Stuhluntersuchung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 7. Dezember 2018

Im Rahmen einer Stuhluntersuchung findet eine gründliche Analyse des menschlichen Kots statt. Die Diagnosemethode kommt häufig bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zum Einsatz. Die Labordiagnostik kann wichtige Hinweise auf mögliche Krankheitserreger (Bakterien, Keime, Wurmbefall, Viren, Parasiten) liefern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Stuhluntersuchung?

Die Stuhluntersuchung im Labor kann wichtige Hinweise auf mögliche Krankheitserreger liefern.

Von einer Stuhluntersuchung ist die Rede, wenn eine abgegebene Probe des Kots in einem Labor auf Krankheitserreger oder Blutanteile untersucht wird. Das Verfahren zählt zu den wichtigsten Diagnosemethoden der Medizin. So hilft es dem Arzt bei der Planung der Behandlung. Ab dem 50. Lebensjahr bildet die Stuhluntersuchung einen Bestandteil der Krebsvorsorge.

Die Stuhluntersuchung gilt zwar als unangenehm für den Patienten, ist jedoch überaus wichtig. Durch Kriterien wie Härte, Masse, Färbung und Geruch kann der Kot Aufschluss über den Gesundheitszustand der Verdauungsregion geben. Zusammengesetzt wird der Stuhl vor allem aus Resten der Nahrung, Wasser, abgetragenen Schleimhautzellen und Bakterien. Für seine Färbung sind die abgebauten Gallenstoffe verantwortlich. Treten sichtbare rote Blutbeimischungen im Kot auf, stammt das Blut größtenteils aus den unteren oder mittleren Darmabschnitten. So können Hämorrhoiden, Divertikel oder Polypen für sie verantwortlich sein.

Als wichtiger Hinweis auf eine Erkrankung gilt der sogenannte Teerstuhl, der schwarz glänzt. Er kommt durch Blutungen in der oberen Magen-Darm-Region wie dem Magen oder der Speiseröhre zustande. Die schwarze Färbung entsteht durch den Kontakt des Blutfarbstoffs Hämoglobin mit der Magensäure, die diesen zersetzt. Nicht immer sind Blutbeimischungen auf dem Kot mit bloßem Auge erkennbar, was eine Stuhluntersuchung erforderlich macht. Das okkulte Blut entstammt oftmals Entzündungsherden, Divertikeln, Polypen oder einem Darmtumor.

Wann wird eine Stuhluntersuchung durchgeführt?

U.a. folgende Krankheiten und Symptome können eine Stuhlanalyse notwendig machen:

Durchgeführt wird eine Stuhluntersuchung bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen. Dazu gehört u. a. Durchfall. Im Rahmen einer Laboruntersuchung der Stuhlprobe lassen sich die Keime, die für die Durchfallerkrankung verantwortlich sind, identifizieren. Als typische Erreger gelten Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten wie Würmer.

Auch eine veränderte Konsistenz des Kots liefert dem Arzt Aufschlüsse über verschiedene Krankheiten. Dabei kann es sich zum Beispiel um Verdauungsschwierigkeiten mit Kohlenhydraten, Fett oder Eiweiß handeln. Von Wichtigkeit ist die Stuhluntersuchung außerdem für die Krebserkennung. Zu diesem Zweck wird ein sogenannter Hämoccult-Test durchgeführt, mit dem sich Blut im Stuhl nachweisen lässt, was als Indiz für Darmkrebs gilt.

Die Sensitivität der mikrobiologischen Stuhluntersuchung fällt mit 2 bis 5 Prozent sehr gering aus. Darüber hinaus gehen Durchfallerkrankungen oft von selbst wieder zurück, sodass nur eine Behandlung der Symptome erfolgt. Aus diesem Grund ist das Bestimmen des auslösenden Krankheitserregers nur von untergeordneter Bedeutung.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten der Stuhluntersuchung zählen neben Durchfallerkrankungen auch Darmpolypen, Darmentzündungen, Dickdarmkrebs, Störungen des Stoffwechsels, Verdauungsprobleme sowie Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Leber.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Es wird zwischen verschiedenen Verfahren der Stuhluntersuchung differenziert. So gibt es den Hämoccult-Test, auch Okkultbluttest genannt, mit dem sich nicht sichtbares Blut im Kot feststellen lässt. Er ist auch als Guajak-Test bekannt. Bei diesem biochemischen Verfahren erfolgt der Nachweis des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mithilfe einer Speziallösung. Fällt der Hämoccult-Test positiv aus, müssen weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung stattfinden, um zu ermitteln, woher das Blut stammt.

Eine weitere Methode stellt der immunologische Stuhltest dar. Das Aufspüren des Blutes erfolgt durch den Einsatz von Antikörpern. Der Nachweis mithilfe eines immunologischen Tests gilt bei einigen Verfahren als genauer als mit dem Okkultbluttest, was jedoch nicht auf alle Methoden zutrifft.

Eine andere Untersuchungsmethode zur Darmkrebsfrüherkennung stellt der M2-PK-Stuhltest dar. Anstatt eines Blutnachweises erfolgt der Nachweis des Enzyms Pyruvatkinase. So werden erhöhte Pyruvatkinase-Werte als Hinweis für Darmkrebsvorstufen oder Darmkrebs angesehen. Allerdings sind normale Werte kein Beweis dafür, dass kein Darmkrebs besteht.

Zum Nachweis des Magenbakteriums Heliobacter pylori dient der Heliobacter-Stuhltest. Er kommt zum Einsatz bei Entzündungen der Magenschleimhaut oder einem Geschwür am Zwölffingerdarm. Diese entstehen häufig durch den Erreger Heliobacter pylori. Im Falle eines Nachweises findet eine Behandlung mit Medikamenten statt.

