Anaphylaxie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2015
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Anaphylaxie ist eine starke allergische Reaktion, deren Symptome unbehandelt lebensbedrohlich seien können. Die Überreaktion des Immunsystems kann zu starker Atemnot, Schwindel und Erbrechen führen. Sofortige medizinische Hilfe ist notwendig, die Behandlung mit Epinephrin und Sauerstoff.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Anaphylaxie?

Anaphylaxie ist eine ernsthafte und potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion. Die Reaktion kann innerhalb von Sekunden auftreten, wenn eine allergische Person dem Allergen ausgesetzt ist; bspw. einer Nuss oder dem Gift einer Biene.

Die Flut der körpereigenen Chemikalien, die während einer Anaphylaxie vom Immunsystem ausgeschüttet werden, können einen Schock hervorrufen. Der Blutdruck fällt, die Atemwege verengen sich; Schwindel, Hautausschlag und Erbrechen sind häufige direkte Symptome. Anaphylaxie benötigt sofortige medizinische Hilfe und eine Epinephrin-Spritze. Unbehandelt kann der Schock zum Tod führen.

Ursachen

Das menschliche Immunsystem produziert Antikörper, die den Körper gegen fremde Substanzen verteidigt. Dies ist sinnvoll, wenn der angreifende Fremdkörper tatsächlich schädlich ist, wie bspw. bestimmte Bakterien oder Viren.

Doch das Immunsystem vieler Menschen reagiert auf Substanzen, die nicht schädlich sind. Wenn dies geschieht, setzt eine Kettenreaktion ein, die zu Allergie-Symptomen führt. Normalerweise sind diese Symptome nicht lebensgefährlich, doch einige Menschen haben eine so starke allergische Reaktion, dass diese zu einer Anaphylaxie führen kann.

Eine Vielzahl von Allergenen kann eine Anaphylaxie auslösen. Dies ist abhängig davon, worauf die betroffene Person allergisch ist. Verbreitete Ursachen sind bestimmte Medikamente, vor allem Penicillin. Nahrung wie z.B. Nüsse, Getreide, Fisch, Milch, Eier. Oder auch Insektenstiche von Bienen, Hornissen oder Ameisen. Die Reaktion auf die Allergene kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei Anaphylaxie:

Die Anaphylaxie tritt normalerweise bereits Sekunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. In manchen Fällen kann jedoch auch eine halbe Stunde zwischen Kontakt und Reaktion vergehen. Die Symptome für eine Anaphylaxie beinhalten Hautreaktionen, inklusive juckende Ausschläge und beinahe immer eine blasse Hautfarbe. Betroffenen wird heiß und sie haben das Gefühl eines Knoten im Hals. Da Hals, Atemwege und Zunge anschwellen, kann das Atmen schwerfallen. Der Puls wird schneller und flacht ab. Auch Schwindel, Erbrechen, Diarrhö und Ohnmacht können einsetzen. Anwesende Personen sollten bei diesen auftretenden Symptomen schnell handeln und einen Notarzt rufen. Viele Menschen mit starken Allergien tragen auch eine Epinephrine-Injektion am Körper.

Diagnose

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Arzt gezielt Fragen zu vergangenen allergischen Reaktionen stellen. Welche Nahrungsmittel oder Medikamente könnten bspw. in Verdacht geraten, existieren Reaktionen auf den Kontakt zu Latex oder Insektenstiche. Um eine genauere Diagnose zu stellen, kann auch ein Haut- oder Bluttest ausgeführt werden. Eine weitere Variante ist die genaue Auflistung aller Nahrungsmittel, die am Tag zu sich genommen werden, oder das Auslassen bestimmter Nahrung für einen abgesteckten Zeitraum. Zusätzlich wird bei Verdacht versucht, andere Störungen, die für die Reaktionen verantwortlich seien könnten, auszuschließen. So können Herzprobleme oder psychologische Störungen ebenfalls die aufgezählten Symptome verursachen.

Behandlung

Ein Notarzt wird bei einer Anaphylaxie eine cardiopulmonale Reanimation (Wiederbelebung) durchführen, wenn die Atmung aussetzt oder das Herz aufhört zu schlagen. Auch die Verabreichung von Medikamenten ist üblich. Dazu zählen: Epinephrine (Adrenalin, das die Körperreaktion auf das Allergen herunterfährt), Sauerstoff, damit sich die Atmung stabilisiert, intravenöse Antihistamine und Kortison, damit die Entzündungen in den Atemwegen zurückgeht.

Menschen mit einer Anaphylaxie benötigen schnelle Hilfe. Beistehende Personen sollten bei aufgezählten Symptomen schnellstens den Notruf alarmieren und den Betroffenen in eine angenehme Position mit angehobenen Beinen bringen. Atmung und Puls sollte im besten Fall schon vom ersten Helfer getestet werden und wenn nötig Wiederbelebung durchgeführt werden.

Zusätzlich sollte die betroffene Person nach möglichen Medikamenten oder einem EpiPen durchsucht werden. Der EpiPen wird in den Oberschenkel injiziert. In einigen Fällen gibt es die Möglichkeit eine schwere Allergie mit einer Immuntherapie zu verringern. In den meisten Fällen jedoch ist die Allergie und damit die Ursache der Anaphylaxie nicht heilbar.

Die einzige Handlungsmöglichkeit für Betroffene ist die zukünftige allergische Reaktionen durch bewussten Umgang mit ihrer Allergie zu vermeiden. Das bedeutet vorrangig, die bekannten Allergene zu umgehen und den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Ggf. sollte ein EpiPen mit sich geführt werden, sowie Antihistamine und Prednison.

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Vorbeugung

Der beste Weg einer Anaphylaxie vorzubeugen, ist es dem Allergen aus dem Weg zu gehen. Dies gilt sowohl für Lebensmittel (Inhaltsstoffe durchlesen), als auch für Insekten. Spezielle Hals- oder Handbänder können von Menschen mit starker Allergie getragen werden, um im Notfall richtig zu informieren. Ebenso sollten Personen der Risikogruppe immer ein vollständiges Set notwendiger Medikamente für den Ernstfall in Griffbereitschaft haben.

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