Prellung

Letzte Aktualisierung am 21. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Prellung (Kontusion) ist eine Schädigung von Körperteilen durch Gewalteinwirkung von Außen. Sichtbare Verletzungen der Haut sind dabei nur selten zu beobachten. Im Zuge einer Prellung können aber Kapillare verletzt werden, sodass es in der Folge zu einem Bluterguss kommen kann. Kühle Umschläge und Wickel helfen die Schmerzen schnell zu lindern. Das Ruhigstellen der betroffenen Areale sollte gewährleistet werden. Bis zur gänzlichen Heilung der Prellungen können jedoch einige Wochen vergehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Prellung (Kontusion)

Eine Prellung kann sehr unangenehm sein und ist häufig mit starken Schmerzen verbunden. Die Stelle muss sofort gekühlt und geschont werden.

Eine Prellung, in der Fachsprache auch als Kontusion bezeichnet, ist eine Verletzung, die durch stumpfe Gewalteinwirkung von außen eintritt. Die Prellung tritt hauptsächlich an Knochen und Gelenken auf, sie kann allerdings auch an Muskeln und Organen auftreten.

Bei einer Prellung ist keine äußere Verletzung der Haut erkennbar. Es kann zu Blutergüssen auf der Knochenhaut oder auf Organen kommen.

Durch stumpfe Gewalt werden sehr feine Äderchen, die Kapillaren, beschädigt. Dies führt zu dem für eine Prellung typischen Blutaustritt und einem damit verbundenen Bluterguss. Dieser Bluterguss kann, je nach Ausmaß der Prellung, äußerlich sichtbar sein oder mit einer Schwellung einhergehen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Prellung können vielfältig sein. Bei jeder Prellung ist eine direkte stumpfe Gewalt von außen die Ursache.

Dies kann durch Sturz oder Stoß erfolgen. Eine Prellung tritt häufig bei körperlicher Betätigung auf. Besonders bei aktiven Sportlern kann es durch Sturz, Schlag oder Stoß zu Prellungen an verschiedenen Körperstellen kommen.

An der Stelle, die der höchsten Gewalteinwirkung ausgesetzt ist, kommt es zur Prellung. Aufgrund des Aufpralls wird weiches Körpergewebe gegen hartes Körpergewebe gedrückt.

Beim Sport, z.B. beim Squash, kann es zu Prellungen kommen, auf die der Sportler keinen Einfluss hat, z. B. eine Prellung des Auges aufgrund einer schmerzhaften Berührung mit dem kleinen harten Ball.

Häufige Formen und Typen

  • Prellung am Steißbein

Symptome und Verlauf

Eine Prellung ist fast immer durch starke Schmerzen gekennzeichnet. Die Schmerzen sind besonders stark bei Druck und Belastung. Eine Prellung kann schmerzhafter als ein Knochenbruch sein. Dies ist oft bei einer Rippenprellung der Fall. Bei einer Prellung entsteht an der betroffenen Stelle eine Schwellung. Sie nimmt je nach Schwere der Prellung unterschiedliche Ausmaße an.

Die Haut über einer Prellung ist äußerlich nicht verletzt, allerdings kann ein Bluterguss sichtbar sein. Die Haut ist dabei blau oder violett verfärbt. Bei Muskelprellungen kann es zu Muskelverhärtungen kommen. Bewegungseinschränkungen und in einigen Fällen sogar Lähmungserscheinungen sind besonders für eine schwerwiegende Prellung typisch.

Wann zum Arzt?

Prellungen von Haut, Muskeln oder Nerven müssen nicht unbedingt ärztlich behandelt werden. Meist geht der Bluterguss nach vier bis zehn Tagen von selbst wieder zurück. Sollte die Verletzung länger als zwei Wochen anhalten, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Schwere Prellungen im Bereich von Kopf, Hals, Bauchraum oder Brust bedürfen einer medizinischen Abklärung. Selbiges gilt für ausgedehnte oberflächliche Ergüsse, die mit Blutungen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Der Arzt kann die Schwere der Prellung diagnostizieren und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Sollte es sich um eine große Prellung handeln, können unbehandelt ernste Komplikationen auftreten.

