Schmerzen beim Stillen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Schmerzen beim Stillen

Stillen ist die beste Ernährung für ein Baby. Manchmal jedoch kommt es zu Schmerzen beim Stillen. Oftmals lassen diese sich durch Vorbeugung vermeiden oder zumindest schnell behandeln, wenn die Ursache einmal gefunden worden ist. Dann steht einer langen Stillbeziehung nichts mehr im Wege.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen beim Stillen?

Unter Schmerzen beim Stillen werden zusammenfassend alle Formen von Schmerz verstanden, bei während des Stillvorgangs bei der Mutter, aber auch beim Baby vorkommen können. Schmerzen beim Stillen treten häufig zu Beginn der Stillbeziehung auf. Denn auch das Stillen ist ein extrem natürlicher Vorgang, der aber gleichwohl auch gelernt werden muss und nicht immer rein intuitiv funktioniert.

Schmerzen beim Stillen können einmalig oder lediglich an den ersten Tagen auftauchen. Sie können aber auch langfristig immer wiederkehren und damit die Stillbeziehung zwischen Mutter und Baby sehr belasten. Zudem sind Schmerzen beim Stillen ein häufig genannter Grund zum Abstillen. Umso wichtiger ist es entsprechend, die Ursachen dafür zu kennen und gezielt zu behandeln.

Ursachen

Die Ursachen für Schmerzen beim Stillen können vielfältig sein. Eine genaue Diagnostik der Schmerzen ist also für eine gute Beratung der stillenden Mutter sehr wichtig. Mütter sollten wissen, dass Schmerzen in den ersten Tagen des Stillens durchaus normal und ohne Krankheitswert sein können. Die Mutter erlebt den Milcheinschuss manchmal als schmerzhaft und die vollen Brüste können stark spannen.

Beherrscht dann das Baby gleichzeitig noch nicht die optimale Saugtechnik, kann zum einen die Brust noch nicht richtig entleert werden. Zum anderen werden durch eine ungünstige Saugtechnik auch die Brustwarzen mitunter so stark strapaziert, dass es blutet. Wenn Schmerzen beim Stillen sehr langanhaltend sind, sollte generell immer die Saugtechnik des Kindes überprüft werden.

Falsches Anlegen und ein unzureichendes Saugen sind die häufigsten Ursachen für Schmerzen beim Stillen. Wird ein Baby nicht richtig angelegt, so kann auch der Säugling selbst das Stillen womöglich als unangenehm bis schmerzhaft empfinden. Weint ein Baby also häufiger beim Stillvorgang, so sollten auch mögliche Schmerzen des Kindes in die Überlegungen eingebunden werden.

Schmerzen beim Stillen können auch durch eine Brustentzündung (Mastitis) verursacht werden. Die Brustregion ist hierbei bedingt durch die Entzündung extrem schmerzempfindlich und das Trinken des Säuglings kann so schmerzhaft sein, dass abgestillt wird. Auch ein Milchstau kann vorübergehend Schmerzen beim Stillvorgang verursachen.

Diagnose

Die Diagnose bei Schmerzen beim Stillen sollte sehr sorgfältig seitens Ärzten und Hebammen gestellt werden. Wenn irgendwie möglich und von der Mutter gewünscht, sollte das Stillen weder abgebrochen noch unterbrochen werden. Oft sind die Schmerzen beim Stillen auch mit kleinen Interventionen schon so gut zu beherrschen, das weitergestillt werden kann.

Wenn eine Frau Schmerzen beim Stillen verspürt, sollte sie nicht zögern, schnell professionelle Hilfe durch eine Hebammme oder eine zertifizierte Stillberaterin in Anspruch zu nehmen. Bleiben die Schmerzen unbehandelt, so werden sie im Verlauf je nach Ursache so stark, dass sofort oder schleichend abgestillt wird, auch wenn dies medizinisch nicht notwendig gewesen wäre.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Schmerzen beim Stillen richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Anfängliche Probleme, bedingt durch Milcheinschuss und Unerfahrenheit seitens Mutter und Baby, bedürfen grundsätzlich keiner Behandlung, sollten aber stationär im Krankenhaus oder zuhause im Wochenbett durch die Nachsorgehebamme gut beobachtet werden. Es ist sinnvoll, wenn Hebammen schon unmittelbar nach der Geburt zum Stillen anleiten. So kommt die Milch gut zum Fließen und das Baby lernt, wenn direkt auf korrektes Anlegen geachtet wird, auch meist eine gute Saugtechnik.

Wenn aber Schmerzen beim Stillen durch eine Brustentzündung entstanden sind, sollte der Verlauf der Infektion unbedingt ärztlich beobachtet werden. Je nach Ausprägung der Infektion benötigt die Mutter ein Antibiotikum, damit die Entzündung zurückgeht und die Schmerzen damit auch wieder beherrschbar werden.

Schmerzen durch einen Milchstau können am besten durch kontinuierliches Abfließen der Milch zum Abklingen gebracht werden. Wenn es zu schmerzhaft ist, dass das Baby saugt, kann vorübergehendes Abpumpen eine Option sein. Milchpumpen müssen dabei nicht von der Frau selbst gekauft werden, sondern können auch gegen Rezept kostenlos in der Apotheke ausgeliehen werden.

Kommt es immer wieder zu einem Milchstau, sollte Hebamme oder Stillberaterin unbedingt die Saugtechnik des Kindes und das Anlegen beobachten, da unzureichendes Abtrinken der Milch oder ein falsches Anlegen Schmerzen und Milchstau begünstigen können.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Schmerzen beim Stillen ist zum einen, das Stillen gut vorzubereiten. Mütter, die stillen möchten, können sich heute vorab im Netz oder mittels einiger Bücher gut über den Stillvorgang informieren. Das schafft Sicherheit und begünstigt einen harmonischen Anfang der Stillbeziehung. Jede Frau hat das Recht auf eine Nachsorgehebamme und sollte davon unbedingt Gebrauch machen.

Die Hebamme kann gerade in den ersten wichtigen Tagen zum korrekten Stillen anleiten und auf ein korrektes Anlegen achten, damit Schmerzen durch falsches Anlegen und unzureichendes Saugen gar nicht erst entstehen. Eine Vorbeugung gegen Infektionen wie eine Brustentzündung sind nicht immer möglich. Wer auf normale Hygiene achtet und das Baby regelmäßig anlegt, tut alles, was man vorbeugend gegen Entzündungen tun kann.

Dennoch kann es im Laufe einer Stillbeziehung zu einer Entzündung der Brust kommen, auch ohne dass man hierfür eine Ursache finden kann. Die Entzündung ist im Regelfall sehr gut behandelbar, wenn direkt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird.

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