Basaliom im Gesicht

Letzte Aktualisierung am 21. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Das Basaliom im Gesicht ist eines der am häufigsten vorkommenden malignen Tumorarten auf der Gesichtshaut. Es ist langsam wachsend und befällt vorwiegend ältere Menschen. Metastatische Gesichtsbasaliome sind selten. Bestimmte Bereiche des Gesichts werden häufiger von einem Basaliom befallen, insbesondere die Nase, die Augenlider und der Stirnbereich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Basaliom im Gesicht?

1. gesunde Haut (oben links) 2. Basalzellkarzinom (oben rechts) 3. Plattenepithelkarzinom (unten links) 4. Melanom (unten rechts)

Das Gesichtsbasaliom oder Basalzellkarzinom ist ein häufig vorkommender, lokal invasiver, keratinocytischer oder nicht-melanomartiger Hautkrebs. Es ist auch bekannt als Basaliom. Patienten entwickeln häufig mehrfache Primärtumoren über die Zeit.

Ursachen

  Die Ursachen sind multifaktoriell. Meistens erfolgen DNA-Mutationen im Tumorsuppressorgen. Diese können durch Einwirkung von ultravioletter Strahlung ausgelöst werden. Auch verschiedene spontane und vererbte Gendefekte prädisponieren die Entwicklung von Gesichtsbasaliomen.

Wann zum Arzt?

Ungewöhnliche Hautveränderungen im Gesicht sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Rötungen oder Schwellungen, die an Ausmaß und Intensität zunehmen, sollten untersucht und behandelt werden. Können unter der Haut Knoten oder Verhärtungen ertastet werden, empfiehlt es sich ebenfalls, diese einem Arzt vorzustellen. Bei einem Juckreiz auf der Haut erhöht sich das Risiko, eine Infektion oder Entzündung zu erleiden.

Durch Kratzen treten Beschädigungen der Haut auf, durch die Keime in den Organismus gelangen und dort Krankheiten auslösen können. Daher ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und eine medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Eine ungewöhnlich schuppige oder trockene Haut, ist von einem Arzt untersuchen zu lassen. Spannungsgefühle oder Schmerzen im Gesicht gelten als Symptome, bei denen es ausgesprochen wichtig ist, einen Arzt aufzusuchen. Breiten sich die Schmerzen im Gesicht aus, muss schnellstmöglich ein Arzt konsultiert werden.

Bei einem Basaliom im Gesicht sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlungsmaßnahmen essentiell für den weiteren Krankheitsverlauf. Die Struktur der Haut ändert sich durch den natürlichen Alterungsprozess im Laufe der Lebensspanne. Daher sollte grundsätzlich auch ohne aktuelle Beschwerden in regelmäßigen Abständen eine Kontrolluntersuchung bei einem Arzt durchgeführt werden. Eine besondere Sensibilität sollte der Betroffene für Veränderungen der Haut an der Stirn, den Augen und der Nase haben.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Basalioms im Gesicht:

  • Hautverfärbungen
  • Hautschmerzen

Ein Basaliom ist ein lokal invasiver Hauttumor. Die Hauptmerkmale sind langsam wachsende Plaque oder Knoten; rosafarbene oder pigmentierte Hautverfärbungen, welche in der Größe von ein paar Millimetern bis zu mehreren Zentimetern im Durchmesser variieren sowie spontane Blutungen oder Ulzerationen. Ein Basaliom im Gesicht ist sehr selten eine Bedrohung für das Leben. Ein winziger Anteil wächst schnell, dringt tief in das Gewebe ein und / oder metastasiert zu lokalen Lymphknoten.

Es gibt verschiedene klinische Arten von Basaliomen und über 20 histologische Wachstumsmuster, darunter noduläre Gesichtsbasaliome als häufigste Art der Gesichtsbasaliome. Sie werden meist durch einen glänzenden oder perlförmiger Knoten mit glatter Oberfläche identifiziert. Die zystische Variante ist weich, mit geleeähnlichem Inhalt. Mikronoduläre, mikrozystische und infiltrative Typen sind potentiell aggressive Subtypen.