Personen, die nach einem Unfall oder Sturz starke Schmerzen haben, konsultieren am besten den Hausarzt. Daneben kann je nach Lokalisation und Schwere der Verletzung ein Sportmediziner oder ein Hautarzt aufgesucht werden. Prellungen, die mit starken Blutungen oder Frakturen verbunden sind, müssen notärztlich versorgt werden. Während der Abheilung sollte ein Arzt informiert werden, wenn die Schmerzen plötzlich stärker werden oder sich der Bereich um die Prellung dunkelrot verfärbt. Auch Hautrisse, Sensibilitätsstörungen und andere Komplikationen müssen dem Arzt mitgeteilt werden, damit dieser geeignete Maßnahmen ergreifen kann.

Diagnose

Prellungen können Gelenke und Knochen betreffen. Eine Prellung (Kontusion) zeichnet sich durch eine starke Schwellung des betroffenen Bereiches und immense Schmerzen aus. Die Symptome sind wichtige Indizien bei der Blickuntersuchung durch einen Arzt. Sind neben dem Gelenk auch Muskeln betroffen, dann können lokale Blutergüsse auftreten. Der Arzt wird nach der Ursache der Verletzung fragen und anhand der Symptome die genaue Lokalisation der Prellung vornehmen. Äußere Prellungen sind durch Verfärbungen mit dem bloßen Auge sichtbar. Innere Prellungen werden durch Abtasten, einen lokalen Schmerz und Bewegungseinschränkungen lokalisiert.

Um einen Knochenbruch (Fraktur) auszuschließen, kommt die Diagnostik über Röntgen und Kernspintomografie (MRT) zum Einsatz. Mittels MRT wird der verletzte Bereich dreidimensional abgebildet. Diese Diagnosemethode wird besonders bei einer Prellung der Rippen angesetzt. Ein Rippenbruch, der auch die Funktion der Lunge beeinträchtigen könnte, wird mit dieser Untersuchung ausgeschlossen. Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) unterscheidet der Arzt Muskelrisse von Muskelzerrungen und untersucht die betroffen Kapseln und Bänder.

Komplikationen

In vielen Fällen verläuft die Prellung (Kontusion) harmlos und heilt selbst ohne ärztliche Maßnahmen oft rasch und komplikationslos aus. Dennoch gibt es Fälle, in denen Komplikationen die Heilungsdauer verzögern und die Prognose unter Umständen verschlechtern. Die erste Komplikation betrifft die Nervenschädigung, die zweite die Muskulatur. Beide Fälle werden im Folgenden kurz beschrieben.

Die Nervenschädigung kann durch den Schlag oder Sturz, der die Prellung ausgelöst hat, entstehen. Sie ist in den meisten Fällen reversibel. Allerdings gibt es Fälle, in denen der Heilungsverlauf durch einen stark beschädigten Nerv verzögert wird. Auch eine Einblutung kann Druck auf den Nerven ausüben und ihn in seinem Funktionsumfang beeinträchtigen.

Die Blutung kann auch das sogenannte Kompartmentsyndrom auslösen. Hier wird der Muskel dauerhaft dem Druck durch die Einblutung ausgesetzt. Das Muskelkompressionssyndrom äußert sich in Schmerzen, die in ihrer Intensität zunehmen. Der Bluterguss beeinträchtigt den Muskel, aber auch anderes Gewebe wie Nerven und Blutgefäße. Diese Form der Komplikation macht in den meisten Fällen einen operativen Eingriff notwendig. Denn die Elastizität des Muskels lässt dauerhaft nach, Missempfindungen durch die Nervenbeteiligung ist möglich und eine Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff kann zu weiteren Komplikationen führen, sodass hier rasches Handeln von Vorteil ist. Das Kompartmentsyndrom zeigt sich an Schwellung und Druckschmerz sowie Funktionsstörung der Muskulatur.

