Wadenschmerzen

Letzte Aktualisierung am 24. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Wadenschmerzen können für Betroffene sehr unangenehm sein. Häufig sind Fehlhaltungen oder Überlastungen der Grund für die Beschwerden. Die Wadenschmerzen können beim Gehen, Laufen, Treppensteigen, aber auch in Ruhe auftreten. Oft schmerzen die Waden so stark, dass Betroffene sich in ihrem Leben, insbesondere im Sport, stark eingeschränkt fühlen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wadenschmerzen?

Eine Überlastung beim Sport oder das Tragen falscher Schuhe kann zu Wadenschmerzen führen. Schmerzen können sowohl beim Gehen als auch in Ruhe auftreten. Die Beine sollten geschont werden.

Bei Wadenschmerzen ist ein anatomisches Problem nicht auszuschließen, denn für die Muskeln fehlt der eigentlich erforderliche Platz. Die Muskulatur schwillt bei Belastungen an und hat, aufgrund des vorhandenen erforderlichen Platzmangels, keine Möglichkeit mehr zu einer ausreichenden Ausdehnung. Dieser Vorgang verursacht Durchblutungsstörungen, wodurch letztlich Wadenschmerzen entstehen. Hiervon kann im Laufe der Zeit sowohl der gesamte Unterschenkel als auch der Fuß betroffen sein.

Für das Entstehen chronischer Wadenschmerzen besteht zwar eine Vielzahl von Ursachen, jedoch sind dafür nachgewiesenermaßen die eher seltenen Auslöser wie die Bornholmer Krankheit, Borreliose, eine Infektionskrankheit, Erbkrankheiten sowie Poly- als auch Mononeuropathien verantwortlich.

Ursachen

Wadenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Meist sind Muskelschmerzen oder Muskelverletzungen (Muskelfaserriss) durch Fehlhaltungen oder Überlastungen der Grund für die Beschwerden. Auch Sportverletzungen, wie Prellungen, Blutergüsse, Zerrungen können Bein- bzw. Wadenschmerzen hervorrufen.

Allerdings können Waden- bzw. Beinschmerzen auch auf ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko hindeuten. Vor allem Schmerzen, die beim Gehen auftreten und in Ruhe wieder nachlassen, können auf Durchblutungsstörungen (Arteriosklerose) hindeuten.

Weiterhin kann für chronische Wadenschmerzen die Thrombophletitis in Betracht kommen. Hierbei liegt eine Entzündung oberflächlicher Hautvenen vor. Neben den vielfältig aufgezählten Möglichkeiten für chronische Wadenschmerzen bestehen die Ursachen weiterhin in Funktionsstörungen. Diese können nicht selten Schweregefühl, Schwellneigung oder auch häufig auftretende Krampfadern auslösen.

Des Weiteren kommen auch durch degenerative Veränderungen von Wirbelsäule sowie‚ Bandscheiben und deren verursachten Irritationen von Nervenwurzeln hinzu.

Treten in der Wade andauernde oder auch ständig wieder kehrende, also chronische Schmerzen in der Wade auf, wäre eine gründliche Untersuchung der das Bein mit Blut versorgenden Beine ratsam.

Wann zum Arzt?

Bei regelmäßig auftretenden Wadenschmerzen, die nach einer kurzen Belastungszeit auftreten, muss ein Arzt aufgesucht werden. Stellen sich die Wadenschmerzen nach mehreren Stunden des Stehens oder Laufens ein, handelt es sich häufig um eine Überlastungsreaktion des Körpers. Die Wade sollte geschont werden und der Betroffene sollte sich Ruhe gönnen. Darüber hinaus helfen Massagen und warme Bäder. Halten die Wadenschmerzen dennoch über mehrere Tage an oder nehmen sie an Intensität zu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Muskulatur oder Nerven sind beschädigt und müssen medizinisch versorgt werden.

Breiten sich die Wadenschmerzen über die Ferse in den Fuß oder über das Knie in den Oberschenkel aus, muss ein Arzt konsultiert werden. Es liegen andere Erkrankungen vor, die diagnostiziert und behandelt werden müssen. Kommt es zu Schmerzen beim Auftreten oder der Fortbewegung, ist ebenfalls ein Arztbesuch nötig.

Bei weiteren Beschwerden wie Hautveränderungen oder Gefühlsstörungen in der Wade, sind die Symptome mit einem Arzt abzuklären. Es können Durchblutungsstörungen vorliegen, die unbehandelt zu schweren Komplikationen führen. Die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten ist mit einem Arzt abzuklären. Sind die Wadenschmerzen gering, führen jedoch zu einer Fehlhaltung des Beckens, muss ein Arzt aufgesucht werden. Es können bleibende Schäden des Knochengerüstes entstehen, die frühzeitig erkannt und korrigiert werden müssen.

Diagnose und Verlauf

Vor allem Sportler mit hohen Laufbelastungen (z.B. Ausdauersportler) kennen die krampfartigen Wadenschmerzen, die häufig auch als chronisches Logensyndrom bezeichnet werden. Meist verschwinden die Beschwerden mit dem Ende der Belastung (nach dem Training). Bei ständiger Über- oder Fehlbelastung können sich die Wadenschmerzen weiter verstärken und sogar einen chronischen Verlauf nehmen. In diesem Fall können die Schmerzen auch ohne Belastung (in Ruhe) auftreten.

Im ungünstigsten Fall wird neben den Unterschenkelschmerzen eventuell noch ein Taubheitsgefühl im Fuß festgestellt, was zum Einlegen einer über teils Wochen dauernden Trainingspause nötigt. Ein akuter Wadenkrampf ist zwar sehr schmerzhaft, allerdings entkrampft sich die Muskulatur nach wenigen Sekunden wieder und der Schmerz lässt in der Regel nach.

