Verdauungsbeschwerden - wirkungsvoll verdauen

Letzte Aktualisierung am 20. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Verdauungsbeschwerden (Verdauungsstörungen) signalisieren, dass Probleme im Bereich Darmflora sowie bei der Verstoffwechslung von Nahrungsmitteln bestehen. Dies kann den Beginn vieler chronischer Erkrankungen bedeuten. So können dann aus scheinbar unbedeutenden Verdauungsbeschwerden Autoimmunkrankheiten, Abwehrschwächen, Leberbelastungen, Hautkrankheiten, Allergien und noch viele weitere entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Verdauungsbeschwerden (Verdauungsstörungen)?

Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Verstopfung sind die häufigsten Symptome von Verdauungsbeschwerden.

Alle Symptome, welche den Verdauungstrakt betreffen, werden als Verdauungsbeschwerden bezeichnet. Letztere können in verschiedener Weise auftreten: Appetitlosigkeit und Erbrechen genauso wie Aufstoßen und Vollgefühl oder aber Blähungen und Durchfall. Nicht selten treten Verdauungsbeschwerden in Kombination mit Bauchschmerzen auf.

Verschiedene Risikofaktoren begünstigen Verdauungsbeschwerden wie Bauchkrämpfe & Co. Hierzu zählen neben höherem Lebensalter auch psychische Belastungen (Stress), wenig Bewegung, fettreiche und zuckerhaltige Ernährung, hastiger Verzehr vergleichsweise großer Portionen, spezifische Erkrankungen und Medikamente (Antibiotika).

Bei Vorliegen mindestens einer dieser Bedingungen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Verdauungsbeschwerden. Leichte Verdauungsprobleme verschwinden normalerweise spätestens nach wenigen Tagen von selbst wieder. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Auf diese Weise sollen ernsthafte Krankheiten ausgeschlossen werden. Auch wenn die Verdauungsbeschwerden von Fieber, blutigem Erbrechen, Blut im Stuhl oder Krämpfen begleitet werden, erscheint der unverzügliche Arztbesuch unausweichlich.

Ursachen

Verdauungsbeschwerden können verschiedene Ursachen zugrundeliegen. Diese können in einer Lebensmittelintoleranz, insbesondere Laktose-, Gluten-, Histamin- oder Fructoseintoleranz, bestehen.

Neben Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann es aber auch zu Verdauungsproblemen infolge von Magenbeschwerden wie Gastritis kommen.

Nicht selten scheint das Bakterium Helicobacter pylori, maßgeblich für Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre verantwortlich zu sein. So kann es beispielsweise via Stress zu einer Schwächung des Magens mit bestimmten negativen Auswirkungen auf dessen Milieu kommen. Durch diese Umstände wird es dem Bakterium überhaupt erst möglich, sich dort anzusiedeln, zu vermehren und entsprechend zu verändern, dass es letztlich pathogenen Charakter erhält.

Vergleichbarer Einfluss kommt auch der Ernährung zu: Über die Maßen synthetische Lebensmittelzusätze einerseits und zu wenig antioxidativ wirkende Vitalstoffe andererseits befördern im Verdauungstrakt die Entstehung von Giften. Letztere können unseren Körper nicht nur reizen, sondern auch schädigen, womit er anfällig für Helicobacter werden kann.

Häufig hängen zudem Magenbeschwerden und Übersäuerung des Körpers eng zusammen. Letzteres ist ebenfalls durch ungesunde Ernährung bedingt. Die Mehrzahl der Verdauungsbeschwerden ist allerdings auf einen ungesunden Darm zurückzuführen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass einem gesunden Darm die Schlüsselfunktion in puncto gesunde Verdauung zukommt. Hier spielt insbesondere eine gesunde Darmflora die entscheidende Rolle. Das Verhältnis zwischen nützlichen (progenischen) und krankheitserregenden (pathogenen) Darmbakterien sollte 85 %:15 % betragen. Gerät dieses Verhältnis durcheinander, kommt es in der Folge im Darmbereich zu chronischen Entzündungen und anschließend zu Verdauungsproblemen.

Außerdem können auch gutartige Tumore (Darmpolypen) zu Verdauungsbeschwerden führen. Mangelt es an Schilddrüsenhormonen, so kann es zu einer Hypothyreose kommen, welche mit Verdauungsbeschwerden - insbesondere Verstopfung - einhergeht.

Krankheiten

  • Lebensmittelintoleranz
  • Glutenintoleranz

Symptome und Verlauf

Zu den Symptomen bei Verdauungsbeschwerden zählen Blähungen genauso wie ein veränderter Stuhl beziehungsweise eine ungewöhnliche Frequenz des Stuhlgangs. Zudem gelten auch folgende Symptome als Indikatoren für Verdauungsbeschwerden:

Sogar unspezifische Symptome wie Schlaflosigkeit, Schwitzen, Herzschmerzen und Reizblase können auf Verdauungsbeschwerden hindeuten. Nicht selten treten diese Veränderungen auch kombiniert auf. Sollten diese Beschwerden wiederkehren, erscheint deren genaue Dokumentation hilfreich. Derartige Informationen tragen oftmals ganz erheblich zur Ursachenfindung in puncto Verdauungsbeschwerden bei.

