Ödem (Wassersucht)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. März 2015
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Ein Ödem (griech. Schwellung) oder umgangssprachlich Wassersucht, bezeichnet eine Ansammlung von Flüssigkeit im Körpergewebe, die aus dem Gefäßsystem ausgetreten ist. Ödeme können als begrenzte Schwellung oder an vielen Bereichen des Körpers entstehen und infolge verschiedenster Grunderkrankungen auftreten. Die Behandlung eines Ödems richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ödem (Wassersucht)?

Ödeme (Wassersucht) sind Flüssigkeitsansammlungen im Körpergewebe. Am häufigsten sind die Beine, die Lunge (Lungenödem) und die Bauchhöhle betroffen. Das Krankheitsbild eines Ödems wird oft auch als Wassersucht bezeichnet.

Häufig ist die Wassereinlagerung unbedenklich und nach einiger Zeit wieder verschwunden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es sich um Wassereinlagerungen handelt, die bei Frauen vor der Menstruation oder während einer Schwangerschaft auftreten können.

Allerdings können Ödeme auch auf ernsthafte Grunderkrankungen hindeuten. Bei einem Lungenödem kann die zunehmende Wasseransammlung in den Lungenbläschen zu Atemnot führen und einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen.

Ursachen

Das Ödem an sich ist keine Erkrankung, sondern nur ein Symptom zahlreicher unterschiedlicher Krankheiten. Die Ursachen für die Entstehung eines Ödems sind vielfältig. Zu diesen zählen unter anderem Herz- und Nierenleiden, Lebererkrankungen, tiefe Beinvenen-Thrombosen, Durchblutungsstörungen oder Venenschwäche.

Darüber hinaus kann ein Ödem auch auf hormonelle Störungen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion, hinweisen.

Des Weiteren kommen als Ursache auch Medikamente in Frage. Bei Unverträglichkeiten gegen bestimmte Wirkstoffe oder bei sehr langer Einnahme kann dies zum Beispiel bei Kortison, gefäßerweiternden Medikamenten oder Antidepressiva der Fall sein.

Auch Tumoren, Allergien oder Infektionen können Ödeme verursachen. Eine spezielle Form des Ödems, die vor allem in Ländern vorkommt, in denen Armut und Hunger herrschen, ist das so genannte Hungerödem. Diese Art des Ödems tritt dann auf, wenn zu wenig Eiweiß zugeführt wird.

Diagnose und Verlauf

Ödeme äußern sich zumeist durch Schmerzen und Verfärbungen der betroffenen Hautstellen. Um herauszufinden, ob man an einer Wassereinlagerung in den Beinen leidet, kann man einen schnellen Selbsttest durchführen: Man drückt mit Daumen und Zeigefinger auf den betroffenen Bereich – wenn nach drei Sekunden eine weiße Delle zurückbleibt, handelt es sich möglicherweise um ein Ödem. Wer nach diesem kurzen Test den Verdacht auf ein Ödem hat, sollte dies umgehend von einem Arzt abklären lassen. Dieser kann durch verschiedene Untersuchungsmethoden versuchen, die Ursache des Ödems zu lokalisieren.

Die Patientenauskunft über vorhandene Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten kann dem Arzt wichtige Anhaltspunkte liefern. Zur weiteren Ursachenforschung ist die körperliche Untersuchung unverzichtbar. Dazu begutachtet der Arzt zunächst die äußerlich sichtbaren Schwellungen und befragt den Patienten, wie lange die Wassereinlagerung (z.B. geschwollene Beine) bereits besteht.

Bei Atemnot, Rasselgeräuschen der Lunge und schaumigem Auswurf sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da die Symptome auf eine Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) hindeuten können. Ein Lungenödem kann nur von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Dazu gehört zunächst das Abhören der Lunge nach auffälligen Geräuschen mithilfe eines Stethoskops.

Ödeme im Bauchraum erkennt der Arzt, indem er den Bauch abklopft – ist ein gedämpfter Schall zu hören, kann es sich um ein Bauch-Ödem handeln.

Zur weiteren Abklärung von Ödemen werden eine Reihe Untersuchungen, wie beispielsweise eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung, Blut- oder Urinuntersuchungen durchgeführt.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Ödems beginnt bei der Diagnose. Im Zuge der Untersuchung werden dem Patienten Fragen zu Vorerkrankungen, wie Bluthochdruck oder Alkoholabhängigkeit, gestellt. Zusätzlich ist es wichtig, dem Arzt mitzuteilen, wann die Symptome angefangen haben und ob sie in speziellen Situationen stärker oder schwächer sind.

Die Behandlung richtet sich anschließend nach den Symptomen und Ergebnissen der Diagnostik. Somit unterscheidet sich auch die Art der Behandlung von Fall zu Fall.

Bei ernsten Krankheiten, wie einer Herzinsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen oder Leberschäden wird im Normalfall medikamentös behandelt.

Bei Venenschwäche und Durchblutungsstörungen wird dem Patienten in der Regel zu mehr körperlicher Aktivität (z.B. Sport) geraten. Dazu eignen sich vor allem schonende Ausdauersportarten.

Auch entsprechende Physiotherapie und Krankengymnastik sowie das Tragen von speziellen Bandagen, Verbänden oder Kompressionsstrümpfen können therapeutische Maßnahmen sein.

Zusätzlich kann der Einsatz von Medikamenten verschrieben werden, die den Blutfluss wieder anregen oder eine ausschwemmende Wirkung haben (Diuretika).

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Vorbeugung

Ödemen kann nicht immer vorgebeugt werden. Um Durchblutungsstörungen zu vermeiden, sollte man sich jedoch um seine Herzgesundheit kümmern. Dies erreicht man mit viel Bewegung, ausreichend Sport, Verzicht auf Nikotin, sowie gesunder und ausgewogener Ernährung. Um Leberschäden und somit auch Ödemen vorzubeugen, sollte man keinen Alkohol zu sich nehmen oder zumindest nicht übermäßig trinken. Ödeme, die durch Medikamente verursacht sind, kann man vermeiden, indem man sich, wenn möglich, etwas verschreiben lässt, das den Organismus weniger angreift.

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