Geschwollene Lippen

Letzte Aktualisierung am 10. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Geschwollene Lippen beeinträchtigen nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern können für den Betroffenen noch weitere unangenehme Symptome mit sich bringen. Warum es zu einer geschwollenen Lippe kommt, kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Nach der vorliegenden Ursache richtet sich dann auch die Behandlung von geschwollenen Lippen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Geschwollene Lippen?

Eine geschwollene Lippe zeigt sich vor allem durch das optische Erscheinungsbild. Da unsere Lippen eine sehr feine Haut besitzen, sind sie besonders anfällig für Schädigungen.

Die geschwollenen Lippen sind deutlich größer als gewöhnlich und können dem Betroffenen deshalb ein enormes Spannungsgefühl bescheren. Das kann so stark sein, dass es Schmerzen verursacht. Je nach Ursache können die Lippen auch gerötet bis entzündet sein, brennen oder auch jucken.

Sind die Lippen infolge einer Verletzung geschwollen, können offen Stellen sichtbar sein, die bluten oder nässen. Ist dagegen eine Infektion die Ursache für die geschwollenen Lippen, kann sich das Hautbild an den Lippen unterschiedlich verändern. Pusteln oder mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen können sichtbar sein, die unter Umständen auch sehr starke Schmerzen bereiten können.

Geschwollene Lippen können sehr unangenehm sein. Neben der Schwellung kann es noch zu Juckreiz und einem brennenden Gefühl auf der Lippe kommen.

Ursachen

Geschwollene Lippen können durch viele verschiedene Ursachen entstehen. In Folge von Verletzungen, kann das Gewebe an den Lippen so stark beeinträchtigt und geschädigt worden sein, dass es zu einer Schwellung kommt. Dabei können offene Stellen an den Lippen auftreten, die nicht selten auch bluten. Entzündet sich die betroffene Stelle, kann die Schwellung noch verstärkt werden.

Aber auch Insektenstiche können eine Schwellung der Lippen hervorrufen, wenn der Stich in die Lippe oder direkt daneben erfolgt ist. Solche Einstiche können sich auch entzünden und damit enorme Schwellungen hervorrufen. Häufig sind auch Allergien die Ursache für geschwollene Lippen. Das können sowohl Kontaktallergien sein, als auch Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel. Auslöser für eine Kontaktallergie können z.B. Kosmetikprodukte sein. Bei einer Nahrungsmittelallergie kommt es nach dem Genuss des Lebensmittels zu den Symptomen.

Eine Infektion kann ebenso geschwollene Lippen erzeugen. Sehr häufig ist hierbei die Herpesinfektion, bei der sich neben der Schwellung auch kleine Bläschen zeigen und der Patient ein Kribbeln in der Lippe verspürt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Da geschwollene Lippen unterschiedliche Ursachen haben können, muss im Einzelfall entschieden werden, ob und wann ein Arzt konsultiert wird. Verletzungen führen oft dazu, dass die Lippen anschwellen. Hier sollte natürlich die eigentliche Ursache behandelt werden, die Schwellung selbst heilt selbstständig ab. Entzündungen an der betroffenen Stelle können die Schwellung verstärken und sollten behandelt werden.

Insektenstiche im Lippenbereich können ebenfalls zur Schwellung führen. Eine ärztliche Untersuchung ist dann zu empfehlen, wenn eine Insektengiftallergie vorliegt. Auch bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können die Lippen anschwellen. Sollten weitere Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Magenschmerzen auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ist die Lippenschwellung hingegen das einzige Symptom, muss eine medizinische Beratung nicht zwangsläufig in Anspruch genommen werden.

Wenn sich zusätzlich zur Schwellung weiße Bläschen bilden und Schmerzen oder ein Kribbeln im betroffenen Bereich auftreten, kann das auf eine Herpesinfektion hinweisen. Wenn nur die Lippen betroffen sind, kann die Infektion mit frei erhältlichen Medikamenten aus der Apotheke behandelt werden. Sollte sich die Infektion auf die Mundhöhle ausweiten, ist ein kurzfristiger Arztbesuch dringend anzuraten.

Diagnose und Verlauf

Zur Diagnose der Ursache von geschwollenen Lippen erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patienten. Dabei sollte der Betroffene dem Arzt alle Symptome genau schildern und zudem alles nennen, was mit den Beschwerden in Zusammenhang stehen könnte. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, wären alle benutzen Kosmetikprodukte und der Konsum von nicht alltäglichen Lebensmitteln nennenswert.