Behandlung und Therapie

Eine Prellung kann sehr langwierig sein, die Behandlung ist jedoch einfach. Zuerst ist es wichtig, die Tätigkeit zu unterbrechen, was bei einer schwerwiegenden Prellung oft zwangsläufig erfolgt. Die betroffene Stelle ist zu kühlen. Dazu eignen sich Eiswürfel oder Kühlakkus, die in ein Handtuch eingewickelt werden sollten, um Hautschäden zu vermeiden. Man kann kaltes Wasser über die Prellung laufen lassen.

Handelt es sich um eine Knochen-, Muskel- oder Gelenkprellung, so sollte eine Kompression erfolgen. Die Stelle ist mit einer elastischen Binde zu umwickeln. Das betroffene Körperteil ist hochzulagern und ruhigzustellen. Um bleibende Schäden auszuschließen, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Er untersucht, ob es sich tatsächlich um eine Prellung handelt, und leitet die entsprechenden Maßnahmen ein. Er kann bei einer Prellung kühlende und schmerzstillende Medikamente verordnen.

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Aussicht und Prognose

Die Prellung (Kontusion) hat im Allgemeinen eine sehr gute Prognose, denn sie heilt in der Regel spontan und ohne Komplikationen aus. Die Heilung kann sich unter Umständen verzögern, wenn der Patient notwendige Behandlung und Schonung nicht beherzigt. Dann kann es unter Umständen passieren, dass das Gewebe in seiner Regeneration beeinträchtigt wird und der Heilungsverlauf sich aus diesen Gründen länger gestaltet. Dennoch ist die Prognose abgesehen von der längeren Regenerationsdauer auch in diesen Fälle normalerweise sehr gut.

Eine Komplikation kann die Heilung jedoch erschweren und die Prognose dann etwas ungünstiger ausfallen lassen. Es handelt sich um die Fälle, in denen die Prellung mit einer Einblutung ins Gewebe einhergeht. Diese Blutung verschlechtert die Prognose nicht, wenn sie von Körper resorbiert und damit rückstandslos beseitigt werden kann. Wenn sich diese Blutung jedoch einkapselt oder in Bindegewebe verwandelt sind die Aussicht auf vollständige Heilung etwas ungünstiger.

Es kann sein, dass eine verkapselte Blutung noch nachträglich beseitigt werden muss. Auch kann eine Einblutung eine narbige Veränderung hinterlassen, die die Funktion des Gewebes, beispielsweise der Muskeln, nachhaltig beeinträchtigt. In der Regel ist vernarbtes Gewebe auch verletzungsanfälliger, sodass die Prognose auch dadurch verschlechtert werden kann, dass im Gebiet Faserrisse durch mangelnde Elastizität auftreten und neu Blutungen entstehen können.

Vorbeugung

Die Verletzungsgefahr durch eine Prellung kann man mit entsprechenden Maßnahmen minimieren. Übertriebene Vorsicht ist fehl am Platze, allerdings kann man durch Tragen von Protektoren oder eines Helmes bei verschiedenen Sportarten viel tun, um eine Prellung zu vermeiden.

Ein gezieltes Aufwärmtraining kann die Durchblutung und die Beweglichkeit verbessern.

Gute Schuhe bieten sicheren Halt und vermindern das Sturzrisiko. Empfindliche Körperstellen können beim Sport mit einem elastischen Verband geschützt werden, damit es nicht zu einer Prellung kommt.

Da Übermüdung und starke Anstrengung häufig zu Sportverletzungen führen, sollte man beim Training an ein gesundes Maß denken, um einer Prellung entgegenzuwirken.

Quellen

  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014


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