Heidekraut

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Heidekraut ist aus der Phytotherapie ebenso wenig wegzudenken wie aus europäischen Heidelandschaften. Als Arzneipflanze wird es unter anderem gegen Erkältungssymptome, rheumatische Beschwerden, Ausschläge, Stoffwechselprobleme, Nierenbeschwerden und Gicht eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Das Heidekraut wirkt krampflösend und entwässernd und hilft somit u.a. bei Harnwegserkrankungen.

Heidekraut trägt den lateinischen Namen Calluna vulgaris und gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Die auch unter Bezeichnungen wie Erika, Besenheide, Immerschön oder Kuhheide bekannte Heilpflanze ist im Spätsommer flächendeckend zu finden. Denn sie blüht von August bis Oktober. Dank seiner blutreinigenden, entzündungshemmenden Wirkung kann das Heidekraut bei vielen Erkrankungen für Linderung sorgen.

Vorkommen und Anbau

Heidekraut ist auf der Nordhalbkugel in nahezu allen Regionen heimisch: Von Nordamerika über Europa und Russland bis nach Kleinasien reicht sein Verbreitungsgebiet. Die Pflanze ist dank ihrer markanten hell-violetten Blüten leicht zu identifizieren. Sie durchläuft mehrere Lebenszyklen – von der Pionierphase über die Aufbauphase bis zur Reifephase und schließlich zur Degenerationsphase. Am Höhepunkt seines Wachstums kann das Heidekraut eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen.

Am besten gedeiht es auf mäßig feuchten Böden, die eher nährstoffarm sind. Für ein optimales Wachstum sind sogar leicht saure Bodenbedingungen zu bevorzugen. Deshalb gilt Heidekraut auch als sogenannter Säurezeiger. Neben dem richtigen Boden ist auch ein möglichst hoher Lichteinfall eine wichtige Voraussetzung für das Gedeihen des Heidekrauts. Für die Suche nach wild wachsendem Heidekraut empfehlen sich deshalb Gebiete wie sonnendurchflutete Eichen- oder Kiefernwälder, Wegränder, Böschungen, Bergwiesen, Sanddünen und die Abhänge von Felsen.

Auch in Torfmooren wächst das Heidekraut meist sehr gut. Oft finden sich in der Nähe großer Heidekraut-Vorkommen etliche Bienenstöcke und Imkereien. Denn das Heilkraut wird nicht nur von Menschen geschätzt: Es stellt auch eine der wichtigsten Formen von Bienenweiden dar, da der Nektar der Pflanzen sehr viel Zucker enthält. Das Heidekrautgewächs verbreitet sich mittels Flugsamen, auch Körnchenflieger genannt. Auch über Legetriebe, also sich neu bewurzelnde Zweige, kann die vergleichsweise anspruchslose Pflanze vermehrt werden. Neben Arzneizwecken dient Heidekraut auch als beliebte Zierpflanze für Naturgärten und wird aufgrund seiner robusten Natur sogar zur Verkleidung von Reetdächern genutzt.

Anwendung und Wirkung

Um Heidekraut im Rahmen phytotherapeutischer Anwendungen zu nutzen, müssen die Blüten und die blühenden Krautspitzen der Pflanze gesammelt werden. Die beste Zeit dafür ist die Hauptblütezeit des Heidekrauts – also der Spätsommer und Herbst. Zum Einsatz kommt die Heilpflanze anschließend sowohl äußerlich wie auch innerlich: Äußerliche Waschungen, Dampfbäder, Bäder oder Kompressen mit hochwertigen Heidekraut-Essenzen können beispielsweise durchgeführt werden, um die Symptome der Gicht zu bekämpfen.

Auch Ekzeme auf der Haut sowie Rheumabeschwerden können auf diese Weise behandelt werden. Innerlich wirkt die Einnahme als Aufguss blutreinigend, antiseptisch und schleimlösend. Verantwortlich für diese Wirkung sind die wertvollen Inhaltsstoffe des Heidekrauts. Dazu gehören Flavonglykoside, Gerbstoffe, Mineralstoffe, Enzyme, Arbutin, Hydrochinon und Saponine. Sie werden aus den getrockneten Blüten gewonnen, indem diese mit kochendem Wasser übergossen werden.

Für eine große Tasse Heidekraut-Aufguss genügen ein bis zwei Teelöffel der Pflanzenblüten. Die Zieh-Zeit beträgt zehn Minuten – danach wird der Sud abgeseiht und in kleinen Schlucken getrunken. Der Heilkraut-Tee wirkt harntreibend. Außerdem wird er bewusst eingesetzt, um desinfizierend zu wirken, beispielsweise bei Erkrankungen der Atemwege. Der Aufguss aus Heidekraut kann auch in Form einer Kompresse äußerlich angewandt werden. Um eine gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen, sind täglich ein bis zwei Tassen des Tees aus Heidekraut empfehlenswert. Eine Überdosierung dieses natürlichen Arzneimittels kann Magenbeschwerden zur Folge haben.

Wogegen hilft Heidekraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Heidekraut kann bei der Bekämpfung der verschiedensten Krankheitsbilder gute Dienste leisten. Dazu gehören Erkältungskrankheiten wie Husten, Verschleimungen und Entzündungen des Rachens sowie Bronchialkatarrh. Gegen diese Beschwerden wird die schleimlösende, beruhigende und entzündungshemmende Wirkung des Heidekrauts durch innerliche Anwendung eingesetzt. Mit einem Tee aus Heidekraut lassen sich außerdem Infektionen der Harnwege und Blase sowie Blasensteine behandeln. Dabei macht sich die Phytotherapie die antiseptische, harntreibende und blutreinigende Wirkung des Heidekrauts bei innerlicher Anwendung zunutze.

Auch zur Linderung von Nierenproblemen, wie schmerzhafte Nierensteine oder Nierenbeckenerkrankungen, kommt das hochwertige Heilkraut zum Einsatz. Dank seiner vielfältigen Inhaltsstoffe gilt das Heidekraut allgemein als wertvolles natürliches Mittel zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen.

Diese Wirkung lässt sich teilweise sogar durch die äußerliche Anwendung erzielen. Dazu ist das großflächige Abreiben der [Haut]] mit einem Aufguss aus Heidekraut empfehlenswert. Für die gezielte lokale Therapie zur Linderung von Ödemen, Hautausschlägen und Ekzemen gelten Kompressen mit Heidekraut-Auszügen als phytotherapeutisches Mittel der Wahl.

Sehr wirkungsvoll sind auch regelmäßige warme Bäder, bei denen ein hochkonzentrierter Heidekraut-Aufguss dem Badewasser zugegeben wird. Damit können chronische Leiden wie Rheuma und Gicht gelindert werden. Darüber hinaus werden Bäder mit Heidekraut-Zugabe auch im Wellness-Bereich eingesetzt, um das Bindegewebe gezielt zu stärken und die Muskeln zu entspannen.


Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S.H.E., Schulz, Th.F. (Hrsg.) : Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
 

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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