Oberflächliche Basaliome sind die häufigste Art bei jüngeren Erwachsenen und werden durch leichte, schuppige und unregelmäßige Plaque gekennzeichnet. Sie weisen dünne, lichtdurchlässige Ränder auf und verursachen multiple Mikroerosionen. Morphoeische Gesichtsbasaliome sind auch bekannt als Morphoeiform oder sklerosierende Basaliome.Sie sind normalerweise mitten im Gesicht lokalisiert und weisen eine wachsige, narbige Plaque mit unscharfen Rändern auf. Als breite und tiefe subklinische Erweiterung können sie Hautnerven infiltrieren (Perineuralspreizung).

Diagnose

Ein Basaliom im Gesicht wird klinisch durch das Vorhandensein einer langsam vergrößerten Hautläsion mit typischem Aussehen diagnostiziert. Die Diagnose und der histologische Subtyp werden meist durch eine diagnostische Biopsie oder nach Exzision pathologisch bestätigt. Einige typische Gesichtsbasaliome werden klinisch diagnostiziert und ziehen eine nicht-chirurgische Behandlung ohne Histologie nach sich.

Komplikationen

Durch das Basaliom im Gesicht kommt es zu starken Beschwerden im Bereich des Gesichtes. In den meisten Fällen sind nur ältere Menschen von dieser Tumorerkrankung betroffen. Es kommt dabei zu relativ starken Schmerzen auf der Haut und zur Ausbildung eines Juckreizes. Die Haut kann sich rot färben und wirkt in der Regel schuppig. Weiterhin kann es durch ein Basaliom im Gesicht auch zu einer spontanen Blutung im Gesicht kommen. Der Tumor kann sich unbehandelt in andere Bereiche des Gesichtes und des Körpers ausbreiten und in diesen ebenfalls zu Komplikationen und Beschwerden führen. In schwerwiegenden Fällen werden auch Nerven angegriffen, sodass es zu Lähmungen und anderen Einschränkungen in der Bewegung kommt. Der Tumor kann sich ebenfalls in die Nähe des Auges ausbreiten und zu Beschwerden führen. In vielen Fällen ist es möglich, das Basaliom im Gesicht komplett zu entfernen, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen kommt. Der Eingriff erfolgt dabei chirurgisch oder mit Hilfe einer Strahlentherapie. Weiterhin können Beschwerden auftreten, wenn sich der Tumor in andere Bereiche ausgebreitet hat. Nach der Behandlung bleiben in der Regel Narben auf der Haut zurück.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung hängt von der Art, Anzahl, Größe und Lage der Basaliome, weiteren Patientenfaktoren, sowie von der Präferenz und Expertise des behandelnden Arztes ab. Die meisten Basaliome im Gesicht werden chirurgisch behandelt. Mögliche Behandlungsformen für ein Gesichtsbasaliom umfassen:

  • Exzisionsbiopsie

Exzision bedeutet, dass die Läsion herausgeschnitten und die betroffene Stelle genäht wird. Diese Methode wird häufig für noduläre, infiltrative und morphoeische Basaliome angewendet. Dabei wird sicherheitshalber immer eine Fläche von ca. 3 bis 5 mm Haut um den Tumor herum mitentfernt. Sehr große Läsionen erfordern möglicherweise auch Hauttransplantationen, um den Defekt zu reparieren. Folgeeingriffe werden für Läsionen empfohlen, welche unvollständig ausgeschnitten sind. Eine Variante, die mikrographisch kontrollierte Exzision, beinhaltet die Untersuchung von sorgfältig markiertem ausgeschnittenem Gewebe unter einem Mikroskop. Die Haut wird dabei schichtweise abgetragen und analysiert, um eine vollständige Exzision zu gewährleisten. Die Methode bietet sehr hohe Heilungsraten und wird häufig in den risikoreichen Bereichen des Gesichtes um die Augen, Lippen und Nase verwendet. Sie ist geeignet für schlecht definierte, morphoeische, infiltrative und rezidivierende Subtypen.