Symptome

Verdauungsbeschwerden können sich auf verschiedene Weise äußern. Am häufigsten kommt es zu Verstopfung, Durchfall sowie Inkontinenz des Stuhls. Egal ob Blähungen, Völlegefühl oder Magendrücken - Verdauungsbeschwerden können in Form unterschiedlicher Symptome in Erscheinung treten. Eine Verstopfung liegt vor, wenn die Darmentleerung weniger als dreimal pro Woche zustande kommt, der Stuhl vergleichsweise hart ist oder lediglich via starkem Pressen den Körper verlassen kann. Durchfall hingegen äußert sich durch eine Stuhlfrequenz von mindestens drei Stuhlgängen täglich. Dabei sind Stuhlgewicht (> 250 g) und Wasseranteil (> 75 %) sehr hoch.

Diagnose

Selbst leichte Verdauungsbeschwerden sollten ernst genommen werden, sofern sie mehr als drei Monate anhalten. Bei akuten oder anhaltenden schweren Verdauungsbeschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dabei geht es um die Analyse des Bauchs in puncto Form und Größe sowie um die Festigkeit der Bauchdecke. Aber auch die Darmgeräusche gilt es zu eruieren. Abklopfen und Abklopfgeräusche sind eine weitere wichtige Diagnosemassnahme, ebenso das Feststellen von Darmvolumen und Lebergröße.

Der Lokalisation genauso wie der Art des Schmerzes (Druckschmerz, Loslassschmerz) kommen zentrale Bedeutung zu. Auch etwaigen Wasseransammlungen sollte nachgegangen werden. Erweisen sich die Verdauungsbeschwerden als eher unspezifisch, sollte eine gründliche Anamnese entscheidende Hilfestellung bei der Diagnose leisten können. Blut- und Urinuntersuchungen komplettieren das Bild - hierzu gehören insbesondere Blutbild, Leber- und Entzündungswerte. Auch können bei begründetem Verdacht Verdauungstests auf spezifische Stoffe in Stuhl, Urin, Blut und Magensaft zum Einsatz kommen.

Untersuchungen des Stuhls geben zentrale Hinweise auf etwaige Ursachen der Erkrankung: Kontrolliert werden dabei nicht nur Blut und Enzyme, sondern auch infektiöse Keime und Nahrungsreste. In weiteren Laboruntersuchungen lässt sich eruieren, ob verdauungsbedingte Mangelzustände bestehen. Darüber hinaus existieren verschiedene bildgebende Verfahren, mit denen sich die Verdauungsorgane untersuchen lassen. Hierzu zählen Sonographie und Endoskopie genauso wie die Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel.

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Behandlung und Therapie

Darmreinigung

Wer an starken Verdauungsbeschwerden leidet, sollte eine intensive Darmreinigung sowie eine grundlegende Sanierung der Darmflora in Erwägung ziehen. Eine intensive Darmsanierung führt zur Entfernung von im Darm lagernden Schlacken sowie Schadstoffen. So wird den schädlichen Darmbewohnern der Lebensraum entzogen, und die "guten" Darmbakterien erhalten wieder "Luft" zum Leben.

Während einer Darmsanierung ist auch die Einnahme eines Probiotikums obligatorisch. Auf diese Weise erhält der Körper freundliche Darmbakterien, die in der Lage sind, die schädlichen Darmbewohner zu verdrängen. So lässt sich via intensiver Darmsanierung wieder ein Gleichgewicht des Darmmilieus herstellen. Am Ende lassen sich so die Verdauungsbeschwerden auf natürlichem Wege beseitigen.

Natürliches Wasser trinken

Auch trägt klares, reines Wasser zur Linderung von Verdauungsbeschwerden bei. Komplett steriles Wasser, mit Chlor, Desinfektionsmitteln & Co. angereichert, ist abzulehnen, denn hier sind die nützlichen Bakterienkulturen abgetötet. Letzteres macht den Körper anfällig für verschiedene pathogene Spezies, beispielsweise Candida albicans. In der Folge kommt es zu Verdauungsbeschwerden & Co. Das beste Trinkwasser stammt aus natürlichen Quellen - vorzugsweise reines Quellwasser, welches ein Maximum an gesunden Bakterien enthält. Das Wasser lässt sich auch bequem mit frisch gepresstem Zitronensaft o.ä. aromatisieren, womit weitere gesunde Stoffe zum Tragen kommen und potentiellen Verdauungsbeschwerden direkt den Kampf ansagen.

Ernährung und Lebensweise umstellen

In vielen Fällen ist bereits eine Umstellung der Lebensweise und Ernährung von nachhaltigen Erfolgen gekrönt - die Verdauungsbeschwerden verschwinden in der Regel.

Auch bei medikamentöser Therapie empfiehlt sich diese Vorgehensweise. Dazu gehört die Vermeidung übermäßigen Konsums von Alkohol und Zigaretten, aber auch bei Zucker, Fett und Koffein sollte auf eine angemessene Dosis geachtet werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte selbstverständlich sein.

Es gilt, auf eine ausgewogene und gleichzeitig ballaststoffreiche Nahrung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Gemüse und Obst zu achten. Dabei ordentliches Kauen der Nahrung nich vergessen und auf allzu scharfe Speisen verzichten!

Darüber hinaus sollte die Bewegung auf keinen Fall zu kurz kommen. Auch kann bei spezifischen Beschwerden wie Sodbrennen eine veränderte, höhere Lagerung des Oberkörpers während des Schlafs Erleichterung schaffen und so auch die Verdauungsbeschwerden in den Schlaf schicken.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011


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