Lakritze

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Lakritzen, die aus der Süßholzpflanze stammen, ist es so, dass die Menschen sie entweder mögen oder verabscheuen. Beschrieben werden können Lakritzen als zäh, teilweise salzig und im Abgang herb. Sie erinnern an einen intensivierten Geschmack der Gewürze Fenchel oder Anis.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Lakritze wissen

Die Geschichte der Lakritzen reicht weit zurück. An der Küste wird Lakritz von den Norddeutschen schon seit Jahrhunderten in jeder Form geschätzt. Auch die alten Ägypter wussten bereits über die Wirkung der Lakritzen Bescheid. Im Altertum wurde der gepresste Saft der Pflanze als wirksames Heilmittel gegen Husten und Beschwerden des Magens eingesetzt. Auch in der Antike wurden die Lakritzen gegen Erkältungs- und Lungenkrankheiten verwendet.

Seit dem Mittelalter gewannen die Lakritzen an medizinischer Bedeutung. Mönche in England sowie der Apotheker George Dunhill kochten später den Saft mit Zucker sowie anderen Zutaten auf, wodurch die Laktritzen populär wurden. Typisch sind die schwarze Farbe sowie der bitter-süßliche Geschmack. Der Grund hierfür ist der Süßholzextrakt, ein aus der Wurzel der Pflanze gewonnener, getrockneter Saft. Der Süßholzstrauch kann bis zu zwei Meter hoch werden und wächst vorwiegend im Mittelmeerraum und in Asien.

Die Lakritzen, die einen hohen Anteil des Extrakts enthalten, werden meist in harten Stangen und Scheiben angeboten. Des Weiteren gibt es Weichlakritze und Lakritzkonfekt. Bei Letzterem handelt es sich um kleine, mehrschichtige Schnittartikel, die weiche Lakritzmassen enthalten.

Für die Herstellung werden zunächst die schwarzen, steinharten Rohlakritzblöcke im heißen Wasser aufgelöst, mit den verschiedenen Zutaten vermischt und eingekocht, bis der gewünschte Wassergehalt erreicht ist. Die Ausformung erfolgt durch ein Gießen in Formpuder oder durch ein Extrudieren. Bei letzterem Verfahren wird die Masse unter einem hohen Druck durch eine Spezialdüse gepresst, wodurch die Schnüre entstehen.

Nach der Trocknung und Reifung erhalten die Produkte durch Bienenwachs eine schöne glatte Oberfläche. Beim Herstellen von Konfekt aus Lakritzen werden mehrere Massen gleichzeitig mit Kokos-, Schokoladen- oder Fruchtgeschmack durch eine Düse gepresst.

Bedeutung für die Gesundheit

Lakritzen zählen aufgrund der hustenstillenden und schleimlösenden Eigenschaften zu den wirksamen Hausmitteln gegen eine Erkältung. Daher sind sie häufig ein Bestandteil von verschiedenen Hustensäften. Zudem können sie wegen der entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Effekte Magenbeschwerden lindern. Auch wird vermutetet, dass die Substanzen aus dem Saft die Entstehungsmechanismen von einigen Krebsarten sowie die Ausbreitung von Viren und Bakterien verhindern können.

Laut Forschern sollen Lakritzen auch die Leberwerte bei einer chronischen Hepatitis senken können. Die Pharmaindustrie nutzt den enthaltenen Bestandteil Glycyrrhizinsäure als Rohstoff für Medikamente, beispielsweise bei einer Therapie gegen HIV und SARS, der Infektionskrankheit.

Im Allgemeinen wird durch den Verzehr das Immunsystem gestärkt und das Herz geschützt. Es wird außerdem vermutet, dass ein regelmäßiger Konsum der Lakritzen dazu führt, dass die Fettpolster schmelzen, was am Effekt liegen kann, dass sie den Appetit hemmen.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Lakritzen enthalten Süßholzextrakt. Weitere Zutaten sind je nach Produkt Zucker, Weizenmehl, Glukosesirup, Gelantine oder modifizierte Stärke, Kochsalz und verschiedene Aromen.

Importprodukte, beispielsweise aus Dänemark oder Holland, können maximal 7,99 Prozent Salmiaksalz enthalten. Diese Lakritzen müssen jedoch mit dem Zusatz "extra stark, Erwachsenenlakritzen oder keine Kinderlakritzen" versehen sein. Zur Intensivierung der Farbe und der Verbesserung des Geschmacks werden häufig Karamell oder Zuckerkulör zusätzlich verwendet.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 375 kcal/ 1571 kj
Eiweiß 4,31 g
Kohlenhydrate 86,16 g
Fett 0,90 g
Wasser 5,91 g
Ballaststoffe 1,94 g

Unverträglichkeiten

Das würzig-süße, wasserlösliche Kristall Glycyrrhizin in den Lakritzen reguliert den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Wer große Mengen verzehrt, muss bei einer Veranlagung mit Wassereinlagerungen oder einem erhöhten Blutdruck rechnen. Ein regelmäßiger, erhöhter täglicher Konsum kann bei empfindlichen Menschen ernsthafte gesundheitliche Störungen verursachen.

In der Schwangerschaft haben Lakritzen einen negativen Einfluss auf die gesunde Entwicklung des Embryos.


Einkaufs- und Küchentipps

Die Lakritzen haben aufgrund des hohen Zuckeranteils sowie der niedrigen Wasseraktivität, die daraus resultiert, ein sehr langes Haltbarkeitsdatum. Lakritzen können allerdings austrocknen und an Geschmack verlieren, wenn sie in keiner geschlossenen Packung aufbewahrt werden.

Ungeöffnet halten sich Lakritzen länger als ein Jahr. Vor dem Kauf der Lakritzen ist es ratsam, sich über die Sorten zu informieren, da der Markt ständig neue Variationen produziert.

Zubereitungstipps

Lakritzen werden gern pur genascht, aber in den arabischen Ländern auch als ein grundlegender Bestandteil für die verschiedensten Getränke verwendet. Aufgüsse werden ähnlich wie ein Tee zubereitet und kalt getrunken. Sie dienen häufig als eine optimale Vorbereitung auf eine anstehende Fastenzeit.

Auch das Backen und Kochen mit den Lakritzen funktioniert, denn die süßliche, feine Anis-Note verleiht den Kuchen, Keksen, Desserts und vielem mehr einen ganz eigenen Charakter. Ebenso ergibt sich als Komponente in diversen Saucen zu Fleisch- oder Fischgerichten ein ausgezeichnetes Geschmackserlebnis. Lakritzen sind in verschiedenen Formen erhältlich: Als Block, Pulver oder Pastillen, sodass sie individuell verarbeitet werden können.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dipl.-Biol. Elke Löbel
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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