Rissige Zunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Dezember 2016
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Die menschliche Zunge kann nicht nur von Falten und Belägen, sondern auch von Rissen betroffen sein. Nicht immer ist deswegen eine medizinische Behandlung nötig. In manchen Fällen kann eine rissige Zunge aber auch auf therapiebedürftige Erkrankungen hindeuten, was einen Besuch beim Arzt erforderlich macht. Dies gilt besonders dann, wenn Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine rissige Zunge?

Eine rissige Zunge kommt bei vielen Menschen hin und wieder vor. Meistens ist sie harmloser Natur und hat für die Medizin keinerlei Bedeutung. Oftmals liegen bei einer rissigen Zunge große Einkerbungen vor, die quer oder gerade verlaufen. Bestehen kleinere Verletzungen, kann es zu Blutungen kommen. Zu unterscheiden ist zwischen Furchen und Rissen auf der Zunge. Die Furchen haben das Aussehen von Rinnen und weisen auf der Oberfläche der Zunge einen abgerundeten Rand auf.

Bei den meisten Menschen bestehen sie bereits seit der Geburt und lösen keine Schmerzen aus. Dagegen kann es durch Risse auf der Zunge durchaus zu Schmerzen kommen, was vor allem bei einer Entzündung der Fall ist. Normalerweise geht die Entzündung schon nach einigen Tagen wieder zurück. Nur in seltenen Fällen entwickeln sich aus ihr Geschwüre. Bei den meisten Menschen ruft eine rissige Zunge keine weiteren Beschwerden hervor. Manchmal leiden die Betroffenen jedoch unter weißlichen Verfärbungen oder Blutungen. Verletzungen können sich außerdem auf die Geschmackswahrnehmung der Zunge auswirken. Häufig erweist sich auch der Konsum von säurehaltigen Getränken oder Lebensmitteln als unangenehm.

Ursachen

Die Ursachen für eine rissige Zunge sind unterschiedlich. Liegen Risse vor, die einen Längs- oder Querverlauf haben, ist dies meist auf Bisse mit den Zähnen zurückzuführen. Mitunter bestehen auch Anomalien (Fehlanlagen) des Schleimhautreliefs. Sie zählen zu den häufigsten Urhebern einer rissigen Zunge. Die Fehlanlagen sind zumeist harmlose Abweichungen von der normalen Struktur der Schleimhaut. Sie ruft jedoch keine Beeinträchtigungen der Funktionen der Zunge wie Sprechen oder Kauen hervor.

Ein weiterer gängiger Urheber von Rissen auf der Zunge ist eine Glossitis (Entzündung der Zunge). Sie entsteht zumeist durch Erkrankungen der Zähne oder durch eine Zahnprothese, die schlecht sitzt. Nicht selten sind auch Unverträglichkeiten zu Nahrungsmitteln wie Käse, Nüssen, Meeresfrüchten oder Obst der Grund für eine Glossitis. Zu den größten Risikofaktoren zählt das Rauchen von Zigaretten. Mitunter ist die Zungenentzündung aber auch eine Begleiterscheinung von Erkrankungen wie Scharlach, Diphtherie, Syphilis oder dem Sjögren-Syndrom. Weitere mögliche Urheber können Stress, Erkrankungen der Leber oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sein.

Ebenfalls zu den Verursachern einer rissigen Zunge zählen eine Mundschleimhautentzündung oder ein Mangel an Vitamin H (Biotin). Letzterer geht oft mit Blutarmut (Anämie), Haarausfall und Schleimhautinfektionen einher. Durch eine verstärkte Zufuhr des Vitamins lassen sich die Beschwerden jedoch zurückdrängen. Eine rissige Zunge kann aber auch das Anzeichen für eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts sein. So zeigt sich das Symptom mitunter gemeinsam bei der Darmkrankheit Morbus Crohn mit Geschwüren an der Schleimhaut der Wange oder auf der Zunge. Nimmt die Zunge außerdem eine rote Färbung an und zeigt sich glatt oder glänzend, wird sie Lackzunge genannt und gilt als Hinweis auf eine Leberinsuffizienz. Bei einigen Menschen sind zudem Pilzinfektionen die Ursache für eine rissige Zunge.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Treten Risse in der Zunge nur gelegentlich auf, ist dies kein Grund zur Sorge. Ein Besuch beim Arzt oder Zahnarzt muss in der Regel nicht erfolgen, da nur selten Krankheiten der Grund für die Erscheinung sind. In manchen Fällen weist die rissige Zunge allerdings durchaus auf behandlungsbedürftige Erkrankungen hin. Dies gilt besonders bei schmerzenden Rissen, die länger als zwei Wochen anhalten, glatten und grauen Belägen oder harten Knoten bzw. Geschwüren.

Hat der Arzt den Verdacht, dass es sich um eine ernstzunehmende Ursache handelt, entnimmt er etwas Zungengewebe, das in einem Labor gründlich analysiert wird. Normalerweise verläuft eine rissige Zunge positiv. So heilt sie bei den meisten Menschen nach einigen Tagen wieder ab. Bestehen die Veränderungen in der Mundhöhle jedoch auf Dauer, muss mit einer ernsten Erkrankung gerechnet werden.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung einer rissigen Zunge eignen sich verschiedene Hausmittel. Wird nur wenig Flüssigkeit konsumiert, sollte die Zufuhr deutlich gesteigert werden. So kann auch ein Mangel an Flüssigkeit für Risse in der Zunge verantwortlich sein. Durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr bessern sich die Beschwerden oft schon nach kurzer Zeit. Ebenfalls wichtig zur Behandlung einer rissigen Zunge ist eine sorgfältige Mundhygiene. Ansonsten besteht das Risiko, dass Bakterien oder andere Keime die Risse als Tor in den Körper nutzen und Entzündungen hervorrufen.

Leidet der Betroffene außerdem unter Schmerzen, empfiehlt sich die Einnahme von einigen Tropfen Glycerin. Als hilfreich gilt zudem das Kauen von hartem Brot oder Rohkost. So wird durch die harten Speisen die Produktion des Speichels angeregt. Ein weiteres bewährtes Mittel gegen eine rissige Zunge ist das Spülen mit Salbeitee, Zitronensaft oder einer nicht zu aggressiven Mundspülung. Außerdem sollte die Zahnbürste mit Bedacht eingesetzt werden, damit sie das Leiden nicht weiter verschlimmert. In manchen Fällen kann auch eine Behandlung beim Zahnarzt notwendig sein.



Vorbeugung

Um einer rissigen Zunge vorzubeugen, sollte auf die regelmäßige Zufuhr von Vitamin H und Flüssigkeit geachtet werden. Vorsicht ist zudem bei schlecht sitzenden Zahnprothesen geboten.

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