuchungen, eine zahnärztliche Untersuchung sowie auch eine Magenspiegelung Aufschluss darüber geben, weshalb der Patient unter einer belegten Zunge leidet.

Behandlung und Therapie

Vorwiegend ist eine belegte Zunge harmlos. Das bedeutet, dass nur in den seltensten Fällen eine Therapie notwendig ist. Primär wird aber - bei einer belegten Zunge - nicht der Belag bzw. das Symptom therapiert, sondern folgt vielmehr die Behandlung der Ursache bzw. der Erkrankung, weshalb die Zunge belegt ist.

Besteht der Zungenbelag auf Grund alten Zellen, Keimen und Nahrungsresten, welcher nicht "abgerieben" wurde, sollte der Patient vorwiegend feste Nahrung konsumieren bzw. das Essen gründlich kauen.

Ebenfalls gibt es spezielle Zahnbürsten wie Peeling-Instrumente für die Zunge, welche den Belag entfernen können. Besteht eine Pilzinfektion, können hier diverse Anti-Pilz-Medikamente für eine Linderung sorgen. Liegt eine Krankheit vor, welche für den Zungenbelag verantwortlich ist, wird jene individuelle behandelt.

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Vorbeugung

Der Zungenbelag kann - wenn er auf Grund mangelnder Hygiene auftritt - leicht vorgebeugt werden. Vorweg kann man durch feste Nahrung bzw. dem Abreiben mit der Zahnbürste sehr wohl den Belag entfernen. Bei Erkrankungen ist eine Vorbeugung nicht möglich.

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