  • Oberflächliche Hautchirurgie

Oberflächliche Hautchirurgie umfasst Rasur, Kürettage und Elektrokauter. Es ist eine schnelle Technik, welche unter lokaler Anästhesie durchgeführt wird und bei der die Wunde nicht vernäht werden muss. Sie ist geeignet für kleine, gut definierte noduläre oder oberflächliche Gesichtsbasaliome. Die Wunde wird offen gelassen, um den natürlichen Heilungsprozess zu fördern. Feuchte Wundverbände führen in der Regel innerhalb einiger Wochen zu einer Heilung.

Kryotherapie ist die Behandlung einer oberflächlichen Hautläsion durch Einfrieren, in der Regel mit flüssigem Stickstoff. Die Methode ist geeignet für kleine, oberflächliche Basaliome. Als Ergebnis der Behandlung bildet sich eine Blase, welche verkrustet und innerhalb von mehreren Wochen verheilt. Die Behandlung hinterlässt dabei eine dauerhafte weiße Verfärbung.

  • Photodynamische Therapie

Dies ist eine Technik, bei der das Basaliom mit einer photosensibilisierenden Chemikalie behandelt wird und einige Stunden später Licht ausgesetzt wird. Häufig verwendete Photosensibilisatoren umfassen Aminolävulinsäure-Lotion und Methylaminolevulinat-Creme. Die Methode ist geeignet für kleine, oberflächliche Basaliome und sollte vermieden, wenn Tumore ein hohes Rezidivrisiko aufweisen. Die Behandlung resultiert in einer entzündlichen Reaktion, welche 3-4 Tage nach dem Eingriff auftritt. Nach 7 Tagen erfolgt eine Wiederholung der Behandlung. Die Methode liefert ausgezeichnete kosmetische Ergebnisse.

Strahlentherapie oder Röntgenbehandlung können verwendet werden, um primäre Basaliome im Gesicht zu behandeln. Auch der Einsatz als ergänzendes Mittel, wenn die Ränder eines Basalioms unvollständig sind, ist möglich. Die Methode kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn Chirurgie nicht geeignet ist. Sie sollte bei jungen Patienten vermieden werden und auch dann, wenn genetische Bedingungen eine Prädisposition für Hautkrebs indizieren. Die Behandlung verursacht entzündliche Reaktionen mit anschließender Narbenbildung. Es besteht die Gefahr von Nebenwirkungen, u.a. Radiodermatitis, späten Rezidiven und neuen Tumoren.

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Vorbeugung

Die wichtigste Methode zur Prävention ist die Vermeidung von Sonnenbrand. Dies ist besonders in der Kindheit und bei Jugendlichen wichtig. Hellhäutige Personen und Personen mit einer persönlichen oder familiären Erkrankungsgeschichte im Bereich der Gesichtsbasaliome sollten die Haut besonders sorgfältig vor Sonneneinstrahlung schützen. Die Einnahme von oralem Nikotinamid (Vitamin B3) in einer Dosis von 500 mg zweimal täglich kann die Anzahl und Schwere von Gesichtsbasaliomen reduzieren.

Die meisten Basaliome werden durch eine medizinische Behandlung geheilt. Die Heilungschancen steigen, je kleiner die Läsion ist. Über 50% der Menschen mit einem Gesichtsbasaliom entwickeln innerhalb von 3 Jahren nach dem ersten ein weiteres. Diese Personen leiden zudem unter einem erhöhten Risiko für andere Hautkrebsarten, vor allem zu Melanomen. Regelmäßige Hautuntersuchungen und langfristige jährliche Hautkontrollen durch einen erfahrenen Facharzt werden empfohlen.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011


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