Bei dem so genannten Logensyndrom erfolgt die Diagnose hauptsächlich zunächst in Form einer Verdachtsdiagnose. Später erfolgt die exakte Ermittlung zum Ausschluss möglicher anderer Krankheiten durch umfangreich durchgeführte Untersuchungen. Sollte bei Betroffen bereits ein Verdacht auf das Logensyndrom bestehen, empfiehlt sich die Konsultation eines hierauf spezialisierten Sportarztes, welchem die vorliegenden Beschwerden detailgetreu geschildert werden sollten.

Der Sportmediziner ist aufgrund seiner speziellen medizinischen Ausstattung in der Lage zu einer nahezu exakt zu stellen Diagnose. Dieses geschieht beispielsweis durch innerhalb der betroffenen Muskulatur durchgeführte Druckmessungen, welche sowohl mit als auch ohne Belastung erfolgen können.

Komplikationen

Wadenschmerzen können verschiedene Komplikationen hervorrufen. Im Allgemeinen bedeuten chronische Wadenschmerzen eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität des Betroffenen. Die Schmerzen schränken die Mobilität und Beweglichkeit der Beine ein, wodurch es zu Fehlstellungen und in der Folge zu einem Gelenkverschleiß kommen kann. Liegt den Beschwerden eine venöse Gefäßerkrankung zugrunde, kann es bei Nichtbehandlung etwa zur Lösung eines Thrombus kommen. Daraus kann eine Lungenembolie und in der Folge eine lebensbedrohliche Herzinsuffizienz resultieren.

Wadenschmerzen in Folge eines Bandscheibenvorfalls deuten auf chronische Schäden von Gefäßen und Nerven hin. Dadurch kann es zur Instabilität der Wirbelsäule und zu Verletzungen des Rückenmarks kommen. Liegt den Beschwerden eine Sportverletzung zugrunde, kann es durch eine unzureichende Behandlung oder einen zu frühen Wiedereinstieg ins Training zu schweren Komplikationen kommen. So besteht die Gefahr weiterer Zerrungen und Muskelkrämpfe, welche die ursprünglichen Wadenschmerzen noch verstärken können.

Ein operativer Eingriff kann unter Umständen zur Verletzung von Nerven, Muskeln und Gefäßen führen. Daneben können die verordneten Arzneimittel Allergien hervorrufen und den Genesungsprozess stören. Schwere Komplikationen treten bei Wadenschmerzen in der Regel jedoch nicht auf.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Wadenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ist eine chronische Fehl- oder Überlastung die Ursache, sollten die auslösenden Verhaltens- oder Bewegungsmuster vermieden werden. Treten die Wadenschmerzen während körperlicher Akivität (z.B. Joggen) ist es ratsam ist eine kurze Pause einzulegen und die entsprechende Muskulatur zu dehnen.

Bei akuten Muskelverletzungen, wie Muskelverspannungen (Wadenkrämpfe, Muskelkrampf), Zerrungen, Prellungen oder Muskelkater sollte die entsprechende Muskulatur geschont und möglichst auf Sport verzichtet werden. Als Erstmaßnahme hat sich die so genannte PECH-Methode etabliert (P=Pause, E=Eis, C=Compression, H=Hochlagern).

Kühlende Schmerz-Salben bzw. -Gels wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend. Muskelkrämpfe oder Muskelverhärtungen können mit Mineralstoffen (z.B. Magnesium) oder Massagen behandelt werden.

Bei der Behandlung von Muskelfserrissen bleibt den Betroffenen eine Operation zwar nicht erspart, jedoch kommt bei diesem erforderlichen Eingriff die so genannte Schlüssellochmethode zum Einsatz, für welche lediglich ein kleiner Einschnitt erforderlich ist. Hierbei sind nicht, wie früher, große Operationsflächen mehr vonnöten, sondern kleinste in die betroffene Stelle vorzunehmende Schnitte.

Zwar bleibt dem frisch operierten Patienten auch hierbei das Tragen der nicht unbedingt beliebten Kompressionsstrümpfe nicht erspart, jedoch kann ein leichtes Training bereits nach vier Wochen nach der Operation erneut und langsam aufbauend begonnen werden.

Der vollständige Einstieg in den Sport kann bereits nach etwa einem Zeitraum von sechs Wochen wieder begonnen werden. Dank medizinischen Fortschritts, angefangen von grundlegender Diagnosestellung über professionelle Operationen sowie geschulte Nachbehandlung, erfreut sich die Großzahl behandelter Patienten über anhaltende Beschwerdefreiheit. Es ist ihnen ferner sehr bald wieder möglich, auch über große Distanzen, ohne jegliche Probleme zu laufen.

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Vorbeugung

Ein Patentrezept zur Vorbeugung von Wadenschmerzen gibt es nicht aufgrund der vielfältigen Auslöser dieser chronisch verlaufenden Schmerzen. Werden jedoch sowohl persönliche als auch individuelle Risikofaktoren berücksichtig und, so weit als möglich, reduziert oder gar ausgeschlossen, kann der Patient zu seinem künftigen Wohlergehen einiges beitragen.

Eine gesunde Lebensweise, Bewegung, der Verzicht auf Genussmittel wie Rauchen und Alkohol sowie das Vermeiden von Übergewicht können sehr gut dazu beitragen, chronischen Wadenschmerzen vorzubeugen. Vor allem viel Bewegung und Sport ist immer wichtig, um seinen Bewegunsapparat stabil und fit zu halten.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014


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