Glossitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Wer unter einer Glossitis leidet, bemerkt meist schnell die sich kontinuierlich steigernden Veränderungen im Bereich der Zunge. Diese ist das Zentrum der Erkrankung. Doch wie wird die Glossitis definiert, wie wird die Diagnose gestellt, welche Symptome sind zu erwarten, welchen Verlauf nimmt die Erkrankung, wie sieht die Behandlung aus und welche vorbeugenden Maßnahmen sind notwendig?

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Glossitis?

Bei einer Glossitis handelt es sich um eine Erkrankung der Zunge. Diese kann erblich bedingt - jedoch auch erworben sein. Die Glossitis kann die Oberfläche des Zungenkörpers, seine Schleimhäute, aber auch die Muskeln der Zunge befallen. Meist ist ein Zungenbelag sichtbar.

Weiterhin kann es zu sichtbaren Verfärbungen der Zungenoberfläche kommen. Der gesamte Zungenkörper ist innerhalb dieser Zeit entzündet. In der Folge der Entwicklung der Entzündung klagen viele Patienten mit Glossitis über vielfältige Symptome.

Ursachen von Glossitis

Vielfältige Ursachen begünstigen die Entstehung einer Glossitis. In den meisten Fällen kann eine Verletzung während des Essens als Ursache für die Entstehung der Erkrankung gelten. Doch auch Raucher, welche Nikotin in hohem Maße konsumieren, sind besonders gefährdet. Weiterhin gelten Zungenpiercings als potenzielles Risiko an einer Glossitis zu erkranken.

Doch auch Träger von Zahnprothesen sollten auf das richtige Einsetzen der Prothese achten, da es sonst zu Verletzungen an der Zunge kommen kann. Diese begünstigen wiederum eine sich entwickelnde Glossitis. Wenn bereits bestehende Erkrankungen im Bereich der Mundhöhle vorliegen, wie etwa Zahnstein oder Mundsoor, ist ebenfalls mit einer Glossitis zu rechnen. Jedoch können auch andere bereits bestehende - nicht die Mundhöhle betreffende - Erkrankungen zur Ausprägung der Zungenerkrankung führen.

So kann die Glossitis auch durch eine Pilzinfektion entstehen. Weiterhin tragen Diabetes mellitus und der Mangel an Vitamin A, Vitamin B und Vitamin C zur Glossitis bei. Auch eine Aids-Erkrankung und andere immunsystemschwächende Erkrankungen können die Entzündung der Zunge mit sich bringen. Weiterhin sind Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Stoffe zu nennen und begünstigen - ebenso wie Zungenkrebs oder speichelflussverändernde Erkrankungen - die Entstehung einer Glossitis.

Symptome und Verlauf von Glossitis

Typische Symptome einer Glossitis:

Welche Symptome sind nach einer Infektion zu erwarten? Es gibt typische Symptome, die bei einer Glossitis auftreten können. In den meisten Fällen kommt es zu Störungen des Geschmacksempfindens und Zungenbrennen. Durch die sich in und auf der Zunge befindende Entzündung kann es zu sichtbaren Veränderungen der Zungenoberfläche kommen. Diese Veränderung ist durch Zungenbeläge sichtbar, wobei es auch zu farblichen Veränderungen der Zunge kommen kann.

Weitaus seltener, jedoch unbedingt erwähnenswert, sind Schluckbeschwerden und gegebenenfalls Juckreize. Je nach Stadium können kleine Bläschen und Geschwüre auftreten. Weiße - sich auf der Schleimhaut befindende - Flächen können entstehen. Diese - als Leukoplakie bekannten Bläschen - sind eine meist harmlose Folge der Glossitis.

Diagnose von Glossitis

Um sicherzugehen, dass es sich bei den hervorgerufenen Symptomen um eine Glossitis handelt, sollte ein Arzt herangezogen werden. Dieser wird die Zunge zunächst betrachten. Die sich auf der Zunge befindenden Papillen, die für den Geschmack verantwortlich sind, sind bei einer Glossitis i.d.R. vergrößert. Meist sind auch Flecken auf der Zunge sichtbar. Gerötete Streifen und eine Atrophie der Schleimhaut gelten ebenso als typische Anzeichen einer Glossitis.

Der Arzt wird in den meisten Fällen ein Blutbild erstellen lassen. Anhand des Blutbildes können der Serum-Ferritin-Wert und der Serum-Eisenwert bestimmt werden. Da auch Diabetes mellitus für die Entstehung einer Glossitis verantwortlich gemacht werden kann, sollte zusätzlich eine Blutzuckermessung erfolgen. Auch die Vitaminwerte des Patienten sollten untersucht werden. Gelegentlich wird auch eine Magenspiegelung vorgenommen.

Behandlung von Glossitis

Zur Behandlung einer nicht-chronischen Glossitis eignen sich Mundspülungen, die mitunter aus Salbei oder Salzwasser bestehen. Bei der chronischen Glossitis muss zwischen den Ursachen differenziert werden. Liegt eine bakterielle Infektion vor, wird die Ursache schnell mit einem Antibiotikum behoben.

Eine Pilzinfektion macht die Verwendung eines pilztötenden Mittels (Antimykotikum) erforderlich. Sollte einer Allergie Auslöser der Glossitis sein, muss der die Allergie auslösende Stoff gemieden werden. Zur Behandlung bieten sich auch folgende Mittel aus der Naturheilkunde an: Eibischblätter, Spitzwegerich, Hamamelis. Derartige Teesorten sind in der Apotheke erhältlich.

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Vorbeugung von Glossitis

Um der Entstehung einer Glossitis entgegenzuwirken sollte zunächst auf einen erhöhten Alkohol- und Nikotinkonsum verzichtet werden. Weiterhin kann eine gesunde und vitaminreiche Ernährung zur Vorbeugung gegen eine Glossitis gelten. Scharfe Speisen und Gewürze stellen ein generelles Risiko dar an einer Glossitis zu erkranken. Menschen, die im Mundraum empfindlich sind, sollten daher darauf verzichten.

Träger von Prothesen ist anzuraten darauf zu achten, dass Prothesen passen und nicht scheuern. Abgebrochene Zähne, die dadurch spitz geworden sind, können die Zunge leicht verletzen. Daher ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt unerlässlich. Gelegentlich können auch Medikamente eine Glossitis verursachen. In diesem Fall sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Bei allergischen Reaktionen, deren Ursache ein Lebensmittel, eine Zahnprothese oder Zahnfüllungen ist, ist abzuklären, ob die Unverträglichkeit zur Entstehung der Zungenkrankheit führen kann.

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