Was muss der Patient im Vorfeld beachten?

Bei einer Stuhluntersuchung braucht der Patient in der Regel nicht viel zu beachten. Der Stuhl sollte allerdings nicht in Kontakt mit dem Toilettenwasser geraten. Außerdem ist es wichtig, dass es sich um eine frische Kotprobe handelt. Wird ein Hämoccult-Test vorgenommen, muss der Patient drei Tage vor der Untersuchung auf bluthaltige Nahrungsmittel wie beispielsweise rohes Fleisch oder Blutwurst verzichten. Ob ein Verzicht auf weitere Lebensmittel erforderlich ist, legt der Arzt fest. Grundsätzlich sollte der Konsum von Fleisch während des Tests herabgesetzt werden. Für Frauen gilt die Empfehlung, einen Blutokkulttest erst drei Tage nach ihrer Monatsblutung vorzunehmen. Im Anschluss an die Stuhluntersuchung teilt der Arzt dem Patienten das Ergebnis mit. In manchen Fällen können weiterführende Untersuchungen notwendig sein.

Ablauf und Durchführung

Für die Durchführung einer Stuhluntersuchung erhält der Patient vom Arzt ein Röhrchen aus Plastik. Dieses ist mit einem Schraubverschluss ausgestattet, an dem sich ein kleiner Spatel aus Kunststoff befindet. Nach dem Absetzen des Stuhls wird mit dem Spatel an einigen Stellen des Kots eine kleine Probe entnommen und in das Röhrchen gegeben.

Befinden sich Blut, Schleim oder Eiter am Kot, muss der Patient diese ebenfalls entnehmen. Anschließend erfolgt das Verschließen des Plastikröhrchens, das in der Arztpraxis abgegeben wird. Die Praxis leitet die Stuhlprobe an ein Labor weiter, das eine gründliche Untersuchung vornimmt. Bis das Resultat feststeht, dauert es einige Tage.

Im Fall eines Hämoccult-Tests findet die Stuhlprobe an drei Tagen hintereinander statt. Dabei wird die kleine Kotprobe auf ein bestimmtes Testfeld gegeben. Das verschlossene Testfeld erhält dann der Arzt. Kommt es zu einer blauen Verfärbung des Testfelds, sind keine Blutanteile in der Stuhlprobe vorhanden. Der Hämoccult-Test wird als überaus zuverlässig eingestuft, wenn dabei bestimmte Kriterien Beachtung finden.

In den heimischen vier Wänden lässt sich außerdem eine immunologische Stuhluntersuchung vornehmen. Der Patient sammelt bei diesem Verfahren ebenfalls drei Tage lang Kotproben. Nach dem Auflösen der Proben in Flüssigkeit erfolgt ihre Gabe auf einen Teststreifen. Schon nach 5 bis 10 Minuten wird das Testresultat angezeigt. Allerdings verfügen chemische Untersuchungen über eine höhere Aussagekraft.

Ebenfalls zuhause durchgeführt wird der Tumor-M2-PK-Test. Er dient dazu, spezielle Enzyme aufzuspüren, die zur Herstellung von Krebszellen dienen, was auf einen möglichen Tumor hinweist. Allerdings werden die Kosten für diesen Test von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, sodass der Patient ca. 30 Euro selbst aufbringen muss.

Im Labor wird das äußere Abbild des Kots analysiert. Mitunter sind dabei bereits Spuren von Eiter oder Blut erkennbar. Aber auch die Färbung des Kots kann auf bestimmte Erkrankungen hindeuten. So gilt weißlicher Kot u. a. als Indiz für einen Gallenverschluss. Um das Gewicht des Kots zu bestimmen, reicht eine kleine Probe nicht aus. So muss der Patient zu diesem Zweck den gesamten Stuhl sammeln. Mitunter können auch weiterführende Untersuchungen erforderlich sein.

Liegt zum Beispiel eine Infektion vor, gilt eine Blutuntersuchung als sinnvoll. Bei Verdacht auf Veränderungen innerhalb des Darms lässt sich zudem eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchführen. Des Weiteren können bildgebende Verfahren wie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) wichtige Aufschlüsse liefern.

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Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Stuhluntersuchung. Allerdings zählt der Hämoccult-Test im Rahmen einer Krebsfrüherkennung seit April 2017 nicht mehr zu den Kassenleistungen. An seine Stelle treten immunologische Stuhluntersuchungen, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Diese neue Kassenleistung kann von Patienten ab 50 Jahren beansprucht werden.

Im Fall von akuten Durchfallerkrankungen erstattet die Krankenversicherung eine Stuhlanalyse der Darmflora, wenn zuvor ein Aufenthalt in tropischen Regionen erfolgte. Bei schulmedizinischen Untersuchungen sowie einer ärztlichen Überweisung ist zudem ein Kostenzuschuss möglich.

Eine Stuhluntersuchung lässt sich auch auf privaten Wunsch durch ein Labor vornehmen. Die Kosten für Einzeluntersuchungen fallen je nach Laboratorium unterschiedlich aus und schwanken zwischen 10 und 70 Euro.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Komplikationen sind durch eine Stuhluntersuchung nicht zu befürchten. Da der Patient einen Spatel zur Entnahme erhält, kommt er mit dem Kot nicht in Kontakt. Nach der Abfüllung der Probe erfolgt ein fester Verschluss des Schraubdeckels und das Röhrchen wird in einem speziellen Behälter untergebracht, sodass keine Kontaminierung auftritt.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011


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