Eine optische Untersuchung durch den Arzt bringt meistens Klarheit, was die Diagnose angeht. Bei Insektenstichen ist die Einstichstelle in der Regel deutlich erkennbar, handelt es sich um eine Herpesinfektion, zeigen sich die charakteristischen Bläschen. Ist den geschwollenen Lippen eine Verletzung durch einen Unfall vorausgegangen, ist die Diagnose sehr einfach gestellt. Ist die Ursache gefunden, heilt eine geschwollene Lippe in der Regel problemlos und rasch ab.

Komplikationen

Eine geschwollene Lippe hat verschiedene Ursachen und auch Komplikationen. Zum einen kann ein Schlag in das Gesicht eine Schwellung der Lippen verursachen. Daneben können je nach Härte des Schlags weitere Strukturen betroffen sein. So kann zum Beispiel der Kiefer oder die Nase gebrochen werden. Dabei können neben wichtigen Strukturen wie Gefäße und Nerven auch die Knochen irreversibel deformiert bleiben. Eine Allergie ist eine der häufigsten Ursache einer geschwollenen Lippe. Diese tritt als Schwellung im Rahmen eines Quincke-Ödems auf. Dabei handelt es sich um eine Schwellung tieferer Hautschichten.

Komplikationen können eine Verengung der Atemwege sein, die zu einer Atemnot und Schluckbeschwerden führen können. Neben den Lippen sind beim Quincke-Ödem auch häufig Genitale und Hände und Füße beteiligt. Der schlimmste Fall einer allergischen Reaktion ist ein anaphylaktischer Schock, der zu einem starken Blutdruckabfall führt und einer Erhöhung der Herzfrequenz. Dies ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden. Daneben kann eine Herpesinfektion geschwollene Lippen verursachen. Diese können sich in einigen Falle in das Gehirn ausbreiten und dort eine Entzündung auslösen (Enzephalitis). Diese kann mit Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen einhergehen. Im schlimmsten Falle kann sich die Entzündung systemisch ausbreiten und so zu der lebensgefährlichen Sepsis führen, die unbehandelt zum Tod führt.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von geschwollenen Lippen richtig sich vor allem nach der Ursache für die Beschwerden. Handelt es sich um einen Insektenstich oder liegt eine Verletzung zugrunde, lindert Kühlung der betroffenen Stellen deutlich die Beschwerden. Handelt es sich um eine offene Wunde, sollte diese gründlich gereinigt werden und um weiteren Verlauf auf Hygienemaßnahmen geachtet werden. Antiseptische Salben verhindern eine Infektion mit Krankheitserregern.

Kommt es durch einen Insektenstich zu einer allergischen Reaktion, können oral Medikamente verabreicht werden um die Beschwerden zu lindern. Ist die geschwollene Lippe durch eine Infektion mit Herpesviren entstanden, wird die betroffene Hautstelle mit speziellen Salben behandelt. Diese Salben wirken direkt gegen die Viren als Erreger. Damit können diese sich nicht weiter ausbreiten und die vorhandene Infektion heilt schneller ab.

Sollte eine allergische Reaktion die Ursache für die geschwollenen Lippen sein, so muss unbedingt der Allergieauslöser gefunden und gemieden werden. Wird der Körper immer wieder mit diesem allergieauslösenden Stoff in Berührung gebracht, kann die Allergie nicht abklingen. Allergieauslöser können sowohl Nahrungsmittel als auch Kosmetikprodukte sein. Das können auch Produkte sein, die schon länger benutzt bzw. konsumiert werden und bisher problemlos vertragen wurden. Allergien und Unverträglichkeiten können jederzeit entstehen.

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Vorbeugung

Um einer geschwollenen Lippe vorzubeugen gibt es leider keine hundertprozentig wirksamen Methoden. Selbstverständlich gilt es grundsätzlich Unfälle zu vermeiden, aber das ist nicht immer beeinflussbar. Ebenso schlecht können Insektenstiche immer vermieden werden oder die Ansteckung mit Krankheitserregern. Allerdings ist eine frühzeitige Behandlung wichtig für eine schnelle Heilung. Deshalb sollte der Betroffene die Therapie möglichst bald nach den ersten Anzeichen einleiten.

Bücher über Allergie

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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