Bakterium Serratia (Serratien)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. März 2016
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Serratien sind Bakterien, die zu der Familie der Enterobakterien gehören. Der Name der Enterobakterien leitet sich von dem griechischen Wort Enteron ab, welches auf deutsch der Darm ist. Viele Bakterien dieser Familie sind Darmbewohner, doch gibt es auch freilebende, nicht im Darm vorkommende Bakterienarten die zur Familie der Enterobakterien gehören.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bakterium Serratia (Serratien)?

Serratien sind gram-negative Stäbchenbakterien, die hauptsächlich in der Darmflora der Tiere und Menschen vorkommen. Aber sie können auch im Wasser, Boden, Nahrungsmitteln und Pflanzen vorkommen. Entdeckt wurde das Bakterium 1819 von dem Physiker und Pharmazeuten Bartolomeo Bizio auf verfaulter Polenta. Er nannte die Bakterien Serratia nach seinem Physiklehrer, den er sehr bewunderte.

Die Gattung Seratia hat 12 verschiedene Unterarten, von denen das Bakterium Serratia marcescens der häufigste Vertreter ist. Unter anderem ist es auch als Hostienpilz oder Wunderbazillus bekannt. Das Merkmal dieses Bakteriums ist dessen rote Pigmentation. Normalerweise sind Serratien harmlos, doch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu einer Infektion kommen.

Seit dem Jahr 2007 gibt es eine Forschungsgruppe, welche Transportmechanismen für Mikromaschinen erforscht und entwickelt, die das Bakterium Serratia für wissenschaftliche Zwecke nutzt, indem dieses Bakterium kleine Gewichte durch Flüssigkeit bewegen muss. Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass nachgewiesen wurde wie Serratia marcescens bei einigen Korallen der Art Acropora eine sehr schwere Krankheit, die sogenannte White pox Krankheit auslöst. Das problematische ist hierbei, dass der für die Korallen tödliche Keim nicht von anderen Lebewesen im Meer stammt, sondern aus den Abwässern des Menschens kommt.

Ursachen

Normalerweise kommt es bei einem Kontakt mit Serratia-Bakterien nicht zu einer Infektion. Früher wurde diese Bakterienart als nicht krankmachend bezeichnet, doch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind diese Bakterien sehr gefährlich geworden.

Aus diesem Grund spielen heutzutage Serratiabakterien bei nosokomialen Inektionen (Krankenhausinfektionen) eine große Rolle. Unter einer Krankenhausinfektion versteht man eine Infektion, die durch die Behandlung in einer Krankenstation oder einem einfachen Aufenthalt in einem Krankenhaus bedingt wurde.

Daher sind diese Bakterien ein sehr großes Problem auf Inensiv- und Säuglingsstationen. Besonders gefürchtet sind die Erreger auch bei einer Endoprothetik Operation, da hierbei eine Sepsis durch verunreinigte Katheter und Infusionslösungen verursacht werden kann.

Behandlung und Therapie

Serratia Bakterien sind normalerweise mit Antibiotka einfach zu behandeln. Für Enterobakterien werden, wie auch zum Beispiel für E. coli, Acylaminopenicilline eingesetzt. Speziell für die Serratia Bakterien werden vor allem Aminoglykoside eingesetzt.

Gegen zahlreiche Cephalosporine sind die Bakterien von vorneherein resistent. Das große Problem mit diesem Erreger ist seine Fähigkeit β-Lactamasen herzustellen, welche Antibiotika des β-Lactam-Typs zerstören. Dadurch sind viele Erreger gegen Antibiotika resistent und es wird vermehrt empfohlen vor der Therapie eine Resistenzprüfung (Antibiogramm) durchzuführen.

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Ansteckung und Übertragung

Da die Bakterien der Gattung Serratia überall in Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren vorkommen, kann die Infektion aus der Umgebung erfolgen. Aber auch durch den Kontakt von Mensch zu Mensch oder durch eine Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) können die Bakterien weitergegeben werden. Doch bei immunstarken und gesunden Menschen führt der Kontakt normalerweise nicht zu einer Krankheit.

Durch das Serratia-Bakterium können verschiedene Krankheiten, wie Wund-, Harnwegs und Atemwegsinfektionen, Lungenentzündung, Endokarditis, Meningitis oder Sepsis (Blutvergiftung) ausgelöst werden. Eine Harnwegsinfektion tritt in etwa 2 Prozent einer Ansteckung auf und bei einer Pneumonie oder Sepsis liegt der Anteil bei etwa 1 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf eine ambulant erworbene Infektion, denn bei Krankenhausinfektionen ist die Rate etwas höher.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

rocksi kommentierte am 01.06.2015 um 16:32 Uhr

Kann mir jemand sagen, wie das Bakterium Serratia marcescens in die Lunge kommt?

birga kommentierte am 10.03.2016 um 05:20 Uhr

Durch mein Tracheostoma gelangen immer wieder verschiedenste Keime in meine Lunge. Neben dem Wachstum von MRSA leider ich auch unter Serratia marcescens, E coli und noch einigen Anderen (zeigen die Laborergebnisse der Krankenhäuser). Nun hatte ich innerhalb kürzester Zeit die sechste Lungenentzündung. Ich nehme immer brav alle Antibiotika ein und auch in den Krankenhäusern bekomme ich immer Antibiotika über Infusionen. Irgendwie werde ich diese Keime, die ich mir im Krankenhaus eingefangen habe, nicht mehr los. Ich werde immer schlapper und bekomme immer weniger Luft. Was kann ich noch tun, um die Keime wieder los zu werden?