Schmerzempfindliche Brustwarzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
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Das Problem von schmerzempfindlichen Brustwarzen tritt vorrangig bei Frauen auf, doch auch Männer kennen diese Beschwerden, wenn auch seltener. Bei vielen Betroffenen ruft dieses Symptome Ängste hervor. Auch der Gedanke an eine Schwangerschaft kommt nicht selten auf. Schmerzempfindliche Brustwarzen können jedoch verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Diagnosen mit sich bringen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind schmerzempfindliche Brustwarzen?

Schmerzempfindliche Brustwarzen zeichnen sich dadurch aus, dass entweder der Warzenhof oder die Brustwarze selbst besonders empfindlich auf Berührungen reagiert. Hier muss zwischen der herkömmlichen Berührungsempfindlichkeit und tatsächlichem Schmerz unterschieden werden, denn Brustwarzen stellen – sowohl beim Mann als auch bei der Frau – eine extrem erogene Zone dar. So werden die Brustwarzen bei Berührung steif. Sind die Brustwarzen dagegen schmerzempfindlich, können sie kaum berührt werden.

Die Schmerzempfindlichkeit selbst beschreibt dabei einen Zustand, der durch eine gestörte Wahrnehmung von Sinnesreizen geprägt ist. Eine leichte Berührung der Brustwarze wird also bereits als schmerzhaft empfunden, wenn sie im normalen Zustand als erregend oder angenehm wahrgenommen werden würde. Bei einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit sind die Brustwarzen also erheblich sensibler gegenüber Berührungen. Das Symptom kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind.

Ursachen

Die Ursachen für schmerzempfindliche Brustwarzen sind extrem vielfältig. So kann der vorliegende Grund sehr banal sein und mit keiner Krankheit verbunden sein. Ebenso möglich ist allerdings auch, dass die schmerzempfindlichen Brustwarzen ein Symptom einer Erkrankung sind. Zu den häufigeren Gründen gehört Kleidung. Scheuert diese an den Brustwarzen oder ist beispielsweise der BH zu eng, kann diese zu einer besonders ausgeprägten Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen führen.

Weiterhin ist die schmerzempfindliche Brustwarze ein häufiges Symptom des weit verbreiteten PMS, also des prämenstruellen Symptoms. Auch die Menopause kann einen ähnlichen Effekt hervorrufen. Hormonelle Veränderungen haben also großen Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit der Brüste. Dazu gehört natürlich auch eine Schwangerschaft. Bei Männern führt ein erhöhter Östtrogenwert meistens zu schmerzenden Brustwarzen.

Schmerzempfindliche Brustwarzen können aber durchaus auch einen ernsthafteren Hintergrund haben: Entzündungen der Brustdrüsen sind keine Seltenheit. Darüber hinaus können Erkrankungen der Wirbelsäule, des Herzens oder natürlich ein entstehendes Geschwür, also beispielsweise ein Tumor, dieses Symptom hervorrufen. Bei jungen Frauen sind schmerzempfindliche Brustwarzen vor allem dann vorhanden, wenn die Brüste sich während der Pubertät im Wachstum befinden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Da die schmerzempfindlichen Brustwarzen in der Regel mit Scham verbunden sind, vermeiden es viele Betroffene, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann jedoch über die verschiedenen möglichen Ursachen aufklären und eine versierte Diagnose stellen. Für eine Diagnose wird der Arzt die Brüste auf äußerliche Wunden untersuchen und den Betroffenen befragen. Wenn die Brustwarzen durch eine hormonelle Umstellung so schmerzempfindlich geworden sind, ist dies in der Regel in Folge der Pilleneinnahme oder als Nebeneffekt der Pubertät der Fall.

Liegt das Symptom bei einem Mann vor, kann die Diagnose anhand einer Untersuchung des Hormonhaushalts gestellt werden: Ist der Testosterongehalt sehr niedrig und liegt ein Östrogenüberschuss vor, handelt es sich um die sogenannte Gynäkomastie. Diese tritt bei Männern vor allem durch Übergewicht auf. Liegt ein ernsthafter Hintergrund der schmerzempfindlichen Brustwarzen vor, stellt der behandelnde Arzt dies in der Regel beim Abtasten der Brust fest. Verknotungen in der Brust weisen auf einen Tumor hin. Von einer Brustdrüsenentzüngung sind vor allem stillende Frauen betroffen. Die sogenannte Mastitis geht meistens mit weiteren Symptomen wie Fieber, Schwindel und Rötungen einher.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der schmerzempfindlichen Brustwarzen richtet sich zum größten Teil nach der vorliegenden Diagnose. Handelt es sich lediglich um scheuernde oder schlecht sitzende Kleidung, ist es völlig ausreichend, die Brustwarzen in Ruhe zu lassen. Selbiges gilt bei einer hormonellen Veränderung, also zum Beispiel bei der Vorbereitung auf die Menopause, der Pubertät oder der neuen Einnahme der Pille. Die schmerzempfindlichen Brustwarzen sollten in diesen Fällen nicht unnötig gereizt werden.

In einigen Fällen ist jedoch auch die professionelle Hilfe eines Arztes notwendig, um das gesundheitliche Problem zu beseitigen. Liegt die Gynäkomastie bei einem Mann vor, die sich neben der Schmerzempfindlichkeit auch durch die Vermehrung des Brustfetts auszeichnet, rät der behandelnde Arzt in der Regel zur Gewichtsreduktion. Dies wird durch Sport und eine ausgewogene, fettarme Ernährung erreicht. Wenn eine Entzündung der Brustdrüsen vorliegt, sollte die Mutter mit Antibiotika versorgt werden und sich schonen.

Sollte tatsächlich ein bösartiger Tumor vorliegen, haben die betroffenen Patienten verschiedene Möglichkeiten. In der Regel sind heute Operationen möglich, die die Brust erhalten. Bereits größere Tumore werden meistens durch eine Chemotherapie verkleinert. Ist dies nicht möglich, wird die Brust für gewöhnlich abgenommen, wobei hier im Anschluss verschiedene Brustprothesen möglich sind.



Vorbeugung

Männer wie auch Frauen können den schmerzempfindlichen Brustwarzen vorbeugen. So sollte zu enge Kleidung vermieden werden, um Reizungen der Brustwarzen zu verhindern. Frauen sollten einen BH tragen, der optimal sitzt und nicht drückt oder den Brustkorb einengt. Übergewichtige Männer sollten sich bemühen, das Übergewicht zu reduzieren – so wird auch das überschüssige Brustfett verringert. Um eine Entzündung der Brustdrüsen zu vermeiden, sollten stillende Mutter in dieser Zeit der Mutterschaft vor allem auf die Hygiene